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Samtgemeinde Boldecker Land
Ausgabe 3/2026
Aus der Samtgemeinde
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Aus der Samtgemeinde

Dass der „Internationale Frauentag“ in diesem Jahr auf einem Sonntag fiel, war schon mal eine positive Grundvoraussetzung. Nicht nur waren die 150 Freikarten, die in jedem Jahr vorab im Rathaus ausgegeben werden, innerhalb kürzester Zeit vergriffen, auch waren die Damen dann alle sehr entspannt, die sich am 8. März im Dorfgemeinschaftshaus Weyhausen zum geselligen Beisammensein einfanden. Sie wollten unterhalten werden – und sie wurden nicht enttäuscht.

Auf der Bühne lieferten sich Sybille und Glenn Langhorst einen vergnüglichen Schlagabtausch unter dem Motto: „Männer Frauen Katastrophen“. Ihr ebenso lustiges wie unterhaltsames Konzept: Sie sammeln weltweit „Fun Facts“ zum Thema Ehe und Beziehungen oder „geschlechtsspezifische Besonderheiten“, die sie vor ihren Zuschauenden in einem gut anderthalbstündigen Programm zum Besten geben – und mit „eigenen Erfahrungen“ anreichern. Ihr Ziel war es, den Frauen die Männer zu erklären – und umgekehrt. „Wobei ich hier ja heute allein bin“, stellte Glenn etwas beklommen fest. „Mal sehen, wie das funktioniert.“

Doch das Paar hatte die Lacherinnen auf seiner Seite, auch wenn nicht alle Witze neu waren. Aber im weiblichen Auditorium kamen sie gut an: „Wie nennt man einen Mann, der ganz plötzlich fünfzig Prozent seiner Denkfähigkeit verliert? Witwer!“ Auch mancher Tipp, für eine lange Ehe beispielsweise, ließ sich auf wenige Worte verkürzen: „Durchhalten, Klappe halten.“

Und auch diese Weisheit sorgte für viele Schmunzler: „Der Satz,Schatz, wir müssen reden‘ heißt nicht, dass der Mann redet…“ Für Glenn aus Hannover und Sybille aus Bayern sei ihre achtjährige, jeweils zweite Ehe, durch ihre Provenienz noch mal besonders belastet, verrieten sie augenzwinkernd. Und: „Wenn eine Frau nichts sagt, sagt sie nicht nichts …“ Frauen verknüpften Information mit Emotion, verrieten die beiden noch.

Gewichtsprobleme wurden ebenfalls vergnüglich definiert: „Körper dehnen sich bei Hitze aus – besonders die von Männern“, meinte Glenn. Wohingegen Sybille mit „einer australischen Studie“ konterte, derzufolge „Frauen mit dicken Hintern“ intelligenter seien. Glenn, der nur am Kinn Kopfhaare hat, verteidigte sich mit einer Studie aus Korea, wonach „Männer, die eine Glatze haben, mehr arbeiten“. Die Unvollkommenheiten aller Menschen wurden charmant zum Thema.

Selbst das Thema Untreue hielt noch ein paar „Fun Facts“ – lustige Tatsachen – bereit: „Hundebesitzer sind treuer als Katzenbesitzer“, verriet Glenn. „Weil die meisten Menschen sich Tiere aussuchen, die ihrem eigenen Charakter entsprechen“, erklärte Sybille.

Dass Frauen zwanzig Minuten mehr Schlaf brauchen als Männer, weil sie ein „komplexeres Gehirn“ hätten, und damit auf ein Leben berechnet „405 Tage mehr schlafen“ würden, konterte Glenn mit der Zeit, die er dafür mit seinen Kumpels in der Kneipe verbringen würde. Nach 90 Minuten, in denen sowohl kluge Weisheiten als auch ein paar Trivialitäten auf die Zuschauerinnen eingeprasselt waren, schlossen die beiden mit der Erkenntnis: „Happy Wife, happy Life!“

Unter den amüsierten Besucherinnen des Abends, den Gleichstellungsbeauftragte Astrid Wonde traditionell zum Frauentag ausrichtet, war neben Samtgemeinderatsfrau Sabine Klopp, vielen Ratsfrauen aus den Gemeinden, Regionalkoordinatorin Olfa Zaibi von der „Ländlichen Erwachsenenbildung Niedersachsen“ (LEB), begleitet von zwei Sprachschülerinnen aus der Ukraine – Olena und Natalia – auch unsere Landtagsabgeordnete Kirsikka Lansmann.

Sie sah diesen Abend besonders vielfältig, mit den Augen einer Frau, Ehefrau, Mutter – und Politikerin: „Der Abend hat humorvoll mit den Klischees zwischen Männern und Frauen gespielt. Manchmal überspitzt, aber oft nah an den eigenen Erfahrungen. Gleichzeitig wurde auf charmante und unterhaltsame Weise auch auf bestehende Ungleichheiten aufmerksam gemacht, etwa beim Gender Pay Gap, der zeigt, dass Frauen für gleiche Arbeit noch immer nicht den gleichen Lohn erhalten.“

Denn zur Wahrheit gehört auch: Der „Internationale Frauentag“, oder heute auch „Weltfrauentag“ genannt, der seit 1921 am 8. März begangen wird, ist immer noch ein politischer Tag, bei dem nach wie vor die politische, finanzielle und soziale Gleichstellung von Frauen in aller Welt und in allen Gesellschaften eingefordert werden muss. Auch in unserer.