Seit vielen Wochen herrscht Trockenheit und teilweise große Hitze ohne nennenswerte Abkühlung in den Nächten. Nun naht schon wieder die nächste Hitzewelle. Nicht nur wir Menschen und unsere Haus- und Nutztiere leiden. Alle Lebewesen, aber besonders unsere Wildtiere sind in einer lebensbedrohlichen Situation. Als allererstes geht es wie bei den Menschen auch um den Durst und das Finden von Wasserstellen. Wildschweine verlassen z.B. ihre Einstände und ziehen in Revierteile, wo es feuchter und kühler ist.
Rehwild ist sehr empfindlich, was die Qualität des Wassers angeht und ein fast ausgetrockneter Bach oder Tümpel ist schnell mit Keimen belastet und kann dadurch zu tödlichen Durchfällen führen.
Amphibien und Reptilien haben neben dem Durst noch ein weiteres Problem. Ihre Haut braucht die Feuchtigkeit von Schlamm oder nassem Laub. Ist es bereits im Frühjahr zu trocken, können sie ihre Laichgewässer nicht erreichen. Diese Frühjahrestrockenheit hat manche Arten fast ausgerottet.
Auch Insekten, Falter und andere Krabbeltiere brauchen Flüssigkeit. Eine Schale mit Wasser und Steinen, feuchter Sand oder ein Miniteich mit Bepflanzung reicht ihnen schon aus. Sand und Schlamm liefert ihnen auch gleich noch notwendige Mineralien und Salze.
Unsere gefiederten Freunde brauchen natürlich auch Wasser. Darüber hinaus lieben sie es, zu baden und wer einen Teich oder Springbrunnen hat, kann die ganze Warteschlange beobachten. Ein Teich, wenn er denn eine gewisse Größe hat, bietet auch Schwalben die Möglichkeit quasi im Flug Wasser aufzunehmen. Auch Insekten,die sich in Teichnähe aufhalten, können im Flug gefangen werden.
Viele Wildtiere leiden jetzt auch Hunger. Die Felder sind abgeerntet und bieten weder Deckung noch Äsung. Die Krautschicht im Wald und am Wegesrand ist verdorrt, die Wiesen abgemäht und ohne Regen wächst kein neues Futter nach.
Größere oder auch fliegende Tierarten können durch einen Ortswechsel in kühlere oder feuchtere Gegenden der Trockenheit entkommen. Doch kleinere und langsamere Arten müssen vor Ort zurechtkommen.
Wer einen Garten hat, kann vielen Tieren in der Not helfen. Eine Wasserstelle, ob Teich oder Vogeltränke hilft einer Vielzahl von Tieren. Selbst an Quellsteinen wurden schon Greifvögel beobachtet. Schattige Plätze wie Hecken bieten auch Igeln, Blindschleichen oder Molchen Abkühlung und sichere Verstecke.
Den Tieren in Feld und Flur helfen auf lange Sicht allerdings nur gesunde Mischwälder, naturnahe Bewirtschaftung und die Erhaltung und Renaturierung von Bächen und Feuchtgebieten.