Gibt Gott uns Lohn? (Be)lohnt Gott meine Liebe zu anderen oder antworte ich mit allem, was ich tue, lediglich auf Gottes Fürsorge? Petrus will das wissen und fragt Jesus danach (nachzulesen in Lk 18,28-30). Petrus will die Wahrheit wissen. Und er bekommt von Jesus die Wahrheit gesagt. Jesus antwortet auf seine Frage: Wer sich für Gott einsetzt, dem wird es auf Erden und danach „vielfach“ gelohnt.
Ist das Wahrheit genug?
Wenig später wird Petrus den, der diese Worte der Wahrheit zu ihm gesagt hat, am Feuer im Hof des Hohenpriesters verleugnen.
Und wenn man die Wahrheit nicht glauben kann? Dann darf man mal lügen, schrieb der Schriftsteller Jurek Becker (1937-1997). Jurek Becker lebte in der DDR und verließ diese 1977 mit Erlaubnis der DDR-Regierung, die seine Bücher nicht mehr drucken wollte. Aus Beckers Feder stammt der Roman „Jakob der Lügner“ (1969). Jakob, der Protagonist des Romans, weiß eine Wahrheit, die ihm niemand glaubt. Darum erfindet er eine Lüge, um die Wahrheit glaubhaft zu machen. Die Lüge, die eine tatsächliche Wahrheit näherbringt, ist nicht verwerflich, sagt Becker. Sie ist, im Gegenteil, hilfreich. In der Bundesrepublik wurde Becker übrigens später noch viel bekannter durch seine Drehbücher zur Anwalts-Fernsehserie „Liebling Kreuzberg“ mit Manfred Krug.
Der Weg zur Wahrheit ist manchmal süß, oft aber bitter. Davon könnte uns auch Petrus ein Lied singen. Aber so wahr ist er noch nicht, als er Jesus nach Wahrheit fragt und sie auch bekommt. „Ja“, sagt Jesus, „Gott lohnt dir deinen Einsatz.“ Und wie macht er das? Das bleibt Gottes Geheimnis. Gottes Werke und Fürsorge sind selten offensichtlich und liegen nicht immer auf der Hand. Man muss schon genau hinschauen - und dieses genaue Hinschauen nennt die Bibel Glauben. Wer an Gott glaubt und auf ihn hofft, sieht mehr. Jeden Tag, überall. Ich erkenne dann in meinem Leben Schutz, Fürsorge und Geleit. Manchmal frage ich mich im Nachhinein: Wie konnte es dazu kommen, wo ich doch nichts dazu getan habe? Wie habe ich das bewältigt? Wie wurde ich diese Sorge wieder los? Wer sich dann nicht selbstgefällig auf die Schulter klopft … kann Gottes Fürsorge hoffentlich erkennen. Und kann für diese Wahrheit auch dankbar sein. Seien und bleiben Sie behütet.