neulich fragte mich meine Tochter erstaunt: „Hältst Du Selbstgespräche?“ Nein, natürlich nicht, aber ich werde ja wohl noch mal mit meinen Tomatenpflanzen schimpfen dürfen, wenn sie nicht das machen, was sie sollen. Nehmen wir mal die größten meiner Fleischtomaten, genau die sind es, die heimlich immer mehr Seitentriebe machen, ohne dass ich es gleich bemerke. Wie bitte sollen da die großen Früchte noch Halt finden? Da wird doch wohl mal ein ernstes Wörtchen erlaubt sein.
Oder die kleinen Cherrytomaten, da gibt es zwei Sorten, die werden hoch und höher. Immer mit der Fußbank im Gewächshaus ernten will ich auch nicht: also Schere her und nach zweieinhalb Metern heißt es „Kopf ab“. Dies aber bitte, liebe Tomaten, soll kein Einfallstor sein für Erkrankungen im Herbst. Also gebt euch Mühe und bleibt gesund.
Natürlich weiß ich, dass die Tomaten mich nicht hören, geschweige denn auf mich hören. Sie sind garantiert so taub wie der Giersch, der auch gegen jegliche Verwarnungen, Flüche und Sonstiges immun ist. Sonst könnte ich ihnen ja auch Chopin vom Band vorspielen und hoffen, die Früchte werden schöner. Aber mein Garten ist mein Freiraum, wo ich mich auch mal abreagieren kann. Und wenn das mehr oder weniger entspannte Plaudern mit Tomaten dazu gehört, dann ist das halt so.