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Adenauer Nachrichten
Ausgabe 33/2026
Öffentliche Bekanntmachungen
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Gemeinsam Verantwortung für Wald und Flur in Herschbroich

Liebe Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer,

liebe Bürgerinnen und Bürger von Herschbroich,

das Jagdrevier Herschbroich ist für uns weit mehr als ein Gebiet, in dem gejagt wird. Es ist ein Stück Heimat, ein wertvoller Lebensraum für Wildtiere, ein wichtiger Wirtschaftsraum für die Waldbesitzer und zugleich ein Ort der Erholung für viele Menschen.

Gerade deshalb möchten wir Ihnen offen erläutern, wie wir unsere Aufgabe als Jagdausübungsberechtigte verstehen und welchen Weg wir für die Zukunft unseres Reviers verfolgen.

Uns ist bewusst, dass viele Waldbesitzer mit Sorge auf Verbiss- und Schälschäden an jungen Bäumen blicken. Wer Zeit, Geld und Herzblut in seinen Wald investiert, möchte sehen, dass sich junge Bestände gesund entwickeln können. Dieses Anliegen verstehen wir sehr gut und nehmen es ernst.

Gleichzeitig erleben wir täglich, dass die Zusammenhänge im Revier oft komplexer sind, als sie auf den ersten Blick erscheinen. Wald, Wild, Landwirtschaft, Erholungssuchende, Tourismus und Jagd beeinflussen sich gegenseitig. Dauerhafte Lösungen entstehen deshalb nur dann, wenn man das gesamte System betrachtet.

Deshalb investieren wir seit Jahren viel Zeit, Arbeit und finanzielle Mittel in die Verbesserung des Lebensraums. Wir legen Äsungsflächen an, schaffen Ruhezonen und lenken das Wild gezielt in Bereiche, in denen möglichst keine Schäden entstehen. Jede Mahlzeit, die Rot- oder Rehwild auf einer unserer Wildwiesen aufnimmt, muss nicht an jungen Bäumen gesucht werden. Das ist praktischer Naturschutz und gelebte Revierpflege.

Gleichzeitig konzentrieren wir unsere jagdlichen Maßnahmen dort, wo junge Waldbestände besonders geschützt werden müssen. Auf Verjüngungsflächen und in empfindlichen Bereichen wird gezielt und konsequent gejagt. Dort, wo der Wald Schutz braucht, handeln wir.

Wir möchten auch offen ansprechen, dass sich das Verhalten des Wildes in den vergangenen Jahren deutlich verändert hat. Viele Menschen beobachten selbst, wie stark die Freizeitnutzung der Natur zugenommen hat. Wanderer, Mountainbiker und insbesondere elektrisch betriebene Motocross-Maschinen sorgen vielerorts für eine dauerhafte Unruhe im Revier.

Das Wild reagiert darauf, wie jedes andere Lebewesen auch: Es sucht Sicherheit. Es zieht sich tagsüber in dichte Jungbestände zurück und wird überwiegend nachts aktiv. Genau dort entstehen dann häufig die Schäden, die wir alle vermeiden möchten.

Diese Entwicklung erschwert gleichzeitig die notwendige Bejagung, denn Reh- und Rotwild dürfen per Gesetz und aus gutem Grund nur bei Tageslicht bejagt werden.

Wir vertreten ausdrücklich die Auffassung, dass der Wildbestand im Revier Herschbroich weiter angepasst werden sollte. Dazu sind wir bereit und das entspricht auch unserer eigenen Zielsetzung.

Für uns kommen dabei jedoch ausschließlich legale und waidgerechte Maßnahmen infrage. Genau hier liegt aktuell eine der größten Herausforderungen.

Eine erfolgreiche Bejagung ist nur dann möglich, wenn Wild auch sichtbar und unter vertretbaren Bedingungen ansprechbar ist.

Aus diesem Grund bitten wir um Verständnis dafür, dass eine nachhaltige Lösung nicht allein durch mehr Jagd erreicht werden kann. Ebenso wichtig sind Ruhe im Lebensraum, Rücksichtnahme und ein gemeinsames Verständnis für die Zusammenhänge im Revier.

Ein wichtiger Baustein wird deshalb auch die für Anfang Dezember geplante Drückjagd sein. Mit erfahrenen Hundeführern, verantwortungsvollen Schützen und unter tierschutzgerechten Bedingungen wollen wir den Wildbestand weiter anpassen und damit einen konkreten Beitrag zum Schutz des Waldes leisten.

Wir verstehen uns nicht als Verwalter eines Jagdscheins, sondern als langfristige Partner der Grundeigentümer und der Gemeinde. Unser Anliegen ist ein Revier, in dem Wald und Wild gleichermaßen eine Zukunft haben.

Dafür bitten wir um Ihr Vertrauen, um Ihr Verständnis und um Ihre Unterstützung.

Nur gemeinsam können wir erreichen, dass Herschbroich auch künftig ein lebenswerter Ort bleibt: für die Menschen, für den Wald und für das Wild.

Mit freundlichen Grüßen
Die Jäger des gemeinschaftlichen Jagdbezirks Herschbroich
Christian Raschentz
Günther Piff
Daniel Bastian