Vor einiger Zeit erreichte mich ein Brief von Kurt Bücher. Darin erinnert er an Gisela Diefenbach und ihr über viele Jahrzehnte währendes Engagement für Strinz-Margarethä, unsere Gemeinde und darüber hinaus.
Der Text war ursprünglich als Leserbrief für das Hohensteiner Blättchen gedacht. Da in unserem Amtsblatt grundsätzlich keine Leserbriefe veröffentlicht werden, möchte ich Kurt Büchers wichtigem Anliegen auf diesem Wege Raum geben und seinen Brief in voller Länge wiedergeben.
Aus den Augen, aus dem Sinn?
Von Kurt Bücher
Im vergangenen Jahr berichtete der Wiesbadener Kurier über die Verleihung des Ehrenamtspreises an verdiente Bürgerinnen und Bürger des Rheingau-Taunus-Kreises.
Ich habe eine Person im Auge, die leider im vergangenen Jahr verstorben ist. Auch wenn sie eine Würdigung nicht mehr persönlich entgegennehmen kann, hätte sie diese aus meiner Sicht allemal verdient. Zugleich bliebe sie so der Nachwelt als leuchtendes Vorbild in Erinnerung.
Die Rede ist von der Hohensteinerin Gisela Diefenbach. Sie hat sich seit ihrer frühesten Jugend in den Dienst der Allgemeinheit gestellt.
Ich habe sie als kleiner Bub auf einer Hochzeit in Strinz-Margarethä kennengelernt. Schon damals leitete sie eine Tanzgruppe. Und so blieb es mein ganzes bisheriges Leben lang: Immer wieder begegnete ich Gisela bei einer ihrer vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten.
Seit ihrem 14. Lebensjahr, kurz nach ihrer eigenen Konfirmation, spielte sie 73 Jahre lang die Orgel in der Kirche von Strinz-Margarethä - bei jedem Gottesdienst, bei Taufen, Hochzeiten, Trauerfeiern und kirchlichen Feiertagen.
Wie oft mag sie die Treppe zum Gotteshaus hinaufgestiegen sein?
Neben ihrem Amt als Organistin war Gisela bei den Landfrauen und im Singkreis aktiv und gründete eine Volkslieder-Singgruppe im Dorf.
Mit ihrem Akkordeon war sie nicht nur in Strinz bei so manchem Fest eine Bereicherung.
Sie spielte auch in den umliegenden Dörfern bei Sommerfesten, Seniorenweihnachtsfeiern, der Kinderbibelwoche oder im Seniorenheim in Michelbach.
Wie sie es verstand, ihre Zuhörer zu begeistern und zum Mitsingen zu motivieren, konnte ich selbst in meiner Zeit als Ortsvorsteher von Hambach erleben. Dort sorgte Gisela bei vielen Weinstandabenden für zünftige Stimmung und bei den Seniorenweihnachtsfeiern für eine entsprechend besinnliche Atmosphäre.
All diese Dienste für die Allgemeinheit verdienen höchste Anerkennung und großes Lob.
Mein Vorschlag wäre, ein kleines Schild mit ihrem Namen am Aufgang der Kirchentreppe anzubringen. So könnten die Menschen immer wieder an Giselas Verdienste für die Allgemeinheit erinnert und ihr langjähriges Engagement dauerhaft gewürdigt werden.
Ich schließe mich der Intention von Kurt Bücher gerne an. Gisela Diefenbach hat das Leben in Strinz-Margarethä, in unserer Gemeinde und darüber hinaus über viele Jahrzehnte mit ihrer Musik, ihrer Verlässlichkeit und ihrem Einsatz für andere bereichert.
Kurt Büchers Anregung soll nicht nur ein Gedanke bleiben. Er möchte an der Kirche auf einem gemeindeeigenen Grundstück eine selbst gebaute Holzbank zur Erinnerung an Gisela Diefenbach aufstellen. Ich freue mich, dass ich ihn bei der Umsetzung dieser schönen Idee unterstützen darf.
Die Bank soll an Gisela Diefenbach und ihr langjähriges Wirken erinnern und zugleich einen Ort schaffen, an dem Menschen verweilen und ihrer gedenken können.
Kurt Bücher danke ich für seinen Brief, für seinen Anstoß und für die Idee, Gisela Diefenbach auf diese persönliche Weise ein bleibendes Andenken zu schaffen.