Kita-Koordinatorin Olga Landmann (links) besuchte „Tagesmutter“ Anja Meyer in „Annis Spielkiste“ in Weyhausen
Hier werden fünf Kinder in familiärer Atmosphäre betreut
Anlässlich der landesweiten „Aktionswoche Kindertagespflege in Gelb“ trug Anja Meyer auch ein gelbes T-Shirt
Ende Mai fand wieder die landesweite „Aktionswoche Kindertagespflege in Gelb“ statt. An ihr beteiligte sich erstmals auch Anja Meyer aus Weyhausen, die in der Neuen Straße 19 seit Ende letzten Jahres die Kindertagespflegeeinrichtung „Annis Spielkiste“ betreibt.
Im Rahmen der Aktionswoche setzte sie mit gelber Kleidung und dem Slogan „Hier geht die Sonne für die Kleinsten auf!“ ein sichtbares Zeichen für die Öffentlichkeit, und am Freitagnachmittag lud die 42-Jährige Interessierte in ihre liebevoll gestalteten Räume ein, in denen sie während der Woche fünf Kinder im Alter „von Null bis drei“ betreut.
Auch Kindertagesstättenkoordinatorin der Samtgemeinde Olga Landmann, die aktuell auch als Kooperationspartnerin für unsere insgesamt drei Kindertagespflegepersonen im Boldecker Land fungiert, nahm diese Einladung gerne an.
„Betreuung in der Kindertagespflege ist ein kleinerer Rahmen, als in unseren Kitas, für sich die meisten Eltern aber ganz bewusst entscheiden“, erklärt Olga Landmann.
Im Landkreis Gifhorn ist das Kindertagespflegebüro des DRK in Gifhorn die Koordinationsstelle für unsere Kindertageseltern. Ziel der „Aktionswoche Kindertagespflege in Gelb“ ist es, auf die Qualität und Gleichrangigkeit der Kindertagespflege (siehe Info-Kasten)mit der klassischen Krippenbetreuung aufmerksam zu machen.
„Wobei die Kindertagespflege ja durchaus auch Vorteile gegenüber der Krippe bietet, weil man noch etwas individueller auf jedes Kind eingehen kann, und auch die Betreuungszeiten persönlicher gestalten“, findet Anja Meyer.
Sie selbst hatte 2010 als Mutter mit dieser Betreuungsform Bekanntschaft gemacht, weil ihr eigenes Kind Betreuung brauchte, während sie – damals noch – in der Gastronomie arbeitete. „Aber mein Sohn hatte eine Stoffwechselerkrankung, er durfte nicht alles essen. In der Kindertagespflege war das zum Glück kein Problem.“
Vier Jahre später eröffnete die gebürtige Berlinerin mit 30 Jahren in Wolfsburg dann selbst die erste Betreuungseinrichtung als Kindertagespflegeperson – und ist dieser Berufung seither treu geblieben. „Ich wollte nach der Schule eigentlich schon Erzieherin werden“, sagt sie. Es hatte sich nicht so ergeben. Mit dem Umzug ihrer Familie nach Weyhausen im Oktober 2025 erfüllte Anja Meyer sich dann auch noch den Herzenswunsch „von zu Hause“ zu arbeiten.
„Jetzt haben wir ein eigenes Häuschen, wo sowohl Platz zum Wohnen als auch für die Kinderbetreuung ist“, schwärmt sie. Der lästige Fahrtweg entfalle, sie habe mehr Zeit für die Kinder und sie könne endlich „mit den Räumen machen, was ich will“, ohne einen Vermieter fragen zu müssen.
Derzeit ist das jüngste Kind in ihrer Obhut anderthalb, das älteste drei und am Nachmittag – wenn die meisten Tageskinder schon gegangen sind – holt sie ein Kita-Kind ab, bis die Mutter von der Arbeit kommt. „So kann diese Frau Familie und Beruf vereinbaren“, sagt Anja Meyer.
Sie bietet Betreuungszeiten von 7:30 bis 17:00 Uhr an. Wie sich der Tag für die Kinder nach dem Frühstück gestaltet, entscheidet meistens das Wetter. „Bei schönem Wetter gehen wir eher nach draußen – wir haben einen tollen Spielplatz in der Nachbarschaft – wenn es nicht so schön ist, wird drinnen gebastelt und gespielt.“ In der vergangenen Woche stand natürlich das Basteln von Muttertagsgeschenken ganz oben auf dem Programm.
Bei gutem Wetter ist Anja Meyer auch oft mit einem gelben Lasten-E-Bike mit Sonnenschutz mit ihren Kindern unterwegs. Zum Gefallen der Dorfbewohner und Nachbarn: „Sie kucken immer alle ganz freudig, wenn wir uns begegnen.“
Wer jetzt begeistert zum Telefonhörer greifen möchte, um sein Kind sofort anzumelden, den müssen wir leider enttäuschen. Anja Meyer macht hier „Werbung“ für die Kindertagespflege – aber nicht für sich. „Ich bin schon ausgebucht bis 2028“, sagt sie. Das Geschwisterkind eines ihrer Schützlinge und ein Nachbarkind freuen sich schon aufs nächste Betreuungskind in „Annis Spielkiste“.