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Der Findling
Ausgabe 6/2024
Aus den Gemeinden
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Feierliche Einweihung der Holzfigur Goliath in Stöckheim

Am 30.4. wurde in Stöckheim nicht nur der Maibaum aufgestellt und das Maifeuer auf dem Sportplatz angezündet, an diesem Tag fand am frühen Abend ebenfalls die feierliche Einweihung der Holzfigur Goliath statt. Der ursprüngliche Plan aus dem Baumstumpf der abgestorbenen Stöckheimer Friedenseiche im Kreuzungsbereich die Figur Goliath schnitzen zu lassen, musste aus diversen Gründen verworfen werden. Da das Vorhaben der Goliath Figur nicht auf der Fläche im Kreuzungsbereich Rohrberg, Mehmke, Lüdelsen umgesetzt werden konnte, musste man einen anderen Standort im Ort festlegen. Daher haben sich die Stöckheimerinnen und Stöckheimer für den öffentlichen Bereich vor dem „alten Gerätehaus“ entschieden, da die Figur, an diesem Platz stehend, für die Durchreisenden ebenfalls gut sichtbar ist. Zum Aufstellen der Holzskulptur Goliath wurde ein Fundament, entsprechend den Vorgaben aus dem amtlichen Standfestigkeitsnachweis, hergestellt. Das Relief der Goliath Figur wurde von dem Kettensägenkünstler Herr Andree Löbnitz, aus dem niedersächsischen Suderburg, in den Baumstamm hineingesägt. Als Vorlage zu dieser Arbeit diente eine Zeichnung von den Stöckheimer Einwohnern, welche dann zusammen mit den Herrn Löbnitz überabeitet wurde, um das Vorhaben wunschgetreu umsetzen zu können.

Zum festlichen Rahmenprogramm der Einweihungszeremonie gehörten auch eine Ansprache durch die Bürgermeisterin Silke Niebur sowie eine musikalische Begleitung, durch den Stöckheimer Frauenchor, so dass u.a. auch das Stöckheim-Lied erklang. Nach der festlichen Enthüllung der Goliath Figur gingen alle Anwesenden gemeinsam zum Sportplatz. Einige, der anwesenden Kinder hatten Fackeln in der Hand und andere wiederum Lampions, so dass dadurch ein kleiner Lampionumzug für die Jüngsten stattgefunden hat. Auf dem Sportplatz angekommen wurde dann das Maifeuer angezündet. Dort ließ man dann, in geselliger Runde und gemütlicher Atmosphäre den Tag gemeinsam ausklingen.

Es ranken sich zahlreiche Sagen um den Riesen Goliath und um das Hünengrab bei Stöckheim. Das Großsteingrab Stöckheim, welches sich kurz hinter dem südlichen Ortsausgang von Stöckheim befindet, östlich der Straße nach Lüdelsen, gilt als eines der schönsten Anlagen, auf der sogenannten Megalith-Route in der westlichen Altmark dieser Art und nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern in ganz Deutschland. Rätselhaft ist mitten im Stein die sogenannte Blutrinne, um deren Entstehung sich mehrere Legenden und Sagen ranken.

Zum Beispiel beschreibt eine Sage das Hünengrab, als Grabstätte des biblischen Riesen Goliath, welcher es im Heiligen Land nicht mehr ausgehalten habe, da er dort aufgrund seiner Niederlage gegen den Hirtenjungen David verspottet wurde. Somit beschloss er, sich eine neue Ruhstätte zu suchen und fand den geeigneten Platz in Stöckheim. Dort stellte er zunächst einige Steine auf und kehrte dann noch einmal ins Heiligen Land zurück, um seinen goldenen Sarg und seinen Grabstein zu holen. Den Sarg nahm er unter den Arm und den Grabstein band er sich mit einer goldenen Kette auf den Rücken. Die goldene Kette scheuerte beim Laufen auf der Oberfläche des Grabsteins und bildete somit die markante Rinne auf der Oberfläche des nördlichen Decksteins.