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Adenauer Nachrichten
Ausgabe 10/2026
Fairtrade
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Fairtrade

Am Aschermittwoch war wieder alles vorbei, und die Fastenzeit begann. In früheren Zeiten waren die Lebensmittelvorräte im Spätwinter weitgehend erschöpft, und da lag es nahe, aus der Not eine Tugend zu machen und zu fasten, wenn eh kaum noch etwas da war. Dass Fasten natürlich viel mehr ist als der Verzicht auf etwas, zeigt ein Blick auf die große Bedeutung des Fastens auch in anderen Weltreligionen: der muslimische Ramadan (der 2026 zufällig am Aschermittwoch anfing), buddhistische Fastenübungen und vielleicht sogar, in seiner verweltlichten Form, der Dry January.

Dank internationaler Handelsbeziehungen und technologischer Fortschritte herrscht heute in der gegenwärtigen Jahreszeit kein Mangel mehr an Lebensmitteln, doch es bleibt ein Mangel an Gerechtigkeit. Glaubt man den Verbandsvertretern, wird es offenbar immer schwerer für Landwirte und Winzer bei uns, qualitativ hochwertige Produkte zu Preisen anzubieten, die für Erzeuger und Verbraucher fair sind. Das gilt erst recht für Bauern im globalen Süden, die oft schutzlos einem gnadenlos ausbeuterischen Weltmarkt ausgeliefert sind und am Existenzminimum nagen.

Böte da nicht die Fastenzeit einen passenden Anlass zum Überdenken des eigenen Konsumverhaltens? Mehr Qualität durch biologische Landwirtschaft statt Massenware aus Agrarfabriken? Mehr fair gehandelte Lebensmittel statt Geiz-ist-geil-Mentalität? Konkreter: Ist es nicht eine Überlegung wert, eine Tafel zwar teurere, aber fair produzierte Schokolade zu genießen, statt gedankenlos zwei Tafeln Billigschokolade zu verschlingen? Das würde Bauern im globalen Süden auskömmliche Lebensbedingungen sichern und ihren Kindern den Schulbesuch erlauben, und der eigenen Figur täte es auch gut! Bei einem aufmerksamen Gang durch unsere Supermärkte würde sich mancher wundern, wie viele fair gehandelte Erzeugnisse schon angeboten werden und in wie vielen Produkten faire Zutaten stecken.

Fair gehandelte Produkte gibt es in Adenau in allen Supermärkten (Aldi, Edeka, Lidl, Netto, Rewe). Außerdem werden Fair-Trade-Produkte im Foyer der Verbandsgemeinde angeboten. Fair-Trade-Produkte können Sie im Geschäft an folgenden Siegeln erkennen:

Fairtrade ist das wichtigste und häufigste Siegel für fair gehandelte Produkte.

Gepa fair + Das Siegel garantiert, dass im Vergleich zu Fairtrade noch strengere ökonomische und ökologische Regeln eingehalten werden müssen.

UTZ/Rainforest Alliance: Die Kriterien sind bei Weitem nicht so streng wie bei Gepa fair + und Fairtrade, aber immer noch besser als gar keine.

(Es gibt auch noch weitere Siegel, die aber nicht so häufig verwendet werden.)

Weitere Informationen zum Thema Fair Trade erhalten Sie beim Generationenbüro der Verbandsgemeinde Adenau, im Internet unter fairtrade-deutschland.de und Youtube.

Bernhard J. Müller

Aufruf an alle Schulen, Vereine, Gastronomiebetriebe und den örtlichen Einzelhandel: Bitte melden Sie sich bei uns, wenn Sie Fair-Trade-Produkte anbieten. Wir werden dann bei passender Gelegenheit darauf hinweisen.