Es wächst trotzdem
Gerade ist der Sommer in vollem Gange. Das Gemüse im Garten wächst. Die Blumen blühen. Das Getreide reift und gedeiht. Und das ganz unabhängig davon, welche negativen Schlagzeilen die Nachrichten bestimmen oder was uns Menschen alltäglich sorgt und beschäftigt. Die Natur folgt einem Rhythmus, den wir nicht geschaffen haben und den wir auch nicht aufhalten können.
Besonders ist mir dies aufgefallen in der Corona-Zeit: uns beschäftigten Kontaktsperren, Sorgen, Ungewissheit…aber die Blumen auf der Wiese blühten fröhlich. „Gut, dass sie nicht wissen, dass wir in einer Pandemie stecken“ habe ich mir oft gedacht. „Gut, dass die Blumen einfach ganz verschwenderisch blühen und uns so viel Freude schenken.“
In der Bibel gibt Gott nach der Sintflut das Versprechen: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ (1. Mose 8,22)
Dieses Versprechen ist keine Garantie für ein sorgenfreies Leben. Aber es erinnert daran, dass Gottes Treue größer ist als unsere Sorgen. Während wir oft erleben, wie Worte verletzen, Konflikte entstehen oder Zukunftsängste wachsen, zeigt uns die Schöpfung jeden Tag: Leben sucht sich seinen Weg. Ein Samenkorn sprengt die harte Erde. Eine Blüte öffnet sich dem Licht.
Vielleicht lohnt es sich gerade in diesen Sommertagen, einen Moment stehen zu bleiben und das wahrzunehmen. Den Duft einer Blume. Das Summen einer Biene. Das Grün eines Baumes. Es sind kleine Zeichen dafür, dass Gottes schöpferische Kraft weiterwirkt.
Heiße Sommertage, Hitzewellen und Klimawandel sind nicht zu leugnen, wir spüren es alle, und wir leiden darunter. Auch die Natur leidet. Unserem Hund macht die Hitze sehr zu schaffen, Landwirte bangen um den Ertrag der Ernte, aber dennoch steht Gottes Zusage: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“
Von Gottes Fürsorge will ich mich tragen lassen, in Frost und in der Hitze. Ich will mittun, dass diese Erde nicht untergeht und will mich an den Farben der Blumen, dem Gesang der Vögel und dem Brummen der Hummeln erfreuen. Mir wurde dieser Schöpfung ohne mein Zutun geschenkt, deshalb will ich sie, so gut wie ich kann, erhalten.
In einem Lied heißt es: Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, lass mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen. (EG 165 Gott ist gegenwärtig) Vielleicht könnte das ein guter Gedanke für den Sommer sein.