Ehrenamtliches Engagement ist keine Selbstverständlichkeit - und doch trägt es das gesellschaftliche Leben in Hattorf seit Jahrzehnten. Menschen, die Verantwortung übernehmen, Zeit schenken und Gemeinschaft ermöglichen, sorgen dafür, dass Vereine, Treffpunkte und Angebote bestehen bleiben. Beim 22. Neujahrsempfang der Gemeinde rückte genau dieses Engagement in den Mittelpunkt: Mit den Meierhofmädels, Hans-Jürgen Krenzer und Christine Lehmann wurden drei Beispiele geehrt, die zeigen, wie unverzichtbar Ehrenamt für das Dorfleben ist.
Der Meierhof ist Dorfmuseum, Veranstaltungsort und Treffpunkt zugleich. Dass er all diese Funktionen erfüllen kann, verdankt er neben anderen Gruppen vor allem den Meierhofmädels. Die Arbeitsgruppe aus derzeit 18 Frauen engagiert sich seit vielen Jahren mit großem Einsatz dafür, dass Veranstaltungen gelingen, Geschichte erlebbar bleibt und Gemeinschaft entstehen kann - von der Planung über die Durchführung bis zum Aufräumen.
Sie backen, kochen, dekorieren, pflegen den Garten, kümmern sich um Wäsche und Ordnung und arbeiten eng mit Grundschule und Kindergarten zusammen. „Es gibt immer etwas zu tun - und irgendjemand muss es ja machen“, sagen sie selbst. Was nach Alltag klingt, ist für die Frauen vor allem eines: sinnstiftend. „Wir machen das, weil es sinnhaft ist.“
In ihrer Laudatio brachte die erste Vorsitzende Inge Köhler diese Bedeutung poetisch und gesungen auf den Punkt: Die Meierhofmädels seien „das Salz in der Suppe“, „die Hefe im Teig“ und „die guten Geister im Hause des Museums“. Getragen wird ihr Engagement von starkem Zusammenhalt - und dem Wunsch, dass sich künftig auch jüngere Frauen für diese Aufgabe begeistern.
Als der FC Merkur Hattorf 2011/2012 vor einer existenziellen Krise stand und kein Vorsitzender gefunden werden konnte, erklärte sich Hans-Jürgen Krenzer bereit, Verantwortung zu übernehmen - obwohl er bis dahin kaum Berührungspunkte mit dem Verein hatte. Was als Notlösung begann, entwickelte sich zu einem echten Glücksfall.
13 Jahre lang führte Krenzer den Verein mit großem Einsatz, Umsicht und Verlässlichkeit. Er sicherte den Fortbestand des FC Merkur und ermöglichte Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, den Fußballsport im eigenen Ort auszuüben. Auch nach seinem Ausscheiden steht er dem Verein weiterhin mit Rat und Tat zur Seite - ein Engagement, das weit über den Sport hinaus wirkt.
Seit mehr als 25 Jahren ist Christine Lehmann eine feste Größe im TVG Hattorf. Jeden Montag führt sie Kinder im Alter von etwa dreieinhalb bis sieben Jahren spielerisch an Bewegung und Sport heran. Dabei geht es ihr um weit mehr als Turnübungen: um Selbstvertrauen, Gemeinschaft und Freude an Bewegung.
Mit viel Kreativität entwickelt sie Angebote, die über den regulären Übungsbetrieb hinausgehen. Die Ferienaktion „Kunterbunt geht’s rund“ ist für viele Familien ein fester Höhepunkt. Über Generationen hinweg hat Christine Lehmann Kinder auf ihren ersten sportlichen Schritten begleitet - unterstützt von einem engagierten Team, das sie mit Begeisterung mitzieht. „Die Kinder lieben sie“, hieß es in der Laudatio von Thomas Hahn - und genau das ist wohl das größte Kompliment.
Musikalisch umrahmt wurde der Empfang von Matthias Hofmann am Keyboard und Nils Passian an der Trompete. Bürgermeister Frank Kaiser fand klare Worte für die Bedeutung des Ehrenamts: „Ihr seid der Kitt der Gesellschaft. Ohne euch wäre unser Dorfleben nicht so, wie es ist.“
Ein Satz, der an diesem Tag mehr war als ein Lob - sondern eine treffende Beschreibung dessen, was Ehrenamt in Hattorf bedeutet.