Titel Logo
Stadt Klötze Kurier
Ausgabe 3/2026
Mitteilungen
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Mitteilungen

Haben Sie es gewusst?

Albert Schultz-Lupitz – ein Sohn unserer Stadt mit Weitblick

In diesem Jahr jährt sich sein Geburtstag am 23. März zum 195. Mal. Ein Name, der heute vielleicht nicht mehr jedem geläufig ist – dessen Wirken jedoch weit über unsere Region hinaus Bedeutung erlangte.

Am 22. Juni 1855 erwarb Albert Schultz das Gut Lupitz. Bei der Übernahme befand sich der Betrieb in wirtschaftlich schwieriger Lage. In selbstloser, unermüdlicher praktischer und wissenschaftlicher Arbeit entwickelte er dort – trotz großer Entbehrungen und Rückschläge – über vier Jahrzehnte hinweg ein neuartiges System zur Bewirtschaftung leichter, grundwasserferner Sandböden.

Besonders prägend war seine Arbeit zum Zwischenfruchtanbau sowie zur Fruchtfolge und Düngung. Durch zahlreiche Feldversuche, insbesondere mit Lupinen, erkannte er als Erster die Fähigkeit der Leguminosen, Stickstoff im Boden zu binden und damit die Fruchtbarkeit nachhaltig zu verbessern. Diese Erkenntnis stieß zunächst auf Zweifel, wurde jedoch 1886 im Labor bestätigt. 1889 erhielt er gemeinsam mit dem Agrarwissenschaftler Hermann Hellriegel von der Bayerische Akademie der Wissenschaften die Liebig-Medaille in Gold. Sein Gut entwickelte sich zu einem vielbeachteten Anschauungsbetrieb.

Auch politisch brachte er seine Erfahrung ein: Als Mitglied des Preußisches Abgeordnetenhaus setzte er sich sachorientiert für bessere agrarpolitische Rahmenbedingungen ein. Seinem Engagement verdanken wir unter anderem den Bau der Oebisfelder Chaussee (1881) sowie die Eisenbahnverbindung Salzwedel–Oebisfelde durch Lupitz (1889).

Dr. Albert Schultz-Lupitz steht damit für Innovationskraft, Beharrlichkeit und Heimatverbundenheit – ein Sohn unserer Stadt, dessen Wirken bis heute nachhallt.