Über dem 29. Januar, dem zweiten Wandertag des Hohensteiner Wanderkreises im Jahr 2026, schwebte, dem legendären Damoklesschwert gleichend, die bange Frage: „Schneit es oder bringt das heranziehende Tiefdruckgebiet Regen, der auf dem gefrorenen Boden für Eisesglätte sorgen könnte“. Obgleich den Hohensteiner Wanderfreunden der Ruf vorauseilt, dass sie bei jedem Wetter unterwegs sind, hätte bei großer Glättegefahr die Tour abgesagt werden müssen. Aber Petrus hatte ein Einsehen und es sei hier schon vorab vermeldet, wer an diesem Tag zu Hause blieb, hat die Chance zu einer wunderschönen Winterwanderung verpasst!
27 Wanderwillige hatten sich pünktlich um 14:00 Uhr in Strinz-Margarethä auf dem Parkplatz bei der Aubachhalle versammelt. Zur großen Freude des Wanderführers Horst Bernstein wurde er mit einem Geburtstags-Kanon überrascht. Nach dieser speziellen Begrüßung übernahmen Liesel und Rolf aus Strinz die Führung durch die verschneite Winterlandschaft. Die beiden hatten zwar zwei unterschiedlich lange Touren vorbereitet, aber zunächst begaben sich alle gemeinsam durch die Pfalzgrafenstraße zum Tal, wo der Römersbach in den Aubach mündet. Ein weiteres Stück auf dem Talweg am Aubach entlang marschierte die Gruppe einträchtig gemeinsam. Nach dieser ersten Teststrecke in verschneitem Gelände erfolgte bei der nach rechts den Hang hinauf führenden Forststraße die Scheidung der Gruppe in „Kurzstreckler“ und „Langstreckler“. Rolf strebte mit seiner Gruppe sogleich nach höheren Geländeabschnitten und erwanderte das Terrain in einem zwar etwas kürzeren, aber immerhin noch mehr als 6 km langen Bogen.
Liesel führte ihre etwas größere Gruppe weiter am Bach aufwärts. Die Wanderer konnten so das Tal, welches allgemein nur von der Autostraße her bekannt sein dürfte, nun aus einer ungewohnten Perspektive betrachten, und wer in der Spitzengruppe mitlief, sogar die Füße in völlig unberührten Schnee setzen. Der frische Schnee knarrte beim Zusammenpressen unter den Eindrücken mehr oder minder gewichtiger Wanderpersönlichkeiten nur leise oder deutlich vernehmbar. Am Ortsrand von Niederlibbach wurde ein Weg mit der für die Aar-Schleifen typischen Markierung erreicht. Die besten Aussichtspunkte auf der “Augenweide“ benannten Wanderroute mussten erklommen werden, was bei der an und für sich schönen weißen Pracht doch bei manchem Muskelmotor für reichlich Abwärme sorgte. Die Aussichten waren zwar heute vernebelt, aber es überwog die vorherrschende Meinung, dass dies ein schöner Weg sei. Vom Waldrand aus, wo die Aarschleife in Richtung Hambach nach links talwärts abbiegt, wanderte die Gruppe nur noch kurz weiter bergwärts, was einigen Teilnehmern auch genügte. Selbstverständlich hat es auch Pausen auf der Wanderung gegeben und nicht nur zum Verschnaufen, sondern auch um die selten gewordene Winterpracht zu genießen. So ist beispielsweise erst durch den Kontrast mit der Schneeauflage das filigrane Geäst mancher Bäume erkennbar. Es wurde dann auch für diese Läufer Zeit, in einem Rechtsschwenk die wieder talwärts führende Forststraße zu erreichen. Kurz zuvor gab es für unsere heutige Wanderführerin allerdings eine Überraschung. Ein quer über den Weg liegender Baum ist für erprobte Wandergesellen kein Hindernis, aber die frisch in den Schnee eingefrästen Spurrillen erforderten mehr Trittsicherheit als erwartet. Es kam kein Mitwanderer zu Schaden und so konnten alle heile den Rückweg antreten. Dort, wo auch die Kurzstreckler auf diese Forststraße gestoßen waren, gab es noch einen für einen Haumeister gepflanzten Baum und eine recht tief an einem Baum in den Stamm gemeißelte Spechthöhle zu bewundern. Die Straße zum Hofgut und den Römersbach querten die Wanderer nun etwas weiter oberhalb und erreichten nach gut 8 km hurtig wieder den Startplatz. Gut zwei Dutzend Wandersleute glichen nachher in der Pizzeria Aspendos verlorene Kalorien aus und freuten sich über eine wunderschöne Winterwanderung. Bevor der Wanderführer den beiden Strinzern für die heutige Tour danken konnte, gab es noch ein Geburtstagsständchen für Henry, der ein besonderes Geburtstagsjubiläum feiern durfte. Da erweist sich der Wanderkreis als eine große Familie. Schließlich überraschte die Wirtsfamilie den Wanderführer mit einer Geburtstagstorte und zeigte so ihre Verbundenheit mit dem Wanderkreis.
Die nächste Wanderung findet ausgerechnet an Weiberfastnacht statt.
Am Donnerstag, 12. Februar treffen sich die Wanderer des Hohensteiner Wanderkreises um 14:00 Uhr in 65719 Hofheim-Langenhain, Eppsteiner Straße, vorbei am Bahai-Tempel und an der Hofheimer Sternwarte bis zum Wald fahrend, auf dem Wanderparkplatz Domherrenwald. Die Einkehr erfolgt in Hofheim-Wildsachsen in „Alte Rose“, Alt-Wildsachsen 37. Parkmöglichkeiten sind an der Wildsachsenhalle (Zufahrt über „In der Hohl“). Wie in letzter Zeit üblich gibt es auch bei dieser Wanderung zwei Gruppen mit unterschiedlicher Länge.
Interessierte an Wanderungen in netter Gesellschaft können Informationen auf der Homepage des Hohensteiner Wanderkreises www.hohensteiner-wanderkreis.jimdo.com einsehen. Fotos vermitteln einen Eindruck von den Wanderungen. Dabeisein lässt außerdem das gute Gemeinschaftsgefühl spüren. Auskünfte zum offenen Wanderkreis erteilt auch Horst Bernstein (06124/12357).