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Hermannsburger Rundschau
Ausgabe 6/2026
Aktuelles
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Aktuelles

Bürgermeisterin Katharina Ebeling drückte in den Begrüßungsworten ihre Wertschätzung für die ehrenamtlich Tätigen aus.

Andreas Schiemenz bereicherte die Veranstaltung mit einen rhetorisch kurzweiligen Vortrag zum Thema Ehrenamt.

Zum Abschluss der Veranstaltung hatte die Gemeinde Südheide zum Fingerfood-Buffet eingeladen.

gs. Die Gemeinde Südheide hatte ehrenamtlich Tätige aus den Vereinen und Organisationen anlässlich des bundesweiten Ehrentages in das Bürgerhaus in Unterlüß eingeladen, um die Bedeutung des Ehrenamtes für die Gemeinschaft zu würdigen. Anlass war die Initiative von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, anlässlich des 77. Geburtstages am 23.05.2026 die Initiative „Der Ehrentag, Für dich. Für uns. Für alle.“ ins Leben zu rufen.

An die Verabschiedung des Grundgesetzes am 23.05.1949 erinnerte auch Bürgermeisterin Katharina Ebeling, an die Aufbruchstimmung nach dem Krieg, es sollte gemeinsam nach vorn geschaut werden. „Die Verabschiedung des Grundgesetzes war ein wichtiger Moment, es zeigt Grundsätze für ein gemeinsames Leben.“ Deutschland lebe von Menschen, die sich einbringen, in Vereinen oder im Miteinander.

Das Grundgesetz habe nach wie vor eine große Bedeutung, so die Bürgermeisterin, für das gemeinschaftliche Leben, wo verschiedene Meinungen respektvoll miteinander ausgehandelt werden. „Das Grundgesetz ist wichtig für ein geregeltes Gemeinleben.“ Klimawandel und Kriege bereiten Sorgen und auch in Deutschland gebe es Bestrebungen, „die unserer Demokratie nicht positiv gesonnen sind“. „Ich bitte Sie: Setzen Sie sich gegen extremistische Bestrebungen in Deutschland ein. Wir müssen das gemeinsam verteidigen.“

„Wir feiern nicht nur das Grundgesetz, sondern den Ehrentag in der Gemeinde Südheide. Ich habe die eingeladen, die in unserer Mitte handeln, sich für das Gemeinwohl einsetzen. Sie haben höchste Anerkennung“, hob Katharina Ebeling hervor. Sie nannte in ihrer Begrüßung die zahlreichen Vereine und Organisationen in der Gemeinde Südheide, die Vertreterinnen und Vertreter geschickt hatten. Weit über 100 seien es insgesamt, nannte sie als Zahl. Aber der 23. Mai fiel auf den Pfingstsamstag und lag für einige potenzielle Teilnehmer auch etwas ungünstig, aber 40 Vereine hatten sich angemeldet. Das Bürgerhaus war gut gefüllt und die Teilnehmenden hatten sich viel zu sagen, wie man dem Stimmengewirr entnehmen konnte. Andreas Meyer aus Unterlüß sorgte für die musikalische Untermalung der Veranstaltung.

Der Referent des Vormittags, Andreas Schiemenz aus Hamburg, nahm sich des Themas „Ehrenamt & Demokratie – die Flügel unserer Gesellschaft“ an. In seinem rhetorisch kurzweiligen Vortrag stellte er das Ehrenamt als eine der festen Säulen der Gesellschaft heraus. „Ehrenamt und Verlässlichkeit gehören zusammen. Durch Verlässlichkeit entsteht Vertrauen. Die Menschen verbinden das mit dem Ehrenamt. Wir feiern heute das Grundgesetz, aber es ist eine Feier Ihnen zu Ehren. Das ist etwas, das man im Alltag gar nicht genug hervorheben kann.“

Was mache starke Gesellschaften stark? Das sei nicht das Gesetz, „sondern das sind Menschen wie Sie, die sagen: ich mache das einfach. Niemand wird für das Denken ans Ehrenamt geschätzt, sondern für das Machen.“ Und er fuhr fort: „Sie im Ehrenamt sind die Basis unserer Demokratie. Demokratie ist da, wo Sie arbeiten in Ihrer Freizeit. Demokratie wird vor Ort gelebt.“

Was an Zeit im Ehrenamt aufgewendet werde, lasse sich nicht in Geld fassen. „Sie alle sorgen dafür, dass diese Gemeinde Südheide lebenswert ist und bleibt. Sie sorgen dafür, dass Infrastruktur funktioniert.“ Ehrenamt sei oft unbequem, denn es gebe immer jemanden, der alles besser wisse. Oftmals werde Ehrenamt nicht geschätzt, sondern kritisiert.

„Heimat ist da, wo Du Dich engagierst. Den Begriff Heimat haben uns irgendwelche Leute weggenommen. Heimat ist da, wo Sie leben. Auch Sie sind Heimat, weil Sie sagen, ich kümmere mich, ich übernehme das, ganz still, ganz leise.“ Es sei gut, dass diese Menschen in Südheide das Gefühl bekämen, „die Menschen sehen Sie, die Menschen achten Sie.“

Untersuchungen zeigen, 80 % der Menschen nehmen eine Spaltung der Gesellschaft wahr, hieß es von Andreas Schiemenz. „Das kommt, weil Menschen sich nicht ernst genommen fühlen. Sie haben die Sehnsucht nach der alten Zeit. Aber: „Früher war es genauso Scheiße, nur anders.“ Die Menschen sehnen sich nach Sicherheit, Stabilität und Ordnung. Hier gehe es darum, das Wir zu stärken. „Wir ist der entscheidende Punkt, mit dem wir uns identifizieren können.

Man sollte mal… Man könnte mal… „Man kann es auch einfach in die Hand nehmen und machen. Gemeinschaft braucht einen gemeinsamen Wert, das ist auch die Kunst und Kultur.“ Abschließend rief er dem Publikum zu: „Sie sind heute hier und zeigen, wir sind eine Gemeinschaft. Sie tragen die Gesellschaft. Dafür Dankeschön.“ Sein Vortrag wurde mit viel Beifall belohnt. Bürgermeisterin Katharina Ebeling beendete den formalen Teil mit einem abermaligen Dank an die ehrenamtlich Tätigen. „Für mich als Bürgermeisterin ist es gut und wichtig, dass Sie alle unsere Gemeinschaft unterstützen.“ Sie lud ein zum Fingerfood-Buffet und guten Gesprächen, die sich auch schnell ergaben.