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Mitteilungsblatt der Samtgemeinde Flotwedel
Ausgabe 6/2021
Kirchliche Nachrichten
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Ev.-luth. St. Johannisgemeinde Langlingen

Kirchstr. 1, 29364 Langlingen

Tel.: 0 50 82 / 2 43, Fax 0 50 82 / 91 20 41

E-Mail: KG.Langlingen@evlka.de

Bürozeiten:

Dienstag: 09.00 Uhr bis 12.00 Uhr

Donnerstag: 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Pastorin: Christine Schirrmacher, Sprechzeit nach Vereinbarung

Christine.schirrmacher@evlka.de

Gemeindesekretärin: Christine Dreger

Gemeindeschwester: Daniela Feilbach Tel.: 0 53 75 / 98 26 43

Regenbogenkindergarten: Dörte Wieczorek Tel.: 0 50 82 / 5 48

Krippe: Tel.: 0 50 82 / 91 59 271

Allerhaus: Ilena Grote Tel.: 0 50 82 / 13 97

www.allerhaus.de

Liebe Gemeindeglieder,

Die Gottesdienste in unserer Kirche werden bis voraussichtlich 14. Februar (dem derzeitigen Lockdown entsprechend) weiterhin ausfallen.

Diesen Schritt halten wir für sinnvoll, um uns alle weiterhin vor einer Ansteckung mit dem Virus zu schützen. Gleiches gilt für unseren Konfirmandenunterricht, der leider auch nicht stattfinden kann.

Wir hoffen aber, bald wieder miteinander Gottesdienste feiern zu können und den Unterricht für unsere Vor- und Hauptkonfirmanden wiederaufzunehmen.

Einen digitalen Gottesdienst zum 3. Sonntag nach Epiphanias finden Sie auf unserer Homepage: www.kirche-langlingen.wir-e.de. Dieser Gottesdienst wird musikalisch begleitet von Hans-Hermann Kerl an der Gitarre, Barbara Kuhls für die Lesungen und Pastorin Christine Schirrmacher.

Wir möchten Ihnen in dieser Zeit wöchentlich eine Andacht „zum Mitnehmen“ zur Verfügung stellen. Diese Andachten bekommen Sie im Pfarrbüro zu den Öffnungszeiten oder jederzeit im Vorraum des Pfarrbüros (Korb auf der Bank).

Haben Sie ein Bedürfnis nach geistigem Zuspruch oder Seelsorge? Kommen Sie ins Pfarrbüro. Kommen Sie bitte einzeln und denken Sie an einen Mund-Nasenschutz.

Sie können aber auch gerne mit Pastorin Schirrmacher telefonieren, wenn Sie jemanden zum Reden brauchen (Tel.: 05082/243).

Andacht im Corona-Lockdown

Die Masken, die wir tragen

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich bin mir sicher, auch Sie sagen das Wort „Maske“ mindestens einmal am Tag. Es ist ja auch mittlerweile unser aller Alltag: Ohne Maske, vorzugsweise ein FFP2-Modell, dürfen wir nicht mehr einkaufen gehen oder die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen.

Im folgenden Text soll es auch um Masken gehen, jedoch nicht als der Mund-Nase-Schutz, der uns derzeit überall begegnet und den wir immer noch allzu häufig vergessen, wenn wir das Haus verlassen. Es geht um imaginäre Masken, Vorstellungen also, die wir von uns selbst machen, vielleicht, um in den Augen anderer besser dazustehen (oder vor uns selbst), oder um in ein bestimmtes Bild zu passen.

Als ich ein Kind war, haben meine Schwestern und ich es geliebt, uns zu verkleiden. Unsere Mutter hat ab und zu bunte Kleider mit Goldfäden und Rüschen vom Kleidermarkt mitgebracht. Wir Schwestern durften sie dann anprobieren und damit spielen. So sind wir in fast jede Rolle geschlüpft: Mal waren wir edle Damen mit Samthandschuhen, mal lustige Clowns mit wilder Frisur.

Seit einigen Jahren passen diese Kostüme nicht mehr. Stattdessen verkleidet man sich auf eine andere Art und Weise: Wir tragen dann verschiedene unsichtbare Masken. Für die einen wird man zum Pastor mit zu vielen Terminen. Bei anderen hat man einen ganz anderen Ruf. Und wieder andere sind der Ansicht, dass man als Kämpfer durch die Welt geht, dem niemand etwas anhaben kann. Natürlich denkt man sich diese Masken nicht aus. Ein Mensch kann alles ein bisschen sein: verträumt, unsicher, gutmütig und organisiert. Aber ich betone bei verschiedenen Menschen gerne die eine oder die andere Seite etwas mehr. So kann man ganz bewusst ein bestimmtes Bild von sich erzeugen. Das ist entweder in dem Moment bequem oder es scheint attraktiver als das eigentliche Ich. Fakt ist jedenfalls: Nur wenig kennen den anderen ohne Maske. Das Verkleiden gehört schon lange zu unserem Alltag. Manchmal fällt es mir sogar selbst schwer, mein wahres Gesicht zu erkennen. Dann steht die Frage im Raum: Wer bin ich eigentlich wirklich?

Gott hat eine Antwort auf diese Frage. Er kann hinter unsere Masken schauen und weiß daher, wer wir wirklich sind. Er kennt einen jeden von uns durch und durch, weil er uns geschaffen hat. Das hat bereits David verstanden. Er war vor rund 3.000 Jahren König von Israel. In einem seiner Lieder schreibt er:

Herr, du hast mich erforscht und kennst mich genau. Ob ich sitze oder stehe: Du weißt es. Meine Absicht erkennst du von fern. Ob ich gehe oder ruhe: Du bemerkst es. Alle meine Wege sind dir bekannt. Noch liegt mir kein Wort auf der Zunge, schon weißt du, Herr, was ich sagen will. Ich hatte noch keine Gestalt gewonnen, da sahen deine Augen schon mein Wesen. (Psalm 139, 1-4+16) Und was sieht Gott nun hinter all unseren Masken? Ganz einfach: sein Spiegelbild. Gott sieht uns so, wie er uns ursprünglich geschaffen hat - nämlich als sein Ebenbild. Und das gefällt ihm sehr gut (1. Mose 1, 31). Leider stehen wir viel zu selten zu diesem genialen Kunstobjekt. Viel lieber verkleiden wir es und helfen ein bisschen nach. So soll es angeblich noch schöner werden. Das Problem: Jede Maske kann im Vergleich zu Gottes Ebenbild nur eine verzerrte Kopie sein.

David hat das verstanden. Er findet Geborgenheit darin, dass Gott ihn so genau kennt: Zu wunderbar ist dieses Wissen für mich. Es ist mir zu hoch: Ich kann es nicht fassen. (Psalm 139,6) Die Geborgenheit, die David gefunden hat, wünscht sich Gott auch für uns. Für manche ist es vielleicht ein etwas längerer Weg, bis sie vor Gott - und dann auch vor den Menschen - ihr Gesicht ohne Maske zeigen. Anderen fällt es leichter.

Egal zu welcher Gruppe wir gehören - zwei Punkte sind für jeden von uns wichtig. Erstens: Wir brauchen keine Angst zu haben. Wir dürfen ohne jegliche Maske, die wir uns selbst in Gedanken aufsetzen, zu Gott kommen. Denn unter diesen Masken liegt ein vielseitiger und wunderschöner Mensch, der genauso von Gott gewollt ist. Zweitens: Wir sollten uns auf Veränderungen einlassen. Denn haben wir die Masken einmal abgenommen, kommen natürlich auch die unschönen Stellen zum Vorschein - auch ein Spiegelbild kann Macken haben.

Aber wir dürfen vollkommen unverkleidet - so wie wir sind - zu Gott kommen.

Gott hilft uns dabei, an den Macken zu arbeiten. Er will unsere ganz eigene Individualität hervorkitzeln. Wichtig ist in jedem Fall: Die imaginären Masken, hinter denen wir uns allzu oft verstecken möchten, gehören in die verstaubte Kiste zu den Kostümen der Kindheit. Schöner machen sie uns nicht.

Bleiben Sie behütet!