Große Augen bei den Kindern und Jugendlichen in Everode: Die beliebte Bücherzelle war plötzlich leer! Doch keine Sorge – dahinter steckt kein Unglück, sondern eine wichtige Erinnerung.
Doris Pinkernell und Siggi Kraft, die Dorfmoderatoren von Everode, wollten mit der leeren Bücherzelle auf die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten am 10. Mai 1933 hinweisen. Damals wurden auf dem Berliner August-Bebel-Platz rund 20.000 Bücher kritischer Autoren verbrannt – ein trauriges Kapitel unserer Geschichte. Ein Denkmal des israelischen Künstlers Micha Ullmann erinnert heute noch an diese Untat: Unter einer Glasplatte sieht man Regale für 20.000 Bücher – sie sind leer, ein starkes Symbol für Zerstörung von Wissen.
Glücklicherweise bleibt es in Everode nicht lange leer: Bereits in den nächsten Tagen werden Doris Pinkernell und Siggi Kraft die Bücherzelle wieder mit neuen Kinder- und Jugendbüchern füllen. So können alle kleinen und großen Leserinnen und Leser wieder spannende Geschichten entdecken und ausleihen – und das Wissen lebt weiter!
Am Ortseingang von Everode, kommend aus Hörsum, stehen sie noch – die kleinen Erdhäuser, die im Rahmen des Projekts „BodenKunstSchätze“ entstanden sind. Der Künstler Michael Rofka hat die Häuschen zusammen mit den Jugendlichen des Kinderhofs Winzenburg gestaltet.
Besonders: Für das Kunstwerk wurden ausschließlich Naturmaterialien verwendet – ein Hinweis auf die Vergänglichkeit allen Lebens. Den natürlichen Verfallprozess haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durchgehend begleitet, dokumentiert von der Fotografenmeisterin Tanita Teichfischer. Eine Fotocollage wird später an das Kunstwerk erinnern und die Eindrücke für die Zukunft festhalten.
Ein herzliches Dankeschön geht an die Familie Hebner, die ihr Gärtchen für diese Aktion zur Verfügung stellte.
Und die Dorfmoderatoren Doris Pinkernell und Siggi Kraft kündigen schon das nächste Kunstprojekt an: Es wurde Kontakt zu einem weiteren heimischen Künstler aufgenommen – Everode darf sich also auf neue kreative Impulse freuen!