Kurzstreckler
Langstreckler
Langstreckler
Hatten die Wanderer des Hohensteiner Wanderkreises bei ihrer letzten Tour im Mai mit Sonne und Hitze zu kämpfen, so bescherte ihnen die sogenannte Schafskälte bei dem ersten Wandertermin im Juni, Donnerstag, 11. des Monats, einen bewölkten Himmel und recht frische Luft. Das Tragen von Jacken, um gegen eventuelle Inkontinenz des grauen Gewölks gewappnet zu sein, bereitete bei den herrschenden Temperaturen keine Probleme. Froh gelaunt und mit frischem Mut begaben sich die 21 heute erschienenen Wanderer auf der auch als Radweg gekennzeichneten Trasse in Richtung Hofwald. Aus Holunderbüschen wehte der typische Duft und am Wiesenrand wetteiferte das Labkraut mit ebenfalls süßlichen Aromen den Sommer verkündend.
Am Rande des Hofwaldes setzte sich eine 10 Personen zählende Gruppe ab, um mit Hildegard auf eine extra Exkursion zu gehen. Auf einem gut 4 km langen Rundkurs auf der Höhe des Plateaus bleibend widmeten sich diese Teilnehmer speziell der Botanik an den artenreichen Wegkanten. Weil Hildegard viele Pflanzen mit Namen kennt, hörte mancher Teilnehmer Pflanzennamen, die bislang noch fremd waren, wie beispielsweise der Klappertopf. Daneben bot die Wanderung auf der Hochfläche auch immer wieder Gelegenheiten zur Betrachtung unserer schönen Heimat.
Die verbliebenen 11 Wandersleute strebten derweil mit Horst unaufhaltsam dem Lahnerbachtal zu. Um die innere Landkarte der Mitwanderer auf aktuellem Stand zu halten, erinnerte der Wanderführer bei passender Gelegenheit an frühere Wanderungen in dem Gebiet, moderne Zeitgenossen würden das als „update“ bezeichnen. An dem Kreuzungspunkt im Talgrund erinnerten sich Teilnehmer an ausgebüxte Rinder oder eine Tour im Winterbachtal, bei der den Beobachtern der Name des Tales durch Eisreste veranschaulicht worden war. Die Sitzgruppe hätte bei Sonne oder Hitze Schatten und Gelegenheit zum Rasten geboten, aber die Wanderer drängte es heute nach Bewegung und natürlich auch zur Erkundung des oberen Lahnerbachtales. Im noch offenen Gelände war die Stelle, wo die Aarschleife „Burggeflüster“ das Tal verlässt, hurtig erreicht. Der nächste Abschnitt, noch auf befestigter Forststraße wandelnd, war für Naturliebhaber schon interessanter. Dort, wo die Forststraße nach links abbiegt, um sich auf die Höhe hinauf zu winden, fielen den Betrachtern des Hanges Weißtannen in allen Altersklassen auf. Auf einem einfachen, aber gut gangbaren Waldweg folgten die Wanderinnen und Wanderer dem Talverlauf aufwärts. Für alle Sehenden bot das Lahnerbachtal seinen herben Charme auf. Hangseits wuchsen in den Schattenbereichen Farne, und schroffe Felsen, mit und ohne Moosauflage zeigten das Material des Grundgesteins. In der Sonne öffneten Fingerhüte Hummeln ihre Blüten. Und im Talgrund zwängte sich das Bächlein mäandernd durch Bruchwald. Nur zu schade, dass das Gewässer durch die längere Trockenheit sich so heimlich talwärts schlich und nicht den Wanderern durch Plätschern und Glucksen auch ein Erlebnis für die Lauscher bieten konnte. Die Tour durch das Tal war schön, für einige Teilnehmer nur etwas zu kurz, denn bei einem Weg, der schräg den Hang hinauf zu den Windrädern führt, munterte der Wanderführer seine Gefolgschaft zum Verlassen des Tales auf. Oben angekommen erkannten einige Wanderer Wege früherer Touren und es konnte auf bekannten Wegen der Rückmarsch begonnen werden. Auch diese Gruppe genoss nun die tollen Aussichten und als die Asphaltstraße zu den Liebberg’schen Höfen erreicht war, bedurfte es keiner Führung mehr, die Gruppe musste nur den vorauslaufenden „Kurzstrecklern“ zum Parkplatz hinterher gehen. Nach nur 7 km Strecke war auch für die Lahnerbach-Wanderer die Tour zu Ende, und das war angesichts einer dunklen Wolke auch gut so.
Schon auf den letzten Metern zur Wiesenmühle fing es an zu tröpfeln und als der letzte Wanderer seinen Platz zur Schlussrast eingenommen hatte, öffnete Petrus seine Schleusen. Da freuten sich alle Wanderer, dass sie sich innerlich nach Geschmack benetzen konnten, aber äußerlich trocken alsbald die Speisen genießen konnten. Bei diesem wettermäßigen Timing zeigten sich alle Mitwanderer mit der Tour zufrieden und freuten sich schon auf die nächste Gelegenheit. Am Donnerstag, 25. Juni laden Petra und Uwe die Wanderer zu einer Tour von der Platte bei Wehen ein. Start ist wie üblich um 14:00 Uhr. Es sollen auch bei diesem Termin zwei unterschiedlich lange Wegstrecken angeboten werden, wobei für eine Gruppe die „Hohe Kanzel“ als Ziel angestrebt wird. Für die Schlussrast begeben sich die Wanderer nach Neuhof zur bekannten Pizzeria.
Interessierte an Wanderungen in netter Gesellschaft können Informationen auf der Homepage des Hohensteiner Wanderkreises www.hohensteiner-wanderkreis.jimdo.com einsehen. Fotos vermitteln einen Eindruck von den Wanderungen. Dabei sein lässt außerdem das gute Gemeinschaftsgefühl spüren. Auskünfte zum offenen Wanderkreis erteilt auch Horst Bernstein (06124/12357).