Olympiasieger Walter Meyer (3. v. l.) im Jahr 1932
Das Mädchen mit den Goldhaaren
(Ein Bericht von Petra Hoffmann)
In diesem Jahr hätte die Tangermünder Zuckerraffinerie ihr 200-jähriges Jubiläum gefeiert. Aus diesem Anlass arbeitet Dr. Malte Herwig, der Enkel von Walter Meyer - letzter technischer Direktor der Zuckerraffinerie - die Geschichte seiner Familie auf. Mit Stolz schaut nicht nur er, sondern so mancher Tangermünder (insbesondere der Ruderclub) auf die Erfolge von Walter Meyer. Er holte im Jahre 1932 im Vierer olympisches Gold für Deutschland. Doch sein Leben endete auf tragische Weise.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der „Kapitalist“ Walter Meyer gefangen genommen und fand in einem sowjetischen Internierungslager den Tod. Vor einiger Zeit entdeckte Dr. Malte Herwig in einer Dachkammer einige Erbstücke von seinem Großvater. Darunter befindet sich ein Amateurfilm, der eine Feier seiner Großeltern im Kreis vieler „Zuckermeyers“ im Garten ihrer schönen Villa in der Arneburger Straße zeigt. Auch Bilderalben aus den glücklichen Tagen der Familie in Tangermünde sind darunter. Doch ein Album aus den ersten Monaten des Zweiten Weltkrieges, in denen sein Großvater in der deutschen Wehrmacht dienen musste, gab ihm zu denken. Nach umfangreichen Recherchen drehte der Journalist einen beeindruckenden Dokumentarfilm, in dem er die Umstände der Entstehung einiger verstörender Fotos aus dem Album und das Schicksal der darauf abgebildeten Personen hinterfragt.
Dieser Film hatte am 26.1.2026 seine Premiere im NDR-Fernsehen, ist jedoch noch eine Zeit lang in der ARD-Mediathek zu finden. Es lohnt sich sehr, ihn zu schauen. Bemerkenswert ist Dr. Malte Herwigs kritische Hinterfragung der Ereignisse jener Tage. Auch würde er gern mehr erfahren über den Arbeitsalltag in den Tangermünder Fabriken der Familie Meyer, sei es in der Zuckerraffinerie, Schokoladenfabrik oder Konservenfabrik. Wer kann über die Jahre vor 1947 etwas berichten? Gibt es möglicherweise noch Zeitzeugen? Was wurde in den späteren Jahren von Eltern, Großeltern, Onkel oder Tanten über die „Zuckermeyers“ berichtet? Gibt es noch Fotos aus jener Zeit? Fragen über Fragen, auf die Dr. Malte Herwig gern Antworten hätte. Er möchte von seiner Heimatstadt Hamburg nach Tangermünde kommen, um sich von den Tangermündern diese alten Geschichten erzählen zu lassen.
Kontakt über Petra Hoffmann (0152/55 88 98 05)