Bürgermeister Jörg Haseneier: „Eine verbandsfreie Stadt in Rheinland-Pfalz zu sein, ist etwas Besonderes. Man ist flexibler und selbstbestimmender“.
Der Erste Kreisbeigeordnete Wolfgang Spitz, der in Vertretung des Landrats anwesend war: „Boppard ist die Perle am Rhein, die einzelnen Ortsgemeinden sind die Juwelen darum“.
Chronist Werner Stoffel, der vor 50 Jahren im Gemeinderat tätig war, berichtete eindrucksvoll, was damals in den einzelnen Gemeinderäten los war, als man die Entscheidungen traf.
Weit über 100 geladene Gäste verweilten in der Stadthalle.
Für einen eindrucksvollen musikalischen Rahmen sorgte das Jugendblasorchester Boppard-Bad Salzig, am Ende der Veranstaltung mit der Nationalhymne.
(E. F.) 2025 jährte sich der historische Zusammenschluss der Gemeinden zur verbandsfreien Stadt Boppard zum fünfzigsten Mal, am Freitag blickte man im Rahmen eines Neujahrsempfangs zunächst zurück. Die gemeinsame Entwicklung der Stadt, die erfolgreiche Stadtgeschichte und der Zusammenhalt waren Themen eines durchweg positiven Rückblicks. Aber auch der Schritt nach vorne wurde gewagt. Ausblicke auf kommende Projekte und Herausforderungen, die Boppard weiter prägen werden und sollen, standen im Fokus. Boppard ist eine lebenswerte und schöne Stadt, die attraktive Arbeitsmöglichkeiten bietet, aber auch ein Magnet für Touristen ist. Das alles gilt es zu festigen und auszubauen, der Weg dahin ist gut.
Weiter nach vorn
In den 1960er Jahren wurde aufgrund der Kommunalreform des Landes 1969 der Landkreis St. Goar aufgelöst und Boppard dem Rhein-Hunsrück-Kreis zugeordnet. Weiterhin fand eine Neugliederung auf Gemeindeebene statt. Für die Stadt Boppard bedeutete dies, dass sie seit dem 28.07.1970 mit den Gemeinden Bad Salzig, Buchholz, Herschwiesen, Hirzenach, Holzfeld, Oppenhausen, Rheinbay, Udenhausen und Weiler eine Verbandsgemeinde bildete. Bereits 1970 kam die Idee auf, Boppard mit den anderen Gemeinden zu einer verbandsfreien Stadt umzustrukturieren.
Dies sollte die Verwaltung vereinfachen und wäre mit einer Prämie von 12 Mio. DM durch das Land gefördert worden. Acht Gemeinden konnten mit dem Versprechen, dieses Geld insbesondere in die Ortsgemeinden außerhalb Boppards zu investieren, dazu bewogen werden, der Idee zuzustimmen.
Bad Salzig wollte nur zustimmen, wenn die zukünftige Gemeinde Boppard-Bad Salzig hieße, Oppenhausen lehnte den Vorschlag ganz ab. Da in den zustimmenden Ortsgemeinden mehr als zwei Drittel der Einwohner der Verbandsgemeinde wohnten und der Verbandsgemeinderat ebenfalls für die verbandsfreie Gemeinde stimmte, konnte der Minister des Inneren durch Rechtsverordnung die Verbandsgemeinde zunächst in eine verbandsfreie Gemeinde umwandeln. Zum 31.12.1975 wurde dies offiziell umgesetzt, die neugebildete Gemeinde erhielt den Namen „Boppard“.
Gemeinsam viel erreicht
Dies veranlasste damals die Ortsgemeinde Bad Salzig, noch am Tag der Neubildung das Verfassungsgericht des Landes anzurufen. Beantragt wurde, die Rechtsverordnung des Innenministeriums aufzuheben. Das Gericht jedoch wies den Antrag mit Urteil vom 08.05.1977 zurück. Da durch die Rechtsverordnung die alte Stadt Boppard aufgelöst wurde, erlosch damit auch das Stadtrecht.
Nach einem Antrag bei der damaligen Landesregierung wurde am 10.07.1976 Boppard das Stadtrecht erneut verliehen. Gemeinsam hat man in diesen 50 Jahren viel erreicht, wenn es auch noch immer Zweifler an der verbandsfreien Stadt Boppard gibt.