Die dritte Wanderung des Hohensteiner Wanderkreises in diesem Jahr war in mancherlei Hinsicht speziell, davon soll andeutungsweise berichtet werden. Der Termin, Donnerstag, 12. Februar, war Weiberfastnacht. Dies bedeutete, dass es die jecken Weibsbilder heute ins närrische Getümmel trieb und nicht in den fernen Langenhainer Wald. Die Entfernung mag auch weniger mit der Fastnacht Verbundene abgeschreckt haben. Und dann spielte da noch zu allem Überfluss eine miese Wetterprognose eine hinderliche Rolle. Mit Nässe jedoch hielt sich der Himmel absolut wanderfreundlich zurück, so dass die trotz aller aufgeführten Verhinderungsgründe am Schluss einer schönen Wanderung im Bahai-Zentrum anwesenden 21 Teilnehmer willig den angebotenen Lavendeltee zur Benetzung ihres Inneren annahmen.
Warum kamen nun dennoch so viele Wandersleute zum Parkplatz am Domherrnwald bei Langenhain? Da spielte wohl der Abschluss im europäischen Zentrum der Bahai und der Besuch des dortigen Tempels eine Rolle. Das extraordinäre Bauwerk nennen die Vertreter der Religionsgemeinschaft bescheiden „Haus der Andacht“. Bevor sich an der markanten Stelle Gedanken über Gott und die Welt auf die Reise begeben konnten, mussten zunächst einmal die Füße bewegt werden.
Uschi führte eine Gruppe auf einer 4,5 km langen Runde durch den abwechslungsreichen winterlichen Wald. Es lag zwar heute kein Krümel Schnee mehr, dafür dominierten die dunkelgrünen und dunkelbraunen Farbtöne. Und viele kleine Rinnsale seitlich der festen Wege, teils munter gluckernd, zeugten vom Regen der vergangenen Tage.
Hans Jürgen führte seine Gruppe auf einem 6,6 km langen Weg rund um den 410m hohen Judenkopf. Hurtig permanent abwärts schreitend strebte unser heutiger Führer zu einem Etappenziel mit besonderer Aussicht. Über den Baumwipfeln tauchten aus dem Dunst Hochhäuser auf, die Skyline der Mainmetropole. Eine Hütte animierte zur Aufstellung eines Gruppenfotos, denn schutzbedürftig waren wir heute nicht. Ein weiterer Punkt rückte die Hänge der höheren Taunusberge in das Blickfeld. Diese Aussichten musste Mann oder Frau gesehen haben. Nach den vielen Abwärtsbewegungen schwante es auch dem letzten, dass die verlorene Höhe nun wieder erstiegen werden musste. Von einer Wegekreuzung aus wurde sozusagen in einem Rutsch der Kammweg wieder erklommen. Auf der Höhe wurde die Gruppe von der Sonne begrüßt. Im Licht der Sonnenstrahlen und mit der Zufriedenheit über die vollbrachte Steigleistung wirkte dieser Forstabschnitt besonders erhebend. Über ein paar „Bodenwellen“ erreichten die Wanderer wieder den Startplatz und liefen gleich weiter zu dem Zentrum der Bahai. Die Wandergruppe wurde freundlich aufgenommen und selbstverständlich über die Religionsgemeinschaft informiert. Ein Gang um und in das architektonisch bemerkenswerte Haus der Andacht vervollständigte einen ersten Eindruck. Dieser außergewöhnliche Höhepunkt wird wohl allen Teilnehmern in schöner Erinnerung bleiben.
Nach dem Augenschmaus und der geistigen Nahrung gelüstete es die Teilnehmer nach profaner leiblicher Kost. In Wildsachsen in der Alten Rose war heute Schnitzeltag und es gab auch kroatische Spezialitäten. Als schließlich auch der Gaumen zufrieden gestellt war, blieb dem Wanderführer nur noch, den heutigen Ausrichtern der Touren, Uschi und Hans Jürgen, ganz herzlich für ein außergewöhnliches Wandererlebnis zu danken, was mit heftigem Klatschen die Zustimmung aller Anwesenden signalisierte.
Im Februar gibt es am Donnerstag, dem 26. wieder eine Wanderung in einem Hohensteiner Ortsteil und zwar vom Parkplatz auf dem Noll bei Born aus. Bei Interesse kann um 14:00 Uhr wieder auf zwei unterschiedlich langen Wegstrecken gewandert werden. Ein Etappenziel für beide Gruppen ist ein Naturdenkmal mit dem Namen Bismarck-Eiche. Zum Abschluss bietet ein Team des GSV Born den Wandersleuten eine gemütliche Schlussrast und die Ergänzung verlorener Kalorien an.
Interessierte an Wanderungen in netter Gesellschaft können Informationen auf der Homepage des Hohensteiner Wanderkreises
www.hohensteiner-wanderkreis.jimdo.com einsehen. Fotos vermitteln einen Eindruck von den Wanderungen. Dabei sein lässt außerdem das gute Gemeinschaftsgefühl spüren. Auskünfte zum offenen Wanderkreis erteilt auch Horst Bernstein (06124/12357).