Die Anfänge des Volkstrauertags reichen über 100 Jahre zurück
An diesem Sonntag, dem 17. November, begehen wir wie in jedem Jahr den Volkstrauertag. Warum tun wir das? Es ist ein Tag gegen das Vergessen, ein Tag, der uns heute an die Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft erinnern soll. In Deutschland und überall und in der Vergangenheit wie – leider auch – in der Gegenwart. Die Anfänge dieses Gedenktags reichen über 100 Jahre zurück:
Der Volkstrauertag wurde ein Jahr nach Ende des Ersten Weltkriegs 1919 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge als Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs vorgeschlagen. Am 5. März 1922 fand die erste Gedenkstunde im Reichstag statt. Der Volkstrauertag als Gedenktag mit reichsweiter Staatstrauer und auf Halbmast gesetzten Flaggen wurde erstmals am 1. März 1925 begangen und infolge wurde jährlich eine zentrale Gedenkfeier im Radio übertragen. Bis die Nazis diesen Tag übernahmen und mit ihrer Propagandamaschinerie zwischen 1935 und 1945 als „Heldengedenktag“ instrumentalisierten.
In Westdeutschland wird der Gedenktag seit 1952 zwei Sonntage vor dem ersten Adventssonntag in seiner heutigen Form mit Kranzniederlegungen in den Gemeinden begangen. Eine Zeremonie im Deutschen Bundestag erinnert an die Opfer von Gewalt und Krieg aller Nationen.
Die DDR führte ebenfalls 1952 den „Internationalen Gedenktag für die Opfer des faschistischen Terrors und Kampftag gegen Faschismus und imperialistischen Krieg“ ein. Dieser war bis 1990 ein am zweiten Sonntag im September jährlich stattfindender Gedenk- und Mahntag und sollte den Volkstrauertag ersetzen. Die Veranstaltung bestand aus einer Kranzniederlegung an der Neuen Wache und meist einer Rede auf dem Bebelplatz.