v. l. Axel Obst, Sascha Maurice Schulz, Sonja Kirch, David Skiba, Michael Freise
Das neue, vollständig durch Spenden finanzierte Wunschmomente-Fahrzeug bringt spürbare Verbesserungen mit sich: Erstmals ermöglichen seitliche Fenster den Fahrgästen den Blick nach draußen. Auch das Design hebt sich bewusst von klassischen Rettungswagen ab–ein wichtiger Aspekt, da viele Fahrgäste die damit verbundene Aufmerksamkeit als unangenehm empfanden. Praktische Funktionen wie die Mitnahme eines eigenen Rollstuhls sowie eine integrierte Soundanlage sorgen zusätzlich für Komfort und Individualität.
Seit 2017 erfüllt das Projekt „Wunschmomente“ schwerstkranken Menschen in palliativen Lebenssituationen letzte Herzenswünsche und schafft unvergessliche Erinnerungen. Initiiert wurde es von Philipp Michel und David Skiba in enger Zusammenarbeit mit dem Vorstand, vertreten durch Sandro Pietrantoni. Heute konnte das Team bereits 35 Fahrten realisieren–jede mit einer ganz persönlichen Geschichte. Viele weitere Anfragen erreichen die Ehrenamtlichen regelmäßig, auch wenn nicht alle umgesetzt werden können, etwa aufgrund eines sich verschlechternden Gesundheitszustands.
Die Wünsche sind so vielfältig wie die Menschen selbst: Häufig führen die Fahrten ans Steinhuder Meer oder an die Ostsee, andere wünschen sich den Besuch eines Fußballspiels, einer Hochzeit oder einfach gemeinsame Zeit mit der Familie. Auch Ausflüge ins Miniatur Wunderland oder in den Zoo wurden bereits ermöglicht. „Wir versuchen, nahezu jeden Wunsch innerhalb Deutschlands zu erfüllen“, so das Team.
Besonders bewegend war für Sonja Kirch die Fahrt eines jungen Mannes, der noch nie das Meer gesehen hatte. Der Ausflug an die Ostsee wurde für ihn zum schönsten Tag seines Lebens.
Während der Fahrten entstehen oft intensive Gespräche, in denen die Fahrgäste aus ihrem Leben erzählen. Gleichzeitig achten die Ehrenamtlichen darauf, Raum für Ruhe und individuelle Bedürfnisse zu lassen.
Ein bedeutender Meilenstein ist das neue Spezialfahrzeug: Die Planungen begannen im Januar 2025, nach rund eineinhalb Jahren wurde es in Betrieb genommen. Das Fahrzeug erfüllt alle medizinischen Anforderungen. Dazu gehören sowohl der liegende und sitzende Transport als auch die medizinische Versorgung, etwa mit Sauerstoff.
Für das 13-köpfige ehrenamtliche Team ist das Fahrzeug mehr als nur Technik. „Nach neun Jahren ist das ein besonderer Moment für uns“, sagt David Skiba. „Es hilft uns, unserem Auftrag noch besser gerecht zu werden.“
Das Projekt finanziert sich ausschließlich über Spenden. Unterstützung ist weiterhin notwendig. Interessierte können sich per E-Mail an ehrenamt@drk-gifhorn.de wenden.
Dort sowie telefonisch unter 05371 804880 stehen die Ehrenamtskoordinatorinnen Rabea Farkas und Mehtap Bollweg für Rückfragen und Anfragen zu Wunschfahrten zur Verfügung.