Thorben stickt die Skyline von Tangermünde
Arthur im Turmuhrenmuseum Seehausen
Harzreise - Besuch der Heimkehle
Helen und Sophie beim Schiffsausflug
Tangermünder Burgfest - Martha und Johann zeigen altes Handwerk (Waschweibdiplom) an den Putinnen
Vorlesetag - Romy, Jasmin und Hannah spielen Akkordeon
(Ein Bericht von Petra Hoffmann)
Das Jahr 2025 war für die Tangermünder Stadtführerkinder und Jungen Stadtführer sehr erlebnis- und lehrreich. Vielfältig war ihr Programm: Gleich zu Beginn des Jahres stickten sie unter Anleitung von Marie Leutloff die Skyline von Tangermünde.
Einige Wochen später ließen sie sich vom Tangermünder Uhr-Menschen Volker Schulz die Uhren der Stephanskirche zeigen und erklären und erklommen mit ihm den Kirchturm. Kurz vor Ostern entdeckten sie im und um das Elbeland-Museum in Buch die Flora und Fauna unserer Heimat entlang der Elbe. Mit viel Fleiß und Freude am Lernen eigneten sie sich umfangreiches Wissen über die Geschichte der Stephanskirche an und führten zahlreiche Gäste durch das beeindruckende Gotteshaus. Auch ihre Stadtführung – von den Kleinen in Lied- und Reimform vorgetragen – wurde fleißig geübt. Mehrere Gruppen, so die ehemalige Studiengruppe ihrer Lehrerin Frau Müller, aber auch die ehemaligen Mitschüler ihrer Leiterin Frau Hoffmann, führten sie auf lustige und unterhaltsame Weise durch ihre Stadt. Die Jungen Stadtführer entwickelten gemeinsam ein neues Lehrbuch für die Vermittlung von Wissen für Führungen auf dem Neustädter Tor. Nun heißt es, diese Führungen regelmäßig durchzuführen, damit das angeeignete Wissen nicht vergessen wird. Beim Grete-Minde-Fest im Mai boten sie für Kinder altes Handwerk an. Man konnte bei ihnen Kerzen ziehen und Seile drehen. Außer dann, wenn Feueralarm gegeben wurde. Dann flitzten sie zu den Pumpen am Rathaus und rannten mit den gefüllten Wassereimern zur Feuerschale, um den „Brand“ rasch zu löschen und Tangermünde vor der Katastrophe zu retten.
Der alljährliche Ausflug zum Schuljahresende führte sie nach Seehausen ins Turmuhrenmuseum und anschließend bis hoch auf den Turm der St. Petrikirche in die Türmerwohnung. Eine entspannte Fahrt auf der Elbe mit der Reederei Kaiser bildete den Auftakt des neuen Schuljahres.
Auf einem abenteuerlichen Tagesausflug in den Harz lernten sie die Welt unter Tage kennen: das Bergwerk Wettelrode und die Höhlen der Heimkehle. Rechtzeitig zum Tangermünder Burgfest wurde endlich ihre Ausstellung über das Leben und Wirken von Kaiser Karl IV. im Burgmuseum wieder eingerichtet. Sie wurde von den Stadtführerkindern und Jungen Stadtführern für Kinder entwickelt, ist aber auch bei den erwachsenen Gästen sehr beliebt. Nun hoffen sie, dass sie dauerhaft in der Diele des Burgmuseums bleibt, damit sie auch dort die Gäste wieder führen können.
Die Fahrt zur Apenburg am ersten Sonntag im September ist inzwischen zur geliebten Tradition geworden. Der Stadtführernachwuchs ist dort nicht nur auf den Spuren von Grete Minde unterwegs, die dort war, als 1617 der verheerende Stadtbrand in Tangermünde wütete, sondern freuen sich stets auf das tolle Kinder-Ritterfest und die abschließende Theateraufführung im Burghof. Am darauffolgenden September-Wochenende waren sie selbst Gastgeber auf dem Tangermünder Burgfest. An und in den Putinnen boten sie ein abwechslungsreiches Programm mit zahlreichen alten Handwerkstechniken und sogar Kino im Turm.
Im November wurde es ernst: Im Rahmen der Gedenkfeier zur Reichspogromnacht wurden weitere vier Stolpersteine verlegt. Der Stadtführer-Nachwuchs gestaltete die Veranstaltung aktiv mit und freute sich darüber, dass zu diesem Anlass Conitzer-Nachfahren anreisten. Die Musikbeiträge der Flötengruppe und das stimmungsvolle Konzert der Musikgruppe der Stephans-Gemeinde verliehen der Veranstaltung einen würdevollen Rahmen.
Zum alljährlichen Vorlesetag am dritten Freitag im November begrüßten sie etwa 100 Gäste im Grete-Minde-Saal, denen sie ihr Buch „Moritz im Neustädter Tor“ vorlasen. Bei dieser Veranstaltung sorgten die Akkordeon- und Flötenspieler aus den Reihen der Stadtführergruppen für die musikalische Umrahmung. Bei eisigen Temperaturen Ende November kamen sie mit zahlreichen fleißigen Helfern beim Arbeitseinsatz auf dem jüdischen Friedhof mächtig ins Schwitzen. Viele Hände – schnelles Ende. In Windeseile war das historische Ensemble wieder in einem aufgeräumten und gepflegten Zustand. Vielen Dank! Die Adventszeit läutet stets die gemeinsame Weihnachtsfeier mit Spielen und Stockbrotbacken ein. Aber zuvor werden stets die Nackte und ihre Pinguine warm angezogen. Beim Tangermünder Weihnachtsmarkt sorgte der Stadtführernachwuchs mit seinen Eltern für eine besinnliche Stimmung in und an den Putinnen und versorgte viele Leute mit leckeren Gingerbread-Männern. Zum Abschluss des Jahres lernten sie das Kloster Jerichow einmal ganz anders kennen: Auf einer abenteuerlichen Führung in völliger Dunkelheit, nur im Schein der Taschenlampen entdeckten sie Details, auf die man im Hellen niemals aufmerksam geworden wären.
Doch an einem der letzten Tage des Jahres erreichte sie eine sehr traurige Nachricht: Die jahrelange Betreuerin der Stadtführerkinder, Kerstin Göllnitz, die so oft es ging die Schultasche zu den Putinnen gefahren und überall emsig geholfen hatte, war unerwartet gestorben. Sie fehlt allen sehr und das wird noch lange so bleiben. Sie lässt sich nicht so einfach ersetzen.
Trotzdem schauen die Stadtführerkinder und Jungen Stadtführer voller Freude auf ein ganz besonderes Jahr: 2026 werden sie das 25-jährige Bestehen der Stadtführergruppen feiern mit zahlreichen schönen Veranstaltungen.