Taufe eines neuen Mitglieds.
REIFFERSCHEID. Das Maibaumaufstellen ist regionaler Brauch, wird vielerorts noch gerne gepflegt, so auch in Reifferscheid. 28 Mitglieder hat der Junggesellenverein Reifferscheid, der am Vormittag des Feiertages einen etwa 37 m langen Baum errichtet hat. Ein Prachtexemplar in den Traditionsfarben der Höhengemeinde, in Blau und Weiß.
Der Baum wurde in altbewährter Weise errichtet, mit den so genannten "Micken". Das ist schwere Arbeit, allein der Transport des Baumes setzt bereits Erfahrung und Umsicht voraus. Frühmorgens wurde der bereits geschlagene Baum unter Beachtung sämtlicher Vorschriften auf einem Langholzwagen aus dem Bereich Leimbach nach Reifferscheid transportiert. Zur Stärkung gab' sein Frühstück in Adenau, dann ging es über Honerath nach Reifferscheid, zum Platz unterhalb der Kirche. Zum Brauch gehört, dass die Junggesellen vor Reifferscheid auf den liegenden Baum steigen und in den Ort "reiten". Hierbei erschallen typische Lieder, die Bevölkerung weiß dann, dass der Baum angekommen ist.
Mit reiner Muskelkraft wird der in einem Schacht eingelassene Baum dann mittels der Micken Stück für Stück in die endgültige Position gebracht. Mehrere Mickenpaare werden dabei eingesetzt, ein so genannter "Brülles" gibt im Kommandoton die Bewegungsrichtung vor, wie es sich gehört "op Reiwesch Platt". Zahlreiche Schaulustige verfolgten das Geschehen. Beifall,
als alles geschafft war. Die Teilnehmer singen Traditionslieder zu Akkordeonmusik, erst jetzt darf das erste Bier getrunken werden.
Im weiteren Verlauf werden jeweils die "Frischlinge" getauft, das sind Bewerber, die gerne zum Kreis der Junggesellen gehören möchten. Sie müssen allerlei Prozeduren über sich ergehen lassen, unter lautstarken Rufen der Zuschauer ... Dann sind sie Mitglieder mit allen Rechten und Pflichten und machen bei den weiteren Aktionen des Junggesellenvereins mit.
[Text: Werner Dreschers]