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Hüt un Lüd
Ausgabe 10/2025
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Foto muss ich noch machen

Bürgermeister Carlos Brunkhorst tritt nicht wieder an

Rb. Wenn Carlos Brunkhorst im Oktober 2026 sein Büro im Neuenkirchener Rathaus verlässt, endet eine Ära. Der heute 58-Jährige ist schon jetzt der dienstälteste Hauptverwaltungsbeamte im Heidekreis – und nach über 40 Jahren im Dienst seiner Heimatgemeinde wird man ihn vermissen. Doch eines stellt er gleich klar: „Ich bin nicht amtsmüde.“

Die Entscheidung, sich nicht noch einmal zur Wahl zu stellen, ist weder politisch noch beruflich motiviert, sondern ein rein privater Schritt. „Wir haben lange in der Familie darüber gesprochen“, sagt Carlos Brunkhorst. Am Ende überwog der Wunsch, das Privatleben nicht länger hintenanzustellen.

Ganz nüchtern betrachtet spielte auch das Kommunalverfassungsgesetz eine Rolle. Seit der Reform gilt wieder eine Amtszeit von acht Jahren. Für Carlos Brunkhorst hätte das bedeutet: Dienst bis 67½. „Das wäre grundsätzlich kein Problem“, meint er, „aber Bürgermeister ist eben kein Halbtagsjob.“ Wer dieses Amt ausübt, müsse mit voller Kraft und Aufmerksamkeit dabei sein. „Mit halber Energie geht es nicht – und das möchte ich den Menschen nicht zumuten.“ Dabei weiß er: Würde er sich erneut zur Wahl stellen, würde er mit breiter Unterstützung rechnen können.

So schwingt in seinen Worten kein Resignieren mit, sondern Dankbarkeit. Dankbarkeit für ein Berufsleben, das schon mit 16 Jahren im Neuenkirchener Rathaus begann. Über vier Jahrzehnte hat er seine Gemeinde durch Wandel, Wachstum und Herausforderungen begleitet – und er will auch die letzten dreizehn Monate seiner Amtszeit nutzen, um Projekte anzustoßen und zu Ende zu führen. „Die Themen sind klar: Finanzen stabilisieren, Ganztagsbetreuung ausbauen, Wohnraum schaffen, die Gemeinde weiterentwickeln. Es gibt noch viel zu tun.“

Seine Worte klingen nach Verantwortung und Herzblut, nicht nach Rückzug. Carlos Brunkhorst bleibt ein Mann der Tat bis zum letzten Tag – und doch ist da auch Vorfreude auf das, was danach kommt. Rente? Fehlanzeige. „Ich möchte noch einmal etwas Neues wagen – vielleicht im sozialen Bereich, vielleicht in der Wirtschaft. Wichtig ist mir, dass ich mich auch dort mit voller Intensität einbringen kann.“ Er betont, dass es nicht zwingend in der öffentlichen Verwaltung sein wird, sondern er sich eine Aufgabe auch außerhalb der Verwaltung vorstellen kann.

Wer ihn kennt, weiß, dass er diese Haltung ernst meint. Carlos Brunkhorst gilt als jemand, der stets überparteilich, offen und bodenständig arbeitet – ein Bürgermeister, der zuhört und Lösungen sucht, statt Konflikte anzuheizen. So verwundert es nicht, dass er zur Frage der Nachfolge konsequent schweigt. „Das ist nicht meine Aufgabe“, sagt er. Natürlich gebe es bereits Interessenten, doch er hält sich aus allen Spekulationen heraus.

Bis Oktober 2026 bleibt er der Bürgermeister, den die Menschen kennen: engagiert, nahbar, unermüdlich – und wenn er dann den Schlüssel zum Rathaus abgibt, endet zwar ein Kapitel, doch sicher nicht die Geschichte von Carlos Brunkhorst: „Eine Tür schließt sich und eine neue öffnet sich.“