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Hünstetter Nachrichten - Mitteilungsblatt für die Gemeinde Hünstetten
Ausgabe 34/2026
Aus der Natur
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Aus der Natur - Wir brauchen mehr Schatten!

 

Schatten

Die letzten Hitzewellen haben uns alle gesundheitlich herausgefordert. Wer kann, meidet die direkte Sonne und versucht im Schatten zu bleiben. Die eigentliche Lufttemperatur in der Sonne und im Schatten ist jedoch fast gleich.

Der große Temperaturunterschied entsteht durch die direkte Wärmestrahlung der Sonne. Wenn ein Thermometer oder die menschliche Haut in der prallen Sonne liegt, fühlt sich das oft 10 bis 15 Grad Celsius (in Extremfällen bis zu 20 Grad) wärmer an, als die offizielle Lufttemperatur im Schatten anzeigt. Die Sonnenstrahlen erwärmen also nicht die Luft, sondern Gegenstände wie Boden, Hauswände oder Straßenbelag und diese strahlen die Hitze dann wieder in die Umgebung ab. Deshalb ist es auch am Nachmittag und Abend in besiedelten Räumen am wärmsten.

Werden die direkten Sonnenstrahlen abgehalten, z.B. durch Überdachungen oder Bäume, dann bleibt die Temperatur viel angenehmer. Besonders gut lässt sich dies im Wald feststellen. Unter dem geschlossenen Kronendach alter Bäume herrscht eine angenehme Kühle.

Krautiger Bewuchs, ungemähte Brachflächen und Sträucher halten die Feuchtigkeit länger im Boden als versiegelte oder kurzgemähte Flächen. In der Sonne können sich Asphalt oder englischer Rasen bis zu 50 Grad aufheizen, im Schatten wird es selten über 25-30 Grad.

Was bedeutet das für die nahe Zukunft, in der es noch heißer und trockener werden soll? Wir brauchen mehr Schatten! Wohl dem, der auf dem Land wohnt und einen Garten hat. Es gibt viele Möglichkeiten Haus und Garten zu beschatten und kühle Plätze draußen zu schaffen. Kleinbäume oder Sträucher, die eher in die Höhe statt in die Breite wachsen gibt es in vielen Varianten, auch Hecken, z.B. aus Hainbuchen geben Licht- und sogar Sichtschutz. Ein weiterer Vorteil dieser Laubgehölze ist, dass sie im Winter blattlos sind und dann viel Licht in den Garten lassen.

Auch die Begrünung von Hauswänden hilft, weil sie, wie oben erwähnt, die direkte Sonnenstrahlung auf die meist weiße Hauswand vermeidet. Hier gibt es ebenso viele Möglichkeiten. Von Kletterpflanzen bis zum Obstspalier.

In der Permakultur soll jedes Element eines Gartens mehrere Funktionen für diesen erfüllen. Obstbäume geben hier ein wundervolles Beispiel: Sie liefern Obst, geben Schatten, bieten Bienen und anderen Insekten Futter und Unterkunft und sind für uns das ganze Jahr ein wunderschöner Anblick. Ein Buschbaum wird etwa 3x3m und trägt nach etwa 3 Jahren die ersten Früchte.

Sie haben keinen Platz auf Ihrem Grundstück? Vielleicht wächst vor oder hinter Ihrem Haus ja schon ein Baum oder ein Strauch? Der freut sich zurzeit sehr über eine Wassergabe und Sie helfen ihm, zu überleben.

Ute Leukel-Fischer