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Hünstetter Nachrichten - Mitteilungsblatt für die Gemeinde Hünstetten
Ausgabe 34/2026
Kirchliche Nachrichten
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An(ge)dacht

Ausgerichtet auf die Sonne

Schon zu meiner Schulzeit habe ich das Ende der Sommerferien damit verbunden, dass nun die Sonnenblumen blühen. Manchmal sieht man ganze Felder voll damit. Ich mag diese Blume ganz besonders. Im Sommer steht sie aufrecht auf ihrem langen Stängel, mit ihrem großen, leuchtend gelben Blütenkopf.

Und etwas fällt besonders auf: Die Sonnenblume richtet sich nach der Sonne. Wo Licht ist, da wendet sie sich hin. Sie lebt davon, dass sie der Sonne zugewandt ist. Natürlich ist die Sonnenblume keine bewusste Entscheidungsträgerin. Sie kann nicht sagen: „Heute möchte ich mich nach der Sonne richten.“ Und doch ist dieses Bild für uns Menschen wunderschön. Denn auch unser Leben braucht eine Ausrichtung. Es gibt vieles, woran wir unseren Blick hängen können: an unsere Sorgen, an das, was nicht gelungen ist, an Erwartungen anderer Menschen, an unsere Fehler oder an die Angst vor dem, was vor uns liegt.

Die Sonnenblume erinnert uns an etwas anderes: Wende dich dem Licht zu. Im übertragenen Sinn dürfen wir sagen: Wende dich Gott zu. Gott ist wie die Sonne, die unser Leben hell machen kann. Nicht so, dass plötzlich alle Probleme verschwinden. Aber so, dass wir mitten in unseren Problemen nicht ohne Hoffnung sind. Wenn wir unseren Blick auf Gott richten, verändert sich vielleicht nicht sofort unsere Situation – aber unsere Perspektive.

Eine Sonnenblume steht nicht nur einmal am Morgen zur Sonne und sagt: „Das reicht jetzt für heute.“ Sie bleibt dem Licht zugewandt. Auch wir brauchen diese Ausrichtung immer wieder neu. Morgens, wenn ein neuer Tag beginnt. Mittags, wenn wir mitten im Alltag stehen. Abends, wenn wir zurückblicken. In fröhlichen Zeiten genauso wie in schweren.

Vielleicht kann uns die Sonnenblume deshalb zu einem kleinen Gebet für jeden Tag werden:

Gott, richte meinen Blick auf dich.

Wenn ich mich verliere, zeige mir dein Licht.

Wenn ich Angst habe, schenke mir Vertrauen.

Wenn ich traurig bin, sei du meine Hoffnung.

Wenn es mir gut geht, lass mich dankbar sein.

Und hilf mir, mein Leben immer wieder auf dich auszurichten. Amen

Ihre Renate Feick, Verkündigungsteam der Ev. Gesamtkirchengemeinde Mittlerer Untertaunus