Eine gut gefüllte Halle beim Frühjahrsempfang
Die Notnägel
Die vier Amtsleiter
Bürgermeister Dirk Otter
Ehrung unserer erfolgreichen Sportler
Passender hätte der Termin für den diesjährigen Frühjahrsempfang nicht sein können. Genau am Frühlingsanfang konnte Herr Bürgermeister Otter unter den zahlreichen Gästen aus der Politik sowie viele Vertreter der Feuerwehr und ehrenamtlich Tätige begrüßen. Gleichzeitig begrüßte Herr Otter Vertreter der ortsansässigen Unternehmen und die Firmenvertreter, zu denen die Gemeindeverwaltung eine gute Geschäftsbeziehung pflegt.
Mit der musikalischen Untermalung sorgte erneut die gemischte Gruppe „Die Notnägel“ unter der Leitung von Axel Kerschnitzki für Begeisterung bei den Zuschauenden.
Unter dem Leitsatz des Frühjahrsempfangs „Frühling – die Gemeinde Gleichen blüht auf“ berichtete Herr Bürgermeister Dirk Otter, dass die Gemeinde an vielen Stellen buchstäblich zu blühen begonnen hat und die Saat, welche in den vergangenen Jahren durch richtungsweisende Ratsbeschlüsse gesät worden ist, langsam und unaufhaltsam aufgeht. Darüber hinaus erinnerte er die Bürgerinnen und Bürger, angesichts der besorgniserregenden Nachrichten aus aller Welt, ruhig einmal innezuhalten und zu schauen, wie gut es uns hier in Gleichen geht.
Gleichen zählt aktuell 8706 Einwohner. Der Gemeinderat hat sich dafür ausgesprochen, neben dem Grundzentrum Reinhausen auch in den kleineren Ortsteilen Baugebiete zur Eigenentwicklung auszuweisen. Aktuell stehen in Etzenborn und in Bischhausen genügend Bauplätze zur Verfügung. Die weiteren Planungen sind für die Baugebiete Rittmarshausen und Bremke bereits abgeschlossen. Zudem wurde für die weitere Verfügbarkeit von Bauplätzen beim Landkreis beantragt, dass Flächen in Reinhausen und Gelliehausen aus dem Landschaftsschutzgebiet entlassen werden. Der Prozess läuft gerade.
„Ohne Moos nix los“
Herr Bürgermeister Otter machte deutlich, dass eine Gemeinde sich nur positiv entwickeln kann, wenn sie auch über die notwendigen finanziellen Mittel verfügt. Nicht nur unsere Gemeinde muss investieren, auch die anderen Gemeinden bauen Schulen, Kitas und FW-Häuser, etc.. Leider liegt die Finanzausstattung der Kommunen gemessen an den Aufgaben bis heute weit hinter dem notwendigen Bedarf. Ob DGH, Feuerwehrhäuser, Straßen, Schulen, Kitas sowie die Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung - alles ist in die Jahre gekommen und muss saniert werden. Dafür brauchen die Gemeinden aber Geld.
Herr Bürgermeister Otter nutzt die Gelegenheit, um an die Vertreter der Landes- und Bundespolitik zu appellieren, an den Förderprogrammen mit teilweise unrealistischen Nebenbedingungen nachzujustieren, den Gemeinden zu vertrauen und unkomplizierter Geldmittel zur Verfügung zu stellen.
Die langjährige Leitung des Hauptamtes und der Finanzen, Frau Astrid Wiegand, hat Anfang März das Rathaus verlassen. Resturlaub und Überstunden überbrücken die Zeit bis in den Ruhestand. In diesem Zusammenhang wurden die beiden Ämter geteilt so wie bereits in 2024 das Bau- und Ordnungsamt. Somit ergibt sich ab dem 01.06.2026 eine neue Verwaltungsstruktur im Rathaus unter Leitung von Herrn Bürgermeister Otter:
Neu: Hauptamt - Vincenz Reith
Neu: Finanzverwaltungsamt - Bastian Reichardt
Ordnungsamt - Jörg Kortebröcker
Bauamt - Tobias Nordmann
Die beiden neuen, bis zum 01.06.2026 noch kommissarischen Amtsleiter, bekamen die Gelegenheit, sich persönlich vorzustellen. Herr Bürgermeister Otter betonte, dass er sich sehr auf die Zusammenarbeit freut und in dem neuen Format einen deutlichen Mehrwert für die Aufgabenerfüllung in der Verwaltung sieht als in der bisherigen Struktur mit zwei Ämtern.
Obwohl es so zwar nicht geplant war, hat die Gemeinde die sich dargebotene Möglichkeit genutzt und das Gebäude der ehemaligen Firma Büürma in Klein Lengden gekauft. Das Gute daran ist, dass das Gebäude bereits erschlossen ist und sofort genutzt werden konnte. Herr Bürgermeister Otter berichtete, dass der Bauhof aus seiner bis dahin beengte Umgebung am Rathaus bereits umgezogen ist.
Zusätzlich bietet das Gebäude Platz für das Kinder- und Jugendbüro mit Jugendtreff, das Familienzentrum, die Kleiderkammer der Feuerwehr, die Gemeindeführungsstelle, Büroräume der Firma Kappa, die Verwaltungsstelle des Ortes und auf ausdrücklichen Wunsch von Frau Büürma ein Dorfgemeinschaftshaus für Klein Lengden.
Neben der Einführung der E-Akte im Jahr 2023 und den bereits bekannten Medien „Homepage“ und „Stadt Land Funk“ konnte Herr Bürgermeister Otter über weitere geplante Neuerungen berichten: Unter anderem wird gerade an einem digitalen Anmeldesystem für die Kitas gearbeitet. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen für den Einzug der KI ins Rathaus auf Hochtouren.
Die Wahlperiode stand im Zeichen der umfassenden Modernisierung unserer Bildungslandschaft: Trotz weitgehend allein getragener hoher Investitionen in Schulen und Ganztagsangebote liegt die Gemeinde im Zeitplan für 2026, sieht jedoch weiterhin eine unzureichende finanzielle Unterstützung durch Land und Bund.
Die Zusammenlegung der Schulen Bremke und Diemarden zum Schuljahr 2026/2027 steht nach einem emotionalen Prozess und bestätigtem Ratsbeschluss kurz vor der Umsetzung: Während rechtliche Schritte keinen Aufschub brachten, laufen Umzugsplanungen und Nachnutzungskonzepte für den Standort Bremke bereits auf Hochtouren.
Der Neubau der Grundschule „Am kleinen Knüll“ in Diemarden ist im zeitlichen Rahmen fertig geworden. Am 08. Mai wird dort ein Tag der offenen Tür stattfinden.
In der Gartetalschule in Kerstlingerode ist der erste Bauabschnitt bereits seit dem 15.12.2025 in Betrieb. Die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt laufen.
Auch in der Grundschule in Groß Lengden sind die Planungen für Modernisierungsmaßnahmen in vollem Gange.
In der kommenden Wahlperiode stehen der Neubau zweier Krippen, die Sanierung bestehender Kitas sowie der Ausbau von Integrationsplätzen im Fokus, um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden – zugleich verschärft sich jedoch die finanzielle Schieflage im Kitabereich, weshalb dringend mehr Unterstützung von Landesseite erforderlich ist.
Die Modernisierung der Wasserversorgung macht nach langen Planungen Fortschritte: Mit dem neuen Hochbehälter am Westerberg in Klein Lengden und weiteren Leitungsprojekten wird die Versorgung gesichert. Zum 01.01.2026 wurde die Wasserversorgung aus der Gemeinde ausgegliedert und mit Beteiligung der EEW in den Wasserverband Gleichen-Dachsberg überführt, der nun die gesamte Gemeinde mit Trinkwasser versorgt.
Radwege: Der Ausbau wichtiger Radwege verzögert sich weiterhin durch Planungs- und Förderprobleme, bleibt jedoch abhängig von neuen Fördermitteln und eigenen Lösungsansätzen Ziel der Gemeinde.
Glasfaserausbau: Trotz anfänglicher Verzögerungen schreitet der Glasfaserausbau voran, erste Orte sind bereits angeschlossen, auch wenn der Aufwand für die Umsetzung weiterhin enorm ist.
Das „Gleichenmobil“ für das Ehrenamt konnte beschafft werden, welches fast vollständig durch die ansässigen Gewerbetreibenden finanziert wurde. Herr Bürgermeister Otter bedankt sich bei allen unterstützenden Firmen.
Defibrillatoren ziehen in alle Ortschaften der Gemeinde ein. Diese sog. AED-Geräte sind öffentlich zugängig und können von allen genutzt werden. Eine Einweisung folgt noch.
Ein weiterer wichtiger Beitrag, im medizinischen Notfall schnell helfen zu können, ist die Lebensretter-App. Herr Bürgermeister Otter konnte berichten, dass im Gemeindegebiet bereits 28 Ersthelferinnen und Ersthelfer registriert sind.
Beim Klimaschutz verfolgt die Gemeinde eine umfassende Strategie: Neben dringend benötigten Maßnahmen im Hochwasserschutz und der Starkregenvorsorge wird das beschlossene Klimaschutzkonzept konsequent umgesetzt, einschließlich kommunaler Wärmeplanung und energetischer Sanierungen mit dem Ziel der CO₂-Neutralität bis 2035; zugleich gewinnt der Ausbau erneuerbarer Energien wie Windkraft und Photovoltaik an Bedeutung, erfordert jedoch eine sorgfältige Abwägung von Interessen und bleibt in Teilen von Förderzusagen abhängig.
Bürgermeister Otter berichtet weiter, dass auch das vielfältige kulturelle Angebot das Leben in der Gemeinde Gleichen besonders lebenswert macht. Die historische Spinnerei, die Waldbühne Bremke sowie die Kulturscheune in Rittmarshausen sind nur einige Beispiele.
Die Gemeinde unterstützt aktiv den Sport und das Vereinsleben, etwa durch Zuschüsse für Sportanlagen sowie die kostenfreie Nutzung von Hallen für Vereinsveranstaltungen wie Fußballturniere. Auch traditionelle Vereine, wie die Schützen, tragen wesentlich zum gesellschaftlichen Leben bei und werden entsprechend gewürdigt.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Stärkung des Ehrenamts: So wurde bereits eine Informationsbroschüre für Vereine entwickelt, und ein umfassendes Förderkonzept mit neuen Anreizen ist in Vorbereitung. Zudem plant die Gemeinde die Einführung einer zentralen Ansprechperson für Ehrenamtliche, um Engagement besser zu vernetzen, zu unterstützen und langfristig zu sichern.
Das Highlight des Abends war natürlich die Ehrung der erfolgreichen Sportler. Herr Bürgermeister Otter konnte Thorsten Schäfer aus Diemarden für hervorragende Leistungen mit dem Perkussionsgewehr auszeichnen. Er erreichte bei den Landesmeisterschaften den 1. Platz in der Einzel- und Mannschaftswertung, den 2. Platz in der Einzelwertung Dienstgewehr 50 m und ebenfalls den 2. Platz in der Mannschaftswertung der Disziplin Auflage.
Weiterhin wurden die Brüder Hannes und Theo Weberschock aus Groß Lengden für herausragende Leistungen im ferngesteuerten Modellsegelflug geehrt. Hannes erreichte den 3. Platz bei den deutschen Junioren-Meisterschaften und Theo darf sich sogar Weltmeister nennen. Er wurde Jugendweltmeister in der Klasse F 3 B und ebenfalls Weltmeister mit der deutschen Nationalmannschaft.
Zum Abschluss hielt Bürgermeister Otter fest: Unsere Gemeinde hat im vergangenen Jahr viel erreicht – und das verdanken wir vor allem dem Engagement vieler Menschen, die sich tagtäglich einbringen. Damit das auch in Zukunft so bleibt, braucht es neben Einsatz und Tatkraft vor allem zwei Dinge: Gegenseitigen Respekt und mehr Gelassenheit im Miteinander. Nicht jede Herausforderung lässt sich sofort lösen, doch ein wertschätzender Umgang macht vieles leichter. Wenn wir diesen Weg gemeinsam weitergehen, können wir auch kommende Aufgaben erfolgreich meistern und unsere Gemeinde weiterhin lebenswert gestalten. Abschließend dankte er den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung sowie seiner Familie für ihre Unterstützung und betonte seine Freude an der Arbeit für die Gemeinde Gleichen.