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Wittinger Stadtbote
Ausgabe 10/2024
Aus dem Rathaus wird berichtet
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Aus dem Rathaus wird berichtet

Am 20. September 2024 wurde der Stadt Wittingen offiziell das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ verliehen. Mit dieser Auszeichnung würdigt der Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V. die erfolgreiche Verabschiedung eines umfassenden Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention auf kommunaler Ebene. Der Aktionsplan, der am 04. Juli 2024 durch den Rat der Stadt verabschiedet wurde, definiert klare Ziele und Maßnahmen, um die Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen in Wittingen nachhaltig zu verbessern.

„Die Auszeichnung „Kinderfreundliche Kommune“ zu erhalten, bedeutet nicht nur eine Anerkennung für die bisherigen Bemühungen, sondern stellt auch einen Arbeitsauftrag für die Zukunft dar. Wir alle – als Gemeinschaft und jeder von uns ganz persönlich – verpflichten uns, die Bedürfnisse und Rechte von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt unseres kommunalen Handelns zu stellen und ihre Rechte ernst zu nehmen“, betont Bürgermeister Andreas Ritter in seiner Rede.

Ein wichtiger Meilenstein war die Erarbeitung des Aktionsplans, an dem viele Beteiligte, darunter auch Kinder und Jugendliche, aktiv mitgewirkt haben. Der Aktionsplan, in dem konkrete Ziele und Maßnahmen beschrieben sind, konzentriert sich auf vier Hauptschwerpunkte:

  1. Vorrang des Kindeswohls: Die Stadt setzt sich aktiv für die Umsetzung der Kinderrechte ein, unter anderem durch die Verbesserung von Spielflächen und die kontinuierliche Durchführung von Programmen zur Gewaltprävention und Streitschlichtung an Schulen.

  2. Kinderfreundliche Rahmenbedingungen: Geplant ist unter anderem die Verbesserung der Raumsituation für die Jugendarbeit sowie die systematische Prüfung aller Beschlussvorlagen auf die Berücksichtigung von Kinder- und Jugendinteressen.

  3. Beteiligung von Kindern und Jugendlichen: Kinder und Jugendliche sollen stärker in Entscheidungsprozesse eingebunden werden. So wird es jährlich eine Kinder- und Jugendkonferenz geben, bei der aktuelle Themen diskutiert werden. Zudem wird der Ausschuss für Kinder, Jugend, Senioren und Integration um einen Kinder- und Jugendvertreterin erweitert.

  4. Informationsweitergabe von Kinderrechten: Die Stadt möchte sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche über ihre Rechte und Beteiligungsmöglichkeiten informiert sind. Geplant sind unter anderem ein Informationstag „Schule im Rathaus“ sowie die Erstellung eines „Kinderrechte-Koffers“, der in Kindergärten und Schulen eingesetzt wird.

Gemeinsam mit dem Rat der Stadt Wittingen, der Verwaltung und Kindern und Jugendlichen wird aktiv an diesen Maßnahmen gearbeitet werden.

Dominik Bär, Geschäftsführer des Vereins Kinderfreundliche Kommunen e.V., gratulierte der Stadt Wittingen zu dieser Auszeichnung: „Wittingen hat bedeutende Schritte unternommen, um die Rechte von Kindern und Jugendlichen auf kommunaler Ebene zu stärken. Jetzt geht es darum, den Aktionsplan erfolgreich umzusetzen und weiter an einer kinderfreundlichen Umgebung zu arbeiten.“

Besonders hervorgehoben wurde der geplante Schritt, städtische Beschlussvorlagen innerhalb der Stadtverwaltung vor deren Freigabe dahingehend zu prüfen, ob sie Kinder- und Jugendinteressen berücksichtigen. Auch die Erweiterung des Fachausschusses für Kinder, Jugend, Senioren und Integration um eine*n Kinder- und Jugendvertreter*in, die auf der neu geplanten jährlich stattfindenden Kinder- und Jugendkonferenz gewählt wird, ist ein wichtiger Schritt, den Kindern und Jugendlichen eine Stimme zu geben.

Der Weg zur „Kinderfreundlichen Kommune“ begann für Wittingen bereits im Jahr 2020 mit dem Ratsbeschluss, am Programm „Kinderfreundliche Kommunen“ teilzunehmen. Seitdem wurden umfassende Bestandsaufnahmen durchgeführt, Beteiligungsverfahren organisiert und konkrete Maßnahmen entwickelt. Diese sollen in den nächsten drei Jahren konsequent umgesetzt werden.

Die Auszeichnung „Kinderfreundliche Kommune“ ist zunächst für 3Jahre gültig. Danach wird überprüft, ob die vereinbarten Ziele erreicht wurden und das Siegel verlängert werden kann. Bis dahin bleibt Wittingen gefordert, die gesetzten Maßnahmen erfolgreich umzusetzen und dabei den Austausch mit den Kindern und Jugendlichen weiter zu fördern.

Die Stadt Wittingen hat es sich zum Ziel gesetzt, eine lebenswerte Umgebung für alle jungen Menschen zu schaffen. Mit dem Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ ist ein großer Schritt in diese Richtung gemacht. Nun gilt es, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen und Wittingen nachhaltig kinderfreundlich zu gestalten. Zum Abschluss appellierte Bürgermeister Ritter nochmals an alle Kinder und Jugendlichen „Bringt euch aktiv ein. Habt Ihr Ideen oder Anregungen, wie wir unsere Stadt noch kinderfreundlicher gestalten können, dann zögert nicht, diese mit uns zu teilen. Ihr könnt euch gern an Frau Helene Rausch, die Koordinatorin des Programms, unter h.rausch@wittingen.eu wenden.“

Die Übergabe des Siegels war in ein großes Kinderrechtefest im Rahmen des Weltkindertages eingebettet. Weit über 300 Kinder haben sich an einer Kinderrechterallye beteiligt und so eine Vielzahl an Kinderrechten spielerisch kennengelernt. Die KfK-Jugendgruppe hat mit Unterstützung der Jugendförderung und Vereinen und Verbänden aus dem Stadtgebiet einen großartigen Nachmittag organisiert.

Fotos: Lennart Jördens