Im Stadtarchiv
Leseheft Sütterlin - Cover außen
Stadtführerkinder im Exempel Klassenzimmer
Hannes Ewald beim Unterricht
Wer die Geschichte unserer Stadt erforschen möchte, muss alte Schrift lesen können. Das weiß die Tangermünder Stadtführerjugend.
Im Stadtarchiv hatte ihnen die Archivarin Elisa Jubert uralte Akten gezeigt. Wer fleißig übt, kann sogar die verschnörkelten Buchstaben auf den vergilbten Urkunden entschlüsseln.
Die Tinte zum Schreiben wurde damals selbst hergestellt. Christine Lehmann, eine Expertin im Lesen sehr alter Schriftstücke, erteilte ihnen Unterricht zum Erlernen der Fraktur- und Sütterlin-Schrift. Das Lehrbuch dafür wurde extra für den Stadtführernachwuchs entwickelt. Die Geschichten darin handeln alle von Tangermünde. Darin ist in alter Schrift von Kaiser Karl IV., Grete Minde, Kurfürst Friedrich und noch vielem mehr zu lesen.
Aber in einer entsprechenden Umgebung lernt es sich noch besser. Deshalb freuten sich die Stadtführerkinder, als Tiemo Schönwald ihnen erlaubte, ins historische Klassenzimmer des Exempels zu gehen. Dort wurden sie von Herrn Ewald in die strengen Verhaltensregeln eingewiesen, an die sich ihre Urgroßeltern in der Schule noch halten mussten. Anton hatte ganz vorbildlich, wie er es aus der Schule kennt, seine Federtasche auf den Tisch gelegt. Aber nein! So etwas gab es doch damals noch gar nicht, erfuhren alle von Herrn Ewald. Bestenfalls einen Bleistift hatten die Kinder. Jeder erhielt sein Namenskärtchen in alter Schrift. Das Vorlesen der Namen klappte schon prima. Nun ging es an das Schreiben. Bald standen in Schönschrift die Sütterlin-Buchstaben auf dem Blatt.
Die Zeit verging wie in Flug und alle waren sich einig: So eine interessante Schulstunde sollte es für den Stadtführernachwuchs bald wieder geben! Wir freuen uns sehr darüber, dass es Leute gibt, die die Arbeit der Stadtführergruppen unterstützen und möchten uns bei ihnen recht herzlich bedanken.
Text/Fotos: Petra Hoffmann