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Hüt un Lüd
Ausgabe 11/2025
Vereine und Verbände
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Vereine und Verbände

Privatdektivin Nadine Hellberg (Franziska Kobert) konnte Jürgen Boetje (Petra Streich) zu Dagmar Boetges (Melanie Gerken) Erleichterung nicht verführen – aber warum nicht!?

Lachstürme auf dem Schröers-Hof

Am Samstag, dem 25.10.2025, hieß es „Leinen los!“ auf dem Schröers-Hof, als die Theatergruppe des TSV „JA GENAU“ ihre Premiere „Bordgeflüster“ von Kerry Renard auf der MS Fortuna feierte. Wer dachte, dass Theater immer drinnen stattfinden muss, wurde eines Besseren belehrt: Auf der rustikalen Diele des Vierständerhauses gab es zwar keinen Vorhang, aber dafür umso mehr Improvisationskunst – und die wurde spektakulär zur Show!

Schon beim Start ertönte die vertraute Traumschiff-Melodie, während Bordansagen die Zuschauer mit topaktuellen Infos zwischen den Szenen auf dem Laufenden hielten. Ein Teil des Teams hatte zudem die Versorgung mit Getränken und Brezeln übernommen – natürlich stilecht in „Bord-Uniform“. So fühlte man sich schnell wie an Deck eines echten Kreuzfahrtschiffs, nur ohne Kabinenschlüsselchaos.

Apropos Chaos: Das Ehepaar Dagmar (Laura Weyhausen/Melanie Gerken) und Jürgen Boetge (Matthias Kutter/Petra Streich) wollte eigentlich ihre Silberhochzeit auf der MS Fortuna feiern. Beide hatten unabhängig voneinander jeweils eine eigene Kabine gebucht – kein Wunder, dass Erinnerungen an die eigene Hochzeit in turbulenten Rückblicken, untermalt von Hits wie „Super Trooper“ (ABBA 1981), „Blue, Blue, Blue Jonny Blue“ (Lena Valaitis 1989), „Sing Halleluja“ (Dr. Alban 1993) und „Samba de Janeiro“ (Bellini 1997), lebendig wurden. Die „Falschaussage des Reisebüros“, dass nur Standesbeamte und nicht der Kapitän trauen dürfen, führte zu einem weiteren Gag: Jürgens nervige Cousine Heidi ist mittlerweile Standesbeamtin – perfekt für Komik und Chaos!

Doch das Traumschiff-Bordleben blieb nicht ohne Turbulenzen: Dagmars Affäre mit der Sekretärin ihres Mannes sorgte für Lacher und Verwirrung, die plötzlich an Bord auftauchende Sekretärin plante (sturzbetrunken) dramatisch ihr Ende, während Jürgens Nichte, getarnt als schweigsame Nonne und Babysitterin, sich als Lena Valaitis auf der Flucht entpuppte – und als ob das nicht genug wäre, stellte Dagmar ihren Mann mithilfe einer Privatdetektivin auf die Probe – der hat Glück gehabt, dass die Viagra-Pillen zu Hause geblieben waren!

Zwischen all den Irrungen und Wirrungen sorgten Maria – die Jorge genannt werden wollte (Matthias Dreiucker) – mit Herzchen-Unterhose und ihre Kollegin für köstliche Umbau-Shows zwischen den Szenen. Dass queere Themen in die Aufführung Einzug hielten, war besonders schön zu sehen, und beim Schlussapplaus flog sogar ein bunt bemalter „Schlübber“ auf die Bühne.

Die Darsteller, viele zum ersten Mal auf einer Bühne, meisterten ihre Rollen mit Bravour. Ob stürmisches Ehe-Gewässer oder ruhige See – das Ensemble brachte alles zum Leben. Besonders das Ehepaar Dagmar und Jürgen durchlebte Höhen und Tiefen, die das Publikum köstlich amüsiert zurückließen.

JA GENAU – weiter so! Die Premiere von „Bordgeflüster“ hat bewiesen: Man braucht keinen echten Ozean, um eine turbulente Kreuzfahrt voller Herz, Humor und Drama zu erleben. Die MS Fortuna auf dem Schröers-Hof wurde an diesem Abend zum Schauplatz eines unvergesslichen Theaterabenteuers, bei dem niemand trocken blieb – weder auf der Bühne noch im Publikum.