In der Einladung des Hohensteiner Wanderkreises zu seiner 623. Tour am 17. September war zu lesen, dass Werner und Ellen interessierte Wandersleute „Hinner de Well“ führen wollen - eine für nicht Steckenrother merkwürdig klingende Ortsbezeichnung und zugleich Erwartungen weckend, was sich denn „hinner de Well“ verbergen wird. Das Verhältnis zur Regenmuhme schien Werner positiv geklärt zu haben, so dass über den zwanzig freundlichen Wanderern am Startplatz oberhalb der Kirche ein freundlicher Himmel gutes Wanderwetter versprach. Zur Begrüßung zitierte Werner die Einladung und machte deutlich, dass die Wandersleute bei seinen Tour-Planungen nie vor Überraschungen sicher sein können und so starteten alle Anwesenden kurz nach 14 Uhr zu einer am Ende als schön bezeichneten Herbstwanderung.
Mit flottem Schritt schafften es alle ohne Halt am Gasthaus mit dem Ortsnamen Zieler vorbei zu marschieren. Natürlich hätte man nun den Hohlweg zum Sportplatz am Schindwald hinauf gehen können, aber das wäre zu einfach gewesen. Nach rechts abbiegend bewegte sich die Gruppe noch geschlossen. Bei der nächsten Kreuzung lief allerdings Ellen mit ihrer Gruppe weiter in Richtung Brückenhof, während Werner links abzweigend seine Mitläufer am rechten Rand oberhalb der asphaltierten Zufahrt zum Schindwald entlang führte, wobei er einige Lausbubengeschichten zum Besten gab. Am Sportplatz angekommen benutzte er nicht den direkten Weg ins Tal des Diebbaches, sondern leitete seine Leute im Zickzackkurs über Wiesenwege hinunter ins tiefe (diebe) Tal. Fröhlich lief es sich durch das sonnenbeschienene Tal. Ein umgestürzter Baum wurde von der Gruppe lässig umgangen, von Werner aber als Hinweis auf kommende Schikanen hervorgehoben. Am Ende des Tales auf dem neu geschobenen Weg zu den Fischteichen angekommen, informierten sich Interessierte und es gab zugleich eine Gelegenheit für ein Päuschen. Auch Ellen war mit ihren Leuten auf dem Talweg unterwegs und die Teilnehmer beider Gruppen testeten die im Rahmen der Erstellung eines Waldlehrpfades aufgestellten Sitzmöbel. Auf der Forststraße bei der obersten Teichanlage angekommen bog Ellen nach links in Richtung Treppenweg und schönem Reiterhüttchen ab, während Werner kurz nach rechts gehend sich alsbald anschickte, mit seiner Crew das Hühnerköppel zu erklimmen. Zunächst erforderte der Anstieg nur etwas Kondition, aber dann begann das in einem zum Naturreservat mutierten Forst das Abenteuer. Umgestürzte Bäume, meterhohe Nesseln sowie dürre Zweige in Gesichtshöhe, kurz alles was die Natur zur Abweisung streunender Zweibeiner aufzubieten hat, stellte sich den verdutzt dreinschauenden Wanderern in den Weg. Apropos Weg, es gab da mal einen, aber das muss wohl schon Jahre her sein. Wer nun glaubt, der Trupp um Werner hätte nun kapituliert und den Rückweg angetreten, der kennt die Wanderer des Hohensteiner Wanderkreises schlecht. Mit Werner an der Spitze voraus bahnte man sich einen Durchgang durch das Verhau und strahlte zufrieden nach vollbrachter Leistung. Auf dem Limesweg zum Grenzgraben war kurzzeitig entspanntes Ausschreiten möglich, doch dann versperrte ein umgestürzter Baum den direkten Zugang zum Steg über den Graben. Als Steg diente lediglich ein Brett, das sich bei gewichtigen Persönlichkeiten deutlich zum Abgrund durchbog. Alle Teilnehmer erreichten unbeschadet das andere Ufer und es kann schon hier vermeldet werden, dass es auch bei dieser Tour keinen Schwund zu beklagen gab. Auf dem Limesweg wanderten die Teilnehmer an einem Stück sichtbarem Wallgraben vorbei zum Treppenweg und liefen gleich auf dem gegenüber einmündenden Waldweg zurück zum Diebbachtal. Nun drängte etwas die Zeit und Werner kürzte die Tour ab, was dem Protokollanten auch gelegen kommt. Also flugs zum Hahner Weg hinauf, an den aus dem Hühnerwohnmobil gackernd heraus eilenden Legehennen vorbei marschierend, strebten alle Läufer nach Erfrischung lechzend dem Gasthaus zum Taunus entgegen. Dort erwarteten bereits Ellen und ihre Mitläufer die restlichen Wandersleute, obgleich sie heute noch einen Schlenker angehängt hatten und sich so wohl mindestens zu Mittelstrecklern gemausert hatten. Unsere Wanderkameradin Karin besorgte heute den Service und sorgte dafür, dass mit guten Speisen und Getränken ein von allen als schön empfundener Wandertag einen rechten Abschluss fand. Zum Schluss ein herzliches Dankeschön an Ellen und Werner für als bemerkenswert in die Annalen des Wanderkreises eingehende Wanderungen.
Am 1. Oktober kann der Wanderkreis erneut eine der Aar-Schleifen erkunden, dabei will Irmi bei Rückershausen den „Aar-way to Heaven“ vorstellen. Abmarsch zu der besonders aussichtsreichen Tour mit 8 km Länge ist um 14 Uhr vom Parkplatz beim Bürgerhaus. Als Alternative wird bei Bedarf eine kürzere und nicht so steile Tour auf dem Aar-Höhenweg nach Hausen über Aar und auf dem Talweg zurück zur Schlussrast angeboten. Zum gemeinsamen Abschluss ist der Wanderkreis beim Restaurant des Minigolfplatzes angemeldet.
Interessierte an Wanderungen in netter Gesellschaft können Informationen auf der Homepage des Hohensteiner Wanderkreises www.hohensteiner-wanderkreis.jimdo.com einsehen. Fotos vermitteln einen Eindruck von den Wanderungen. Dabeisein lässt außerdem das gute Gemeinschaftsgefühl spüren. Auskünfte zum offenen Wanderkreis erteilt auch Horst Bernstein (06124 12357).