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Das Alte Amt
Ausgabe 3/2019
Editorial
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

kürzlich wurde ich durch einen Zeitungsartikel auf das Deutsche Zusatzstoffmuseum in Hamburg aufmerksam. Dort dreht sich alles um die mit E gekennzeichneten Zusatzstoffe in unserer Nahrung. Und die gibt es reichlich. Allein in besagtem Museum wird über mehr als 325 E-Stoffe informiert. Alle unbedenklich? Hm, ja, im Prinzip schon, denn sie sind in Deutschland zugelassen. Aber muss man sie konsumieren?

Vermeiden kann man sie offenbar nur, wenn man seine Nahrung komplett selber zubereitet aus natürlich Grundstoffen. Einschließlich des Brotes. Wer Fertigprodukte kauft, kann sicher sein, jede Menge Zusatzstoffe gleich mit zu erwerben. Mit Ausnahme eines deutschen Herstellers von TK-Nahrung, der bewusst darauf verzichtet.

Ich gehöre zu den Konsumenten, die immer gerne auf die „Zutatenliste“ von Produkten schauen. Produkte mit Palmöl werden gleich aussortiert beispielsweise. Neulich wurde ich im Kühlregal eines Supermarktes auf einen neuen Fertigsalat mit Quinoa aufmerksam, angepriesen als gesundes Superfood-Produkt. Na, schauen wir doch mal, dachte ich. Der Blick auf die Zutatenliste ließ mich gruseln. Na gut, Quinoa war auch drin, konnte man auch sehen, aber das Sammelsurium an E-Zusatzstoffen war eindeutig eindrucksvoller. Gesundes Superfood? Nein danke!

Auch bei den Fertigprodukten wie Fleisch- und Wurstersatz für das inzwischen so beliebte und als gesund bezeichnete Veggie-Food ist die E-Liste durchaus eindrucksvoll. Was packe ich denn da auf den Grill? Ein gesundes Produkt oder einen E-Patty?

Sie merken schon, mit all diesen E’s habe ich nichts im Sinn, jedenfalls nichts Gutes. Aber entgehen kann man ihnen auch nur schlecht, schon wenn ich allein an meine Zahnpasta und mein Shampoo denke. Nicht alle E’s landen ja im Magen.

Frustrierte Grüße
Gunda Ströbele