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Hermannsburger Rundschau
Ausgabe 2/2026
Editorial
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Editorial

es scheint doch sehr einfach zu sein an Geld zu kommen, das man nicht hat. Waschmaschine kaputt und kein Geld für Ersatz? Einfach auf dem Smartphone die notwendige Summe eintippen und - Schwupps – Jubel über Jubel – kommt die Bestätigung, das Geld ist da. Und schon bald steht die neue Waschmaschine in den eigenen vier Wänden.

Vielleicht gefällt auch das alte Sofa nicht mehr und ein neues soll her. Geld dafür? Nein, aber vollkommen unkompliziert das notwendige Geld auf Kredit erhalten, ist ja soooo einfach. Nur ein paar Klicks auf dem Smartphone ist das zusätzliche Geld entfernt.

Bei solchen Werbeeinspielungen im Fernsehen kann ich mich nur wundern. Und mir nicht vorstellen, dass „einfach so“ Geld zur Verfügung gestellt wird, ohne Sicherheiten, ohne vorher Auskünfte einzuholen. Jedes seriöse Geldinstitut vor Ort geht nicht einfach mit der Geldgießkanne herum. Und nach Bonität wird hier auch gefragt. Ist das bei Plattformen der Finanzindustrie anders? Und wenn ja, zu welchem Preis?

Die Schuldnerberatungen haben alle Hände voll zu tun, auch weil sich Menschen verschulden und die oftmals horrend hohen Zinsen vorher in Gedanken wegdrücken. Denn auch durch Finanzplattformen in der TV-Werbung wird Geld nicht einfach verschenkt, selbst wenn es die Werbung suggeriert.

Also diesmal ganz skeptische Grüße
von Gunda Ströbele