Titel Logo
Wittinger Stadtbote
Ausgabe 6/2026
Aus der Stadtbücherei Wittingen
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Aus der Stadtbücherei Wittingen

 

Nach fünf Jahren, in denen sie weder persönlich noch anderweitig Kontakt zueinander hatten, treffen sich die Schwestern Emma und Agathe Delorme im Haus der inzwischen verstorbenen Großmutter im französischen Baskenland wieder, um dort gemeinsam eine Sommerwoche zu verbringen.

Die Autorin Virginie Grimaldie beschreibt in diesem Roman auf zwei wechselnden Zeitebenen, dem Gestern und dem Heute, das Leben der beiden so unterschiedlichen Schwestern und ihrer Familie. Sie beleuchtet dabei vor allem, wie familiäre Strukturen sich entwickeln, ein Leben lang wirken und was sie für jeden einzelnen bedeuten. Der Roman ist abwechselnd aus der Sicht von Emma und ihrer fünf Jahre jüngeren Schwester Agathe erzählt, die das Familienleben in kurzen Reflektionen vor uns ausrollt.

Wir spüren die Verbundenheit der Mädchen besonders dann, wenn die Geborgenheit der Familie durch diverse Ereignisse verloren geht, wenn Vertrauen in seinen Grundfesten erschüttert wird. Und wir erfahren, dass es insbesondere die Großmutter ist und die bei ihr verbrachten Sommer, die den beiden ein Stück weit den nötigen Halt zurückgeben. Somit ist es nicht verwunderlich, dass sich Emma und Agathe nach einer längeren Funkstille am Ort der unbeschwerten Kindheitstage wiedertreffen, um sich einander wieder anzunähern, sich gemeinsam zu erinnern und die Besonderheit geschwisterlicher Beziehungen zu erkennen.

Virginie Grimaldi hat mit diesem Buch einen wunderbar leichten, emotionalen Sommerroman geschrieben, der nie ins Seichte abgleitet und der trotz wechselnder Perspektiven und Zeitebenen jederzeit gut zu lesen ist. Mir hat es Spaß gemacht, das Leben der Schwestern Delorme zu begleiten.