Eine knappe Woche lang geriet das Leben der Teilnehmer des Profilkurses „Gesundheit und Soziales“ aus den Fugen.
Da weint doch ein Baby, stellte eine Lehrerin der Realschule am Drömling ganz überrascht fest. Bei genauerer Betrachtung konnte dieser Irrtum berichtigt werden, es handelte sich nur um einen täuschend echtaussehenden Simulator. Und so ein „Baby“ hatten elf Schülerinnen rund um die Uhr zu versorgen: Fläschchen geben, Windel wechseln, Aufmerksamkeit schenken und was sonst noch so dazu gehört.
Die Teilnehmerinnen machten ihren neuen Job richtig gut, auch wenn sie im Unterricht mitunter ihre Mühe hatten, nicht einzuschlafen. Am Ende der Woche zeigte die Auswertung, dass alle sehr verantwortungsbewusst mit ihren Babys umgegangen sind. „Es ist erstaunlich zu sehen, wie schnell die Schülerinnen bei ihren Kindern sind, um sie zu versorgen und wie schnell sie am Weinen erkennen, welche Versorgung ihr Baby benötigt“, so Frau Steinort, die das Projekt für die RS Rühen organisiert. Mein Dank gilt dem Kinderschutzbund Gifhorn, der das Projekt „Ready? – For life!“ seit Jahren an der Realschule begleitet und fördert.
Wie sich in einem Gespräch mit den Projektleiterinnen Susanne Emmermann und Claudia von Brelje herausstellte, sind wir die einzige Schule im Kreis Gifhorn, die dieses Projekt noch durchführt, auch an Wolfsburger Schulen gibt es das so nicht mehr. Der Termin für das nächste Schuljahr steht, denn diese Erfahrung stärkt die Schülerinnen und Schüler für ihr künftiges Leben.