Wenn man hört, dass Aikido aus Japan stammt und seine Wurzeln in alten Kampfkünsten hat, stellt sich schnell die Frage, ob so etwas heute überhaupt noch in unsere Zeit und in unsere Kultur passt. Wir leben in einer modernen Gesellschaft, Konflikte sehen anders aus als früher, und niemand muss sich im Alltag mit dem Schwert verteidigen. Warum also Aikido? Aus unserer Sicht ist Aikido gerade deshalb zeitgemäß, weil es nicht an äußeren Formen hängen bleibt. Natürlich gibt es im Training traditionelle Elemente. Wir verneigen uns zur Begrüßung, wir üben festgelegte Bewegungsabläufe und wir halten bestimmte Regeln ein. Doch diese Formen dienen nicht der Nostalgie. Sie schaffen einen klaren Rahmen, in dem man üben kann. Und Übung ist das Entscheidende. Die Fragen, mit denen Aikido sich beschäftigt, sind nicht altmodisch. Wie gehe ich mit Druck um? Wie bleibe ich ruhig, wenn etwas auf mich zukommt? Wie reagiere ich, ohne sofort hart oder aggressiv zu werden? Diese Situationen gibt es heute genauso wie früher. Nur treten sie oft nicht als körperlicher Angriff auf, sondern als Stress, Streit oder Überforderung. Aikido bietet dafür keine Theorie, sondern eine praktische Übung. Auf der Matte erleben wir unmittelbar, was passiert, wenn wir uns verspannen, wenn wir ausweichen, wenn wir uns festbeißen oder wenn wir uns sinnvoll bewegen. Wir lernen, dass Widerstand nicht die beste Antwort ist. Und wir lernen, dass Kontrolle nicht mit Gewalt gleichgesetzt werden muss. Auch die Art des Trainings passt in unsere Zeit. Es gibt keinen Wettkampf und keine Ranglisten. Man kann in jedem Alter beginnen. Man trainiert mit anderen Menschen, aber nicht gegeneinander. Das ist für viele ein wichtiger Gegenpol zu einem Alltag, der oft von Vergleich und Leistung geprägt ist. Hinzu kommt der soziale Aspekt. Ein Verein lebt vom Miteinander. Man kommt regelmäßig zusammen, übt gemeinsam und trägt Verantwortung füreinander. Gerade in einer Zeit, in der vieles vereinzelt und digital geworden ist, ist das nicht unwichtig. Aikido ist keine schnelle Lösung und kein Trend. Es ist ein Weg, der Geduld verlangt. Aber genau diese Langsamkeit und Beständigkeit macht es für viele Menschen heute wieder interessant.
Wer sich selbst ein Bild machen möchte, ist eingeladen, montags und freitags im Haus des Dorfes in Steckenroth, Friedenstraße 1, jeweils ab 18:15 Uhr mit uns zu trainieren.
Vorab können Sie sich auch auf folgenden Internetseiten informieren: