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Mitteilungsblatt Gleichen
Ausgabe 6/2026
Mitteilungen aus der Verwaltung
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Mitteilungen aus der Verwaltung

Am 23. Februar 2026 hat die Gemeinde Gleichen in einer öffentlichen Informationsveranstaltung den Stand der kommunalen Wärmeplanung vorgestellt. Dabei wurden nicht nur die lokalen Analysen von Herrn Landsberg vom HIC Consulting präsentiert, sondern auch erläutert, welche Rolle das Gebäudeenergiegesetz (GEG) künftig spielt.

Zentral war die Botschaft, dass die kommunale Wärmeplanung ein strategisches Planungsinstrument ist. Sie entwirft ein Bild davon, wie die Wärmeversorgung in der Gemeinde in Zukunft aussehen könnte, schafft aber keine neuen Pflichten für Hauseigentümer. Weder wird jemand zum Austausch einer funktionierenden Heizung gezwungen, noch wird eine bestimmte Technologie vorgeschrieben. Betrachtet wird immer die Gesamtentwicklung in Gleichen, nicht das einzelne Gebäude.

In der Veranstaltung wurden zudem erste Ergebnisse der Bestands- und Potenzialanalyse erläutert: In Gleichen existiert kein Gasnetz, der überwiegende Teil des Wärmebedarfs wird derzeit mit Heizöl gedeckt, ergänzt durch Biomasse und Flüssiggas. Wärmepumpen und Elektro-heizungen sind bislang nur in einem kleineren Umfang im Einsatz. Viele ältere Gebäude, vor allem in den Ortskernen, sowie insgesamt eher geringe Wärmedichten (wenig Wärmebedarf pro Fläche) lassen große Wärmenetze im Moment wenig wahrscheinlich erscheinen. Stattdessen rücken dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen, Biomasseanlagen, oberflächennahe Geothermie oder kleinere Solarthermie-Projekte in den Blick.

Als Fazit wurde deutlich: Der Bestandschutz bleibt bestehen, eine funktionierende Heizung muss nicht vorschnell ersetzt werden. Gleichzeitig nehmen die Risiken fossiler Heizsysteme in den kommenden Jahren zu, unter anderem durch steigende CO₂-Kosten auf fossile Brennstoffe und höhere Anforderungen an erneuerbare Anteile. Die Gemeinde möchte die kommunale Wärmeplanung daher nutzen, um die Bürgerinnen und Bürger bei der schrittweisen Umstellung auf klimafreundliche Heizlösungen zu unterstützen.

Im Anschluss erklärte Herr Fette von der EAM Netz Gruppe etwas zu neuen Netzplanungsprämissen. Anhand eines Beispiels zeigte er, dass der elektronische Leistungsbedarf eines Wohnhauses durch Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge künftig deutlich ansteigen wird und die Stromnetze daher entsprechend vorausschauend verstärkt und ausgebaut werden müssen. Mit der Planung des Netzausbaus wurde seiner Aussage nach bereits begonnen. Anschließend beantwortete Herr Fette noch Fragen der Bürgerinnen und Bürger.