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Samtgemeinde Boldecker Land
Ausgabe 1/2026
Aus der Samtgemeinde
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Aus der Samtgemeinde

Astrid Wonde (re.) mit Kita-Leiterinnen Dorit Hollas (li.) und Manuela Jahn bei der „Wobjob“-Messe

Mehr dazu finden Sie auf unserer Homepage www.boldecker-land.de im Bürgerinformationssystem unter dem Datum 18. Dezember 2025

Astrid Wonde beim Start der „Orange Days“

Im Rahmen der letzten Ratssitzung eines jeden Jahres gibt die Gleichstellungsbeauftragte der Samtgemeinde Boldecker Land, Astrid Wonde, jeweils ihren Tätigkeitsbericht für das zurückliegende Jahr ab.

So berichtete Astrid Wonde bei der Ratssitzung am 18. Dezember 2025 von ihrer Arbeit auf Landkreisebene über ein Treffen der hauptamtlichen und ehrenamtlichen Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Gifhorn. Zwischen ihnen finden regelmäßige Besprechungen statt.

„Diese Vernetzung mit meinen Kolleginnen aus den anderen Kommunen finde ich sehr wichtig und positiv“, so Wonde. Dem „Networking“ diente auch ihre Teilnahme am Frauenpolitischen Sektempfang im Rittersaal von Schloss Gifhorn, zu dem die Gleichstellungsbeauftragte des Landeskreises Gifhorn, Verena Maibaum am 28. Juni eingeladen hatte.

Aktivitäten auf Samtgemeindeebene

Von ihren Aktivitäten auf Samtgemeindeebene erwähnte Astrid Wonde ihre Teilnahme an der jährlichen Personalversammlung gleich zu Beginn des Jahres, zu der jeweils der Personalrat einlädt.

Auch kam sie Einladungen unserer „Generation 60Plus“ und der Jugendförderung des Boldecker Landes nach: „So habe ich beispielsweise sehr gerne am Sommer- und am Wintergrillen der Generationen in der TRUDE (Treff unter den Eichen) teilgenommen.“

Am 28. November fand, ebenfalls in der TRUDE, ein gemeinsamer Backnachmittag für geflüchtete Frauen statt, organisiert von Olfa Zaibi (Ländlichen Erwachsenenbildung Niedersachsen) und der Integrationsbeauftragten der Samtgemeinde, Anne-Kathrin Schulze.

Zu Gast waren auch die Landtagsabgeordnete Kirsikka Lansmann – und Astrid Wonde. Sie sagt: „Das Motto hieß,Gemeinsam backen – gemeinsam ankommen‘. Ich fand den kulturellen Austausch und die Begegnung mit den Frauen sehr angenehm und wichtig.“

Über die Unterstützung der Gleichstellungsbeauftragten konnte sich am 5. September auch unsere Kindertagesstättenkoordinatorin Olga Landsmann freuen, die sich mit zwei Kita-Leitungskräften und Astrid Wonde mit einem Stand auf der „Wobjob“ Azubi- und Arbeitsmarktmesse präsentierte. „Aus meiner Sicht war das sehr erfolgreich und eine sehr gute Möglichkeit, über unsere Betreuungseinrichtungen im Boldecker Land zu informieren“, sagt Wonde. „Ich bin sehr erfreut, dass die Stelle der Kindertagesstättenkoordinatorin wieder besetzt ist.“

Gleichstellungsplan fortgeschrieben

Seit 2018 gibt es einen Gleichstellungsplan für die Samtgemeinde Boldecker Land, der die Ziele des Niedersächsischen Gleichstellungsgesetzes* abbildet. „Ich habe den Gleichstellungsplan für die Jahre 2023 und 2025 fortgeschrieben. Wir werden die Vorlage dazu heute behandeln“, berichtete Astrid Wonde dem Rat, der anschließend in einem einstimmigen Beschluss über die weitere Fortschreibung abstimmte.

Teilnahme an Vorstellungsgesprächen

Im zurückliegenden Jahr sei ihre Teilnahme an Vorstellungsgesprächen von Bewerberinnen und Bewerbern für zu besetzende Stellen in der Samtgemeinde erfolgt. „Wir konnten sehr gute Mitarbeiter*innen einstellen, und ich hoffe, dass diese auch weiterhin bei uns beschäftigt bleiben“, so Wonde. „An dieser Stelle möchte ich Ihnen mitteilen, dass ich in den Ämtern [Anmerkung: seit 1. September heißt es Fachbereiche] unserer Verwaltung sehr motiviertes und engagiertes Personal erlebe, und wir sollten uns bemühen, die Mitarbeitenden zu behalten.“

Teilnahme an Ratssitzungen

Lob von der Gleichstellungsbeauftragten gab’s auch für die Mitglieder des Samtgemeinderats: „Ich habe an den Sitzungen des Samtgemeindeausschuss und dem Samtgemeinderat teilgenommen, an weiteren Ausschüssen bei Bedarf“, berichtete Wonde. „Ich möchte hier anmerken, dass ich dabei engagierte Ratsfrauen und Ratsherrn erlebe, die Entscheidungen zum Wohl der Bürger*innen in der Samtgemeinde getroffen haben.“

Öffentlichkeitsarbeit in eigener Sache

Wonde informierte: „Im Juni 2025 hielt ich im,Gesprächskreis für Männer‘ der ev.-luth. Kirchengemeinde Weyhausen einen Vortrag, in dem ich über meinen gesetzlichen Auftrag informierte und über meine Arbeit als Gleichstellungsbeauftragte berichtete.“

Monatliche Sprechstunde im Rathaus

Zu ihrer monatlichen Sprechstunde sei sie jeweils am ersten Donnerstag im Monat von 16:00 bis 17:30 Uhr im Rathaus gewesen, berichtete die Gleichstellungsbeauftragte. „Ich habe währenddessen persönliche Gesprächstermine und telefonische Beratungen durchgeführt.“ Über ihr Diensthandy sei ihre Erreichbarkeit „gut sichergestellt“.

Im zurückliegenden Jahr seien 40 Beratungen erfolgt. Inhaltlich habe es sich dabei um „Trennungs- und Scheidungsproblematiken“ gehandelt, die Themen „Umgangsrecht für Kinder“, um finanzielle Probleme und die vielfältigen Auswirkungen von Arbeitsplatzverlust. „Auch der Wiedereinstieg in den Beruf, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie zunehmend die Pflege von Angehörigen und ihre Vereinbarkeit mit dem Beruf waren immer Themen, die den Menschen auf der Seele lagen.“

Gewalt an Frauen und in der Familie

Auch in Sachen Missbrauchsproblematik bzw. Gewalt in der Familie berät die Gleichstellungsbeauftragte – um oft auch weiter zu verweisen: „Ich führe Gespräche mit den Betroffen und versuche, sie in entsprechende Beratungs- und Hilfsangebote zu vermitteln.“

Dabei gebe es auch Kontakt zu Hilfesuchenden über einen längeren Zeitraum. Zehn Beratungsgespräche habe sie mit Beschäftigten der Samtgemeinde durchgeführt.

Aktiv geworden ist Wonde auch wieder bei den „Orange Days“: Jeweils vom 25. November bis zum 10. Dezember finden unter diesem Motto weltweit Aktionstage gegen Gewalt an Frauen statt.

„Gewalt hat viele Gesichter“, sagte Wonde, „wir zeigen Flagge im Boldecker Land.“ Gemeinsam mit Samtgemeindebürgermeister Patrick Rymas sowie Vertreter*innen aus Rat und Verwaltung hatte die Gleichstellungsbeauftragte anlässlich der „Orange Days“ wieder die mahnende Flagge der Frauenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ vorm Rathaus gehisst.

Darüber hinaus stellte Wonde für zehn Tage auch wieder einen „Roten Stuhl“ im Rathausfoyer auf. Auch dieser erinnert stets an durch Gewalt getötete Frauen. „Ich werde mich auch weiterhin mit dem Thema beschäftigen und mich gegen Gewalt an Frauen einsetzen“, sagte Wonde.

Sie wies aber auch darauf hin, dass es ebenfalls Gewalt an Männern gebe. „Ich möchte Ihnen mitteilen, dass es auch eine Info-Telefonnummer für Männer gibt, die Gewalt erfahren und Beratung möchten: 0800 123 9900.“

Rückblick auf den Frauentag 2025: Revue

Am 8. März 2025, dem Internationalen Frauentag, fand wieder eine Veranstaltung in der Mensa der Schule in Weyhausen statt, die die Gleichstellungsbeauftragte organisiert hatte. Bei einem Theaterabend mit der Schauspielerin Jutta Seifert, die ihre Solo-Revue „High Heels“ präsentierte, waren 150 Frauen anwesend. „Die Veranstaltung endete mit widersprüchlicher Resonanz“, bekannte Wonde, „Frau Seifert ist mit ihrer Darstellung von Weiblichkeit bis hart an die Schmerzgrenze gegangen. Sie hat damit ebenso berührt, wie provoziert.“ Die Mehrheit habe es gutgefunden, aber einige Frauen hätten an diesem Abend Comedy erwartet. „Ihre Erwartungen wurden nicht erfüllt.“

Ausblick auf den Frauentag 2026: Kabarett

Auch in diesem Jahr werde am Sonntag, den 8. März 2026, eine Frauentagsveranstaltung mit einem Kabarettprogramm stattfinden. Diese werde im Dorfgemeinschaftshaus Weyhausen stattfinden. „Herzlichen Dank bereits jetzt an die Gemeinde Weyhausen, dass ich dort die Veranstaltung durchführen kann.“

In der Februarausgabe des Mitteilungsblatts werde sie dazu einladen. „Die Kartenausgabe für die Veranstaltung wird ca. zwei Wochen vorher im Rathaus erfolgen. Die Karten sind kostenfrei, ich finanziere die Veranstaltung aus dem mir zur Verfügung stehenden Betrag aus dem Haushalt“, erklärte Wonde, denn sie möchte es allen Frauen ermöglichen, an einer Veranstaltung teilzunehmen. „Dabei begegnen sich Frauen aus allen Mitgliedsgemeinden unserer Samtgemeinde, dieses verbindet und Kontakte werden geknüpft.“

Am Ende bedankte sich die Gleichstellungsbeauftragte für „die Zusammenarbeit und Wertschätzung“ bei Samtgemeindebürgermeister Rymas, dem Rat, der Verwaltung und dem Personalrat.

*Seit dem 1. November 2011 ist das Niedersächsische Gleichberechtigungsgesetz in Kraft.

Ziel des Gesetzes ist es,

  • für Frauen und Männer in der öffentlichen Verwaltung die Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit zu fördern und zu erleichtern
  • sowie Frauen und Männern eine gleiche Stellung in der öffentlichen Verwaltung zu schaffen.

Um die Zielsetzung dieses Gesetztes zu erreichen, sind nach Maßgabe der nachfolgenden Vorschriften:

  • Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass Frauen und Männer ihre Erwerbsarbeit mit ihrer Familienarbeit vereinbaren können.
  • das Handeln der Verwaltung stärker durch Frauen zu prägen und weibliche und männliche Sichtweisen und Erfahrungen sowie Erfahrungen aus einem Leben mit Kindern einzubeziehen,
  • die berufliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu verwirklichen und gleiche berufliche Chancen herzustellen,
  • Nachteile, die Männer und Frauen aufgrund ihrer geschlechtlichen Unterschiedlichkeit oder ihrer Geschlechterrolle erfahren, zu beseitigen oder auszugleichen und
  • Frauen und Männer in den Vergütungs-, Besoldungs- und Entgeltgruppen in Dienststellen, in denen sie unterrepräsentiert sind, sowie in Gremien gerecht zu beteiligen.

Alle Dienststellen und die dort Beschäftigten, insbesondere solche mit Vorgesetzen- oder Leitungsfunktionen, sind verpflichtet, die Zielsetzung dieses Gesetztes zu verwirklichen.