Gute Stimmung, eine warme Grillhütte und Leckeres vom Grill – so feiert man in Stadorf Advent.
Die Schwienaudörfer begehen den Advent in teils unterschiedlicher Weise. In Linden findet seit Jahrzehnten ein Adventssingen statt, früher mal in einem kleinen Pavillon an den Tannen, heute umschichtig auf jeweils einem anderen Grundstück. Der nasskalten Witterung begegnet man mit Punsch bzw. Glühwein, wodurch auch die Sangesfreude angeregt wird.
In Melzingen steht ein Tannenbaum in der Bergstraße, an dem man sich an den Advents-Sonntagen abends zum Glühweintrinken einfindet und vielstimmig (wie auch in Linden) Advents- bzw. Weihnachtslieder anstimmt. Wittenwaters Einwohner errichten alljährlich einen Weihnachtsbaum dort, wo sich die „Alte Salzstraße“ und die L233 treffen und halten bei heißen (oder kalten) Getränken nebst Snacks einen gemütlichen Advents-Klönschnack in der Kartoffelscheune nebenan.
In Stadorf praktiziert man hingegen seit einigen Jahren am ersten Advent ein Adventsgrillen im Pavillon am Dorfplatz, heuer organisiert von Jürgen Klippe und Sven Kaminski im Namen der Dorfgemeinschaft. Da kredenzt man dann Thüringer oder Krakauer, wahlweise mit Weißbrot oder Pommes frites und zu trinken gibt es Glühwein oder Punsch mit oder ohne Alkohol, selbstredend für kernige Männer auch Bier und zur Vorbeuge gegen verbogenen Magen zusätzlich diverse Kräuterbitter. Klaren Schnaps sucht man allerdings mangels einer Kühlmöglichkeit vergebens. Piewarmer Köm ist nun einmal nicht jedermanns Sache, auch wenn einige wenige Unentwegte behaupten, er sei dann besonders bekömmlich.
Aber frieren musste ohnehin niemand, denn die vorweihnachtlich geschmückte Grillhütte wurde durch zwei Heizpilze zu einem durchaus angenehmen Aufenthaltsort. Zudem stand für Unentwegte und Frischluftfanatiker im Außenbereich ein Feuerkorb. In diesem Jahr war er allerdings nur schwach frequentiert, denn die Witterung lud dort nicht gerade zu langem Verweilen ein.
Das Adventsgrillen begann bereits um 17 Uhr. Die ersten Besucher fanden sich allerdings ob des miesen Wetters in diesem Jahr eher zögerlich ein. Je mehr Zeit verstrich, umso voller wurde aber die Bude und die Stimmung stieg entsprechend. Das betraf indes nicht nur die Stimmung, sondern auch den Konsum, zumal es in diesem Jahr aus Anlass des „10-jährigen
Adventsgrilljubiläums“ alles kostenfrei gab. Wer zu knauserig war, am diesem Treffen teilzunehmen, mag sich im Nachhinein ruhig etwas ärgern! Und wer sich gern den Organisatoren und ihren Helfern gegenüber erkenntlich zeigen wollte, der hatte Gelegenheit, mit Münzen oder Scheinen eine fette Porzellan-Sau zu mästen.
Wie in den Jahren zuvor zog sich das Grillfest auch 2024 ziemlich in die Länge, aber nichtsdestotrotz gingen auch die letzten Gäste aufrecht und gerade nach Hause. Nur dem Fußweg bekam das Grillfest wohl nicht so ganz, denn zeitweise geriet er doch etwas ins Schwanken, obwohl er doch gar nicht teilgenommen hatte…
Text: W. Rieckmann