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Mitteilungsblatt der Samtgemeinde Flotwedel
Ausgabe 6/2021
Aus den Ortschaften
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Wienhäuser Fundsachen

Zeichnung „Gasthof zu den Drei Linden“. Der Saal hinter dem Gebäude wurde 1870 aufgestellt.

1.) „Zu den Drei Linden“

Die heutige Gastwirtschaft „Klosterwirt“ hieß früher „Zu den Drei Linden.“ Vor dem Haus standen drei Lindenbäume. Der letzte Baum, 10m hoch, drohte am 28.1.2018 auf den Fahrradweg und auf die Fahrbahn zu stürzen. Zur Abwendung einer Gefährdung wurde der Baum beseitigt und siehe da, er war innen schon gänzlich ausgehöhlt. Im Einsatz war die Ortsfeuerwehr Wienhausen. Erstmals erwähnt wurde das Gasthaus 1632, also vor 389 Jahren. Das Foto ist eine Zeichnung und war eine Ansichtskarte. Oben rechts lautet die Beschriftung: „Gasthof z. d. drei Linden, Inh. Albert Heinemann.“ Abfotografiert von Frau Margret Spandow, Wienhausen.

(Anmerkung: Vermutlich wurde die Ansichtskarte zwischen 1900 und 1910 gefertigt).

Albert Heinemann (lebte von 1871 - 1945) übernahm die Gastwirtschaft von seinem Vater August Heinemann (1834 - 1905). Gastwirt Albert Heinemann war der Vater vom langjährigen Bürgermeister Albert Heinemann und übernahm das Lokal 1900. Aus Krankheitsgründen verkaufte er 1910 die Wirtschaft an den Schlachtermeister Ludwig Mayer, Wiesbaden.

2.) Der Winter und seine Folgen

Am 19.2.1929 erschien in der Celleschen Zeitung ein längerer Leserbrief mit dem Vermerk: „Heinemann, Wienhausen.“ Es kann sich hierbei nur um Albert Heinemann, 1871 - 1945, handeln. Er schreibt u. a.: „Der starke Frost, der mindestens 70 - 80 cm in den Boden eingedrungen ist, der in jedem Raum, ob Keller oder Viehstall, großen Schaden angerichtet hat, der sämtliche Wasseranlagen, wie Brunnen, Wasserleitungen usw. beschädigt hat, so dass das Wasser zum Teil weit hergeholt werden muss, ist immer noch nicht vorbei. Das Vieh im Stalle hat unter dem harten Frost sehr gelitten und ist kaum noch zu ernähren, denn ein Hauptfuttermittel für die Kuh im Winter, die Steckrübe, ist überall zu großen Eisklumpen zusammengefroren und nicht zu gebrauchen. Im Schweinestalle sind die kleinen Ferkel zum größten Teil infolge der Kälte eingegangen und die fetten Schweine haben nicht zunehmen können. Kartoffeln sind nicht aus der Miete herauszubekommen, sie sind auch zum großen Teile erfroren; was soll werden? ….

Hoffentlich geht auch in diesem Jahre die Schneeschmelze ganz allmählich vor sich, da ja dann die Hoffnung besteht, dass das ganze Wasser von der Aller abfließt, ohne dass uns an der Mittelaller ein allzu großer Schaden zugefügt wird.“

(Anmerkungen: Die Bilder, als fast jährlich das Hochwasser der Aller die Wiesen und Felder unserer Region überflutete, gehören zwischenzeitlich der Vergangenheit an, sind aber noch immer in Erinnerung. Insbesondere hat die hiesige Landwirtschaft darunter gelitten. - Der Winter 1928/1929 verzeichnete Temperaturen von 28 Grad unter Null. Quelle: Google „Jahrhundertwinter 1929“).

3.) 20 Pfund Wurst für eine Busreise

Auf der Mitgliederversammlung vom Männergesangverein Wienhausen am 12.1.1951 (vor 70 Jahren) stand auch die Rechnungslegung für das Jahr 1950 auf der Tagesordnung. Es wird u. a. angegeben, dass der Verein 1950 eine Busfahrt mit der Fa. Lembke und Koschick aus Klein Eicklingen unternommen hat. Ziel war der Ort Müden. Ob Müden/Oertze oder Müden/Aller ist nicht festzustellen. Jedenfalls muss es schon eine etwas längere Busfahrt gewesen sein. Seitens des Vereins wurden für die Fahrt sog. „Nahrungsergänzungs-

mittel“ in fester Form geordert und zwar 20 Pfund Wurst. 10 Pfund für 22,-- DM vom Schlachtermeister Willi Sakel und 10 Pfund für 22,-- DM beim Schlachtermeister August Heuer (Anmerkung: heute Schlachterei Zimmermann).

Vereinsmitglied Heinrich Beinke hatte die Aufgabe übernommen, die Versammlung für den 12.1.1951 bei jedem Vereinsmitglied anzusagen. Hierfür erhielt er eine Aufwandsentschädigung von 1,-- DM. Die Frage, wie viel Zinsen wurden dem Vereinskonto 1950 bei der Spar- und Darlehnskasse gut geschrieben, ist schnell beantwortet. Es waren 89 Pfennige.

(Quelle: zu Punkt 1 - 3: Archivunterlagen B. Meißner).

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