Wie in der Ankündigung für den Wandertermin Donnerstag, den 21. Mai bereits vermeldet, handelte es sich bei diesem Wandertag für den Hohensteiner Wanderkreis um ein besonderes „Event“. Erstens war es eine sich über den ganzen Tag hinstreckende Unternehmung und dann noch auf der anderen Rheinseite. Gunhild und Werner hatten sich wieder einen der „Hiwwel“ in der Rheinhessischen Schweiz als Wandergebiet ausgesucht und die daran geknüpften Erwartungen wurden an diesem wahrlich herrlichen Sommertag nicht enttäuscht.
In praktischen Fahrgemeinschaften organisiert trafen pünktlich kurz vor 10 Uhr die Wanderwilligen auf dem Parkplatz beim Golfplatz auf dem 270 m hohen Wißberg ein. Werner startete mit etwa der Hälfte der rund 20 erschienenen Wanderfreunde zu einer 8 km langen Vormittagstour, während Gunhild mit den 8 verbliebenen Wanderern zur Erreichung des ersten gemeinsamen Zieles sich wegen der auf 5 km verkürzten Strecke etwas mehr Zeit lassen konnte. Am Rande des Golfgeländes liefen alle Teilnehmer zunächst in Richtung Sankt Johann. Auch wenn die Höhe dieses Hiwwels, wie die Hügel hier genannt werden, im Vergleich zu Höhenangaben aus dem Taunus gering eingeschätzt werden könnte, so bot er doch bereits eine Aussicht bis zum Niederwald und in den Beinen verspürte am Ende des Tages jeder, dass so ein Hiwwel die Laufwerkzeuge ganz schön beanspruchen kann. Anfangs säumten Hecken eine Seite des Weges. Aus dem noch frischen Grün sorgten zartrosa farbene Wildrosen und weiße Dolden des Holunders nicht nur für Farbtupfer, sondern auch vom später dominierenden typischen Weinbergsgeruch abweichende Aroma-Eindrücke. Durch die Wingerte laufend wurde Sankt Johann von den Langstrecklern erreicht. Der Laufbrunnen in der Ortsmitte animierte zu einem Gruppenfoto. Um die Kirche herum gehend erreichte die Gruppe wieder den Ortsrand, um am Hang des Wißberges zu einer mittleren Geländestufe zu gelangen. Werner gelang es nun auf dem weiteren Weg zur Kreuzkapelle wohl so ziemlich alle Attraktionen, welche die Winzergemeinden am Hang zur Freude für ihre Besucher eingerichtet hatten, zu erwandern. Außer zahlreichen Bänken, einer großen Schaukel, die selbstverständlich getestet werden musste, Hütten, eine sogar mit Standesamt, einem Kräutergarten, einem von Künstlern mit Stelen gestalteten Amphitheaterplatz und einem speziellen Aussichtspunkt soll noch ein geologischer Aufschluss erwähnt werden, der eine Erklärung für die Tatsache liefert, dass es an diesem Hang zu Bergrutschen gekommen ist. Bei dem Zwischenziel, einer Kapelle - welch eine Untertreibung für eine solche Kirche in den Weinbergen -, gab es auch Probleme wegen des instabilen Geländes. Bei kirchlichen Festen kann von einer Außenkanzel der auf dem Vorplatz versammelten Gemeinde der Segen gespendet werden. Für die Hohensteiner Wanderer gab es heute das schon traditionelle WWW. Beim Wein konnten die Teilnehmer leider den vorzüglichen Gewächsen nicht in dem Maße zusprechen, wie es der Gaumen sich wünschte, denn die starke Sonnenbestrahlung während der Wanderung bremste vorsichtshalber den Appetit.
Nach Rast und Stärkung führten die beiden die Wanderer auf ein wenig unterschiedlich langen Wegen hinab nach Gau-Weinheim. Ein Turm der ehemaligen Ortsbefestigung war über die Jahrhunderte derart in Schieflage geraten, dass eine Messung vermittels eines Lotes eine größere Abweichung von der Senkrechten ergab als beim bekannten Schiefen Turm von Pisa. Weil es dem Turm in Gau-Weinheim an Höhe mangelt und er nicht von Besuchern einfach bestiegen werden kann, hält sich der Besuch trotz der Einmaligkeit bislang in Grenzen.
Der Rückweg zu den Fahrzeugen führte auf den Gipfel des Hügels. Der Hang lag in der Sonne und die relativ wenigen Höhenmeter schienen sich bei der Wärme zu dehnen. Um den Anstieg verträglicher zu gestalten, begaben sich die Wanderer zunächst wieder zurück zur Kapelle und legten im Schatten der Bäume eine kurze Verschnaufpause ein. Ein letzter knackiger Anstieg brachte die Teilnehmer der Wanderung auf den Gipfelrundweg. Noch ein Mal konnten die Aussichten genossen werden und dann begab sich die Gruppe zum Gutsausschank Huth nach Sprendlingen. Das Essen war dort vorbestellt und zum Glück hatte Gunhild mit dem Ausdruck der Bestellwünsche Gedächtnislücken vorbeugen können. In fröhlicher Runde endete ein überaus gelungener Wandertag und Horst konnte mit der allgemeinen Zustimmung der Teilnehmer Gunhild und Werner ein ganz herzliches Dankeschön für die Ausrichtung dieses wunderschönen Wandertages aussprechen.
Wegen des Feiertages treffen sich die Hohensteiner Wanderfreunde erst wieder am Donnerstag, dem 11. Juni. Abmarsch ist um 14 Uhr vom Bürgerhaus im Oberdorf von Burg-Hohenstein.
Gewandert wird im oberen Lahnerbachtal. Neben der 8 km langen Normaltour ist auch eine kürzere Wanderung vorgesehen. Für die Schlussrast ist der Wanderkreis im Gasthof Wiesenmühle willkommen.
Interessierte an Wanderungen in netter Gesellschaft können Informationen auf der Homepage des Hohensteiner Wanderkreises www.hohensteiner-wanderkreis.jimdo.com einsehen. Fotos vermitteln einen Eindruck von den Wanderungen. Dabeisein lässt außerdem das gute Gemeinschaftsgefühl spüren. Auskünfte zum offenen Wanderkreis erteilt auch Horst Bernstein (06124/12357).