Zum letzten Monatstreffen der SoVD-Frauengruppe Hattorf konnte Frau Jutta Kindereit von der Alzheimer-Gesellschaft, Region Harz, zu einem Vortrag mit dem Thema: „Demenz, das schleichende Vergessen“ gewonnen werden. Ein Thema, das in der Gesellschaft viele Menschen betrifft, entweder in der Familie oder im Freundes- und Bekanntenkreis.
Nach der Begrüßung durch die Frauensprecherin, Monika Lakemann, und der 2. Vorsitzenden Gabi Kirchhoff erläuterte Frau Kindereit in ihrem Vortrag die verschiedensten Formen und Symptome von Demenz und Alzheimer, wobei Alzheimer und Demenz nicht dasselbe sind. Unter Demenz versteht man ein Muster von Symptomen, das viele Ursachen haben kann, und es hängt davon ab, welche Bereiche des Gehirns durch die zugrunde liegende Krankheit geschädigt worden sind. Das Hauptmerkmal der Demenz ist eine Verschlechterung von mehreren geistigen (kognitiven) Fähigkeiten im Vergleich zum früheren Zustand und ist keine reine Gedächtnisstörung. Zu den betroffenen Fähigkeiten zählen neben dem Gedächtnis Aufmerksamkeit, Sprache, Auffassungsgabe, Denkvermögen und Orientierungssinn. Der Ausprägungsgrad reicht von geringen Veränderungen wie z. B. kleinen Vergesslichkeiten bis hin zu Wesensveränderung, Verlust des Hunger- oder Durstgefühls und später dem Nicht-mehr-Wiedererkennen nahestehender Personen und letztlich dem völligen Verlust der Selbständigkeit.
Die Alzheimer-Erkrankung ist eine spezifische, fortschreitende neurodegenerative Veränderung des Gehirns mit ähnlichen bis gleichen Symptomen und die häufigste dieser Ursachen. Laut Statistik ist von den 60-Jährigen nur jeder Hundertste betroffen, von den 80-Jährigen dagegen jeder Achte.
Frau Kindereit wies darauf hin, dass die Früherkennung einer Alzheimer-Erkrankung bereits beim Auftreten leichter Gedächtnisstörungen möglich ist. Diese Untersuchungen können aber auch zu dem Ergebnis führen, dass keine kognitiven Einschränkungen vorliegen, die für das Alter untypisch sind, sondern durch andere behebbare Erkrankungen bedingt sind und dadurch Sorgen ausräumen.
In ihrem Vortrag ging Frau Kindereit aber nicht nur auf die Erkrankungen ein, sondern auch auf den Umgang mit den Erkrankten und ihren Angehörigen. So sei es für die Betroffenen anfangs ganz wichtig, weiterhin so lange wie möglich ihre sozialen Kontakte zu pflegen und sich viel im Freien zu bewegen, auch wenn es für die Erkrankten nicht immer leicht ist und sich mitunter auch Freunde und Bekannte zurückziehen würden, die mit der Veränderung des Erkrankten nicht umgehen können.
In ihren weiteren Ausführungen erklärte Frau Kindereit, dass Betroffene und auch die pflegenden Angehörigen jederzeit Hilfe bei der Alzheimergesellschaft bekommen können. Sie selbst habe jetzt erfreulicherweise ein Büro in Herzberg, und man könne sich jederzeit an sie wenden.
Mit viel Beifall für die interessanten Ausführungen und mit einem Blumenstrauß, überreicht von der Frauensprecherin, wurde Frau Kindereit verabschiedet. Text u. Bild: Dicken