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Hünstetter Nachrichten - Mitteilungsblatt für die Gemeinde Hünstetten
Ausgabe 41/2026
Kirchliche Nachrichten
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An(ge)dacht

 

Liebe Gemeinde,

das Foto ist bei meinen letzten Exerzitien in den Berchtesgadener Alpen entstanden. Und auch wenn es romantisch anmutet: Hier deutet sich ein ziemlicher Wetterumschwung an.

War der zurückliegende Tag noch von knallender Sonne geprägt, deuten die Wolken am Horizont schon auf den kommenden Temperatursturz mit ordentlich Regen hin.

Solche raschen Wetterwechsel sind in den Bergen nicht ungewöhnlich. So stellt sich vor jeder mehrtägigen Bergtour die Frage: Was packe ich eigentlich ein? Wie rüste ich mich, um für alles gewappnet zu sein? Gar nicht so leicht - denn wenn man für alle Eventualitäten gerüstet sein will, wird das Gewicht des Rucksacks schnell zum Problem.

Für mich gehört seit diesem Jahr ein neuer Gegenstand dazu: ein Schirm. Ob stechende Sonne oder prasselnder Regen: Der Schirm hält das Schlimmste fern und lässt mich deutlich entspannter durch die Berge wandern.

Mit dem Schirm im Gepäck sind mir in den Exerzitien die Worte aus Psalm 91 ganz neu erfahrbar geworden. Dort heißt es:

„Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem HERRN: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.“

Zuversichtlich zu bleiben ist angesichts der stürmischen Zeiten, die wir in Kirche und Welt erleben, alles andere als einfach. Vielleicht war für mich gerade deshalb die bergende Erfahrung mit einem Schirm bei wechselhaftem Bergwetter so schön - weil ich darin ein Bild für die bergende Nähe Gottes nicht nur hören, sondern spüren durfte.

Beschirmt durch die Berge zu wandern bewahrt weder vor den Anstrengungen des Weges noch vor nassen Füßen. Aber es gibt Zuversicht, gut gerüstet zu sein für manche Herausforderung der Berge. Und damit ist es für mich ein wunderbares Bild dafür, wie Gott uns Zuversicht schenken kann in den Wetterwechseln unserer Zeit.

Vielleicht finden Sie in den kommenden Herbsttagen einmal Gelegenheit, sich bewusst hineinzugeben in die wechselhaften Wetterlagen - und sich dabei mit den Worten von Psalm 91 in die bergende Nähe unseres Gottes hineinzuspüren.

Jonas Sträßer
(Pastoralreferent der Katholischen Pfarrei St. Martin Idsteiner Land)