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> Zaunkönig  Zaunkönig © NABU/Winfried Rusch
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Zum Start der Brutzeit am 1. März bittet die NABU-Regionalgeschäftsstelle Heide-Wendland um Geduld und Augenmaß im Garten
Mit dem 1. März begann die gesetzliche Brut- und Setzzeit. Für viele heimische Tierarten startet damit eine besonders sensible Phase. Hecken, Sträucher und Gehölze werden jetzt zu wichtigen Rückzugs- und Aufzuchtsorten. Die NABU-Regionalgeschäftsstelle Heide-Wendland bittet daher Kommunen, Gartenbesitzende sowie Verantwortliche in der Grünpflege, notwendige Schnittmaßnahmen sorgfältig abzuwägen und möglichst aufzuschieben. Denn was aufgeräumt wirkt, kann für Amsel, Zaunkönig oder Igel schwerwiegende Folgen haben.
Hecken sind weit mehr als Grundstücksbegrenzungen. Sie strukturieren unsere Landschaft, bieten Nahrung, Schutz und Nistmöglichkeiten und sind damit unverzichtbare Lebensräume. Zahlreiche Vogelarten beginnen jetzt mit dem Nestbau im dichten Geäst. Auch Kleinsäuger und Amphibien nutzen die schützende Vegetation zur Aufzucht ihres Nachwuchses. Wer in dieser Zeit zur Heckenschere greift, riskiert, brütende Vögel zu stören oder Gelege zu zerstören.
´„Wir erleben jedes Frühjahr, dass Hecken stark zurückgeschnitten oder sogar komplett auf den Stock gesetzt werden. Für viele Tiere bedeutet das den Verlust ihres Lebensraums“, erklärt Matthias Müller vom der NABU-Regionalgeschäftsstelle Heide-Wendland. „Mit etwas Planung lässt sich viel bewirken. Wer Pflegeschnitte verschiebt, schützt aktiv die Artenvielfalt direkt vor der eigenen Haustür.“
´Zwar sind schonende Form- und Pflegeschnitte unter bestimmten Voraussetzungen auch während der Brutzeit erlaubt – allerdings nur, wenn sich keine Nester oder Jungtiere im Gehölz befinden. Deshalb gilt: Vor jedem Schnitt muss gründlich geprüft werden, ob Vögel bereits brüten oder andere Tiere die Hecke nutzen. Da viele Vogelarten zudem mehrfach im Jahr brüten, empfiehlt der NABU, umfangreichere Maßnahmen möglichst bis in den Spätsommer zu verschieben.
Auch aus praktischer Sicht lohnt sich Zurückhaltung. Viele Gehölze treiben im Frühsommer stark aus, sodass ein früher Rückschnitt oft doppelte Arbeit bedeutet. Ein späterer, maßvoller Pflegeschnitt ist meist nachhaltiger und spart langfristig Aufwand.
Mit Sorge beobachtet der NABU Niedersachsen zudem immer wieder starke Eingriffe in öffentlichen Grünanlagen. Gerade innerörtliche Hecken und Feldgehölze sind wichtige Verbindungselemente im Biotopverbund. Sie ermöglichen Tieren, zwischen Lebensräumen zu wandern und sich auszubreiten. Der NABU setzt sich daher in kommunalen Gremien für eine naturnahe und ökologische Grünpflege ein. Bürgerinnen und Bürger, die unsichere oder radikale Schnittmaßnahmen beobachten, können sich an ihre örtliche NABU-Gruppe wenden und um fachliche Einschätzung bitten.
Der Appell des NABU richtet sich jedoch nicht nur an Gartenbesitzende. Während der Brut- und Setzzeit ist auch in der freien Natur besondere Rücksicht gefragt: Wege sollten nicht verlassen, Hunde angeleint und Rückzugsräume nicht gestört werden. Jede und jeder kann dazu beitragen, dass Wildtiere ihren Nachwuchs ungestört großziehen können.
Wer jetzt Geduld zeigt, wird belohnt: Eine blühende, summende und zwitschernde Hecke ist nicht nur ein Gewinn für die Artenvielfalt, sondern steigert auch die Lebensqualität im eigenen Umfeld. Wer sich darüber hinaus aktiv für den Natur- und Artenschutz engagieren möchte, kann Kontakt zu seiner lokalen NABU-Gruppe aufnehmen und selbst vor Ort mithelfen.