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Adenauer Nachrichten
Ausgabe 29/2026
Aus dem Kreis
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70 Einsatzkräfte üben Gefahrstoffeinsatz in Ringen

Jahresübung beim Gefahrstoffzug Landkreis Ahrweiler

GRAFSCHAFT. Der Gefahrstoffzug des Landkreises Ahrweiler ist die Facheinheit der Feuerwehr für Einsätze mit gefährlichen Stoffen. Seine fünf Teileinheiten in Ahrbrück, Altenahr, Ahrweiler, Burgbrohl und Oberwinter rücken im Ernstfall gemeinsam aus und arbeiten unter einer einheitlichen Führung. Damit dies auch im Ernstfall reibungslos funktioniert, müssen solche Szenarien regelmäßig, realitätsnah und mit allen Beteiligten gleichzeitig vor Ort beübt werden.

Am Samstag, dem 13.06.2026, fand eine solche Übung auf einem Werksgelände im Gewerbegebiet Ringen statt. Das vorbereitete Szenario: Bei Umfüllarbeiten komme es zu einer Leckage an einem Behälter mit Lauge, einer ätzenden Flüssigkeit, wie sie in industriellen Prozessen regelmäßig verwendet wird. Ein Mitarbeiter im Szenario verletzte sich dabei.

An der Übung nahmen 70 Einsatzkräfte teil, darunter die örtliche Feuerwehr Grafschaft, alle fünf Teileinheiten des Gefahrstoffzuges sowie die Drohneneinheit aus Bad Bodendorf und die Technische Einsatzleitung des Landkreises Ahrweiler. Gemäß der Alarm- und Ausrückeordnung wurden die Einheiten zunächst in einem Bereitstellungsraum gesammelt und von dort in den Einsatz gebracht.

Die Feuerwehr Grafschaft traf als erste am Objekt ein und rettete den vermeintlich verletzten Mitarbeiter zügig. Anschließend gingen die Spezialkräfte des Gefahrstoffzuges mit Chemikalienschutzanzügen, Messtechnik und schwerem Gerät vor, um die Ausbreitung des Stoffes zu verhindern, den beschädigten Behälter abzudichten und die Flüssigkeit umzupumpen. Parallel zu den Maßnahmen flog die Drohneneinheit über das Gelände, um die Einsatzleitung mit Luftbildern der Lage zu versorgen. Die Technische Einsatzleitung, eine mobile Führungsstelle, die bei größeren Lagen den Gesamtüberblick hält, unterstützte das Zusammenspiel aller Kräfte.

Neben dem technischen Einsatzablauf stand die Führungsarbeit im Mittelpunkt: Weitergabe von Informationen, Entscheidungswege und die Koordination der Einheiten. Im realen Gefahrstoffeinsatz entscheiden diese Faktoren darüber, wie schnell eine Lage unter Kontrolle gebracht werden kann.

Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Frank Linnarz zog ein positives Fazit und dankte allen beteiligten Einheiten für ihr Engagement. Seinen besonderen Dank richtete er an das Organisationsteam, das eine Übung in diesem Umfang erst möglich gemacht hat.