Samtgemeindebürgermeister Martin Feller lässt die Zeitkapsel in das vorbereitete Loch hinab. Neben ihm der Ebstorfer Bürgermeister Heiko Senking und Bauleiter Uwe Hinzmann.
Fröhlich flattern die bunten Bänder im Wind und Glück bringende Glasscherben gab es auch.
In diesem Schwimmecken werden sie nie wieder mit trockenen Füßen stehen: Bauleiter Uwe Hinzmann gibt Erläuterungen zum Schwimmbadbau, neben ihm Samtgemeindebürgermeister Martin Feller.
Mehr als 30 Grad Außentemperatur, ein Ortstermin am Freibad-Beckenrand und dann kein kühles Wasser im Becken… Nicht nur Samtgemeindebürgermeister Martin Feller, sondern alle Teilnehmer einer kleinen Feierlichkeit auf der Baustelle des künftigen Freibades Waldemar hätten es sich anders gewünscht. Und doch, es geht voran auf der Baustelle, die stark ausgebremst wurde während der sehr nassen Wintermonate durch Grundwassereinbrüche in die Baugruben, in die es nur so hineinsprudelte. Statt zu schwimmen im Sommer 2024 müssen sich alle auf das kommende Jahr freuen. Und es lohnt sich.
„Das Becken setzt neue Maßstäbe“, freute sich Martin Feller. „Schwimmer- und Spaßbereich sind getrennt und wir haben jetzt 25 Meter-Bahnen. Damit kann man genauso gut schwimmen wie mit 50 Meter-Bahnen“, tröstete er. Einmal mehr wenden und es geht. Bald werde das Wasser eingelassen in das Sprungbecken, damit es nicht aufschwimmt. Die Unterkonstruktion ist aus Edelstahl. „Das wird ewig halten, hat man uns versichert.“
Auf Barrierefreiheit wird beim Neubau geachtet, ein erhöhter Beckenkopf erleichtert hier. Eine Insel trennt den Nichtschwimmer- vom Schwimmerbereich. 1.100 Quadratmeter Wasserfläche wird zum Schwimmen und Spaßhaben einladen. Es wird eine Breitrutsche geben, Massagedüsen und Wasserspeier sowie höhengleiche Überläufe, so dass es keine Wellen gegen die Wand und zurück geben wird, um einige „Schmankerl“ zu nennen. Die ganz kleinen Kinder können sich über ein kleines separates Edelstahlbecken zum Plantschen freuen. 3.500 Gäste können im nächsten Jahr maximal zeitgleich das Bad besuchen, mit 2.000 Gästen am Tag wird im Mittel gerechnet. Auch die Außenanlagen werden neu gestaltet und zum Verweilen einladen. „Das ist schon vom Feinsten hier“, lobte der Samtgemeindebürgermeister.
Man ahnt, wie schön es einmal wird. Die ersten Edelstahlteile sind im Becken eingebaut, das Technikgebäude ist mit Dach errichtet, so dass der Richtkranz gehisst werden konnte und das heruntergeworfene Glas mit einem gezielten Hammerschlag zersplitterte. „Scherben bedeuten Glück und Segen. Alles Gute für das Schwimmbad“, hieß es vom Zimmermann. Und die künftige Insel wurde zum „Tatort“, denn dort wurde bei der kleinen Feier eine Grundsteinlegung vorgenommen und eine Zeitkapsel versenkt.
Die hatte es in sich: sogar ein tagesaktuelles Foto, kurz vorher aufgenommen mit allen Teilnehmenden an der Feier und schnell ausgedruckt, verschwand zusammen mit dem Bauplan, einer aktuellen Tageszeitung und sogar einem Supermarkt-Werbeprospekt sowie einigen Münzen in der Zeitkapsel. Bauleiter Uwe Hinzmann hatte es übernommen, die Kapsel mit einer Schweißnaht zu verschließen, bevor sie gemeinschaftlich in ein zementiertes Loch auf der Insel-Grundplatte eingelassen wurde.
„Jeder der Handwerker auf dieser Baustelle hat dazu beigetragen, dass alles so gut geklappt hat. Danke für die gute Arbeit.“ Uwe Hinzmann wurde von Martin Feller besonders gelobt, denn er hatte die Bauleitung übernommen. „Sie haben uns oft gerettet mit ihren Ideen.“ Der Samtgemeindebürgermeister schaute zurück auf das Jahr 2011. Da wurden Pläne für den Freibadbau diskutiert, 800.000 Euro sollte es maximal kosten. „Damals haben wir gesagt, wenn es mehr als eine Million kostet, machen wir das nicht. Und es wurde schnell mehr.“ Heute sind es 5,43 Millionen Euro, die für die Sanierung und den Neubau des Freibades aufgebracht werden müssen. „Man sieht, Bauprojekte sollten so schnell wie möglich realisiert werden“, schmunzelte er. Zwei Millionen Euro Zuschuss kommen aus einem Bundesprogramm für Sportstätten. Der Bewilligungszeitraum läuft bis zum 31.12.2024, bis dahin muss alles fertig sein.
Text: Gunda Ströbele