Peter Lemke im Immenhus
Wenn der Klimatologe Peter Lemke einen Vortrag hält – wie am 4. März in Lünzen –, erwarten das Publikum nicht trockene Daten, sondern spannende Fakten mit vielen Bildern und einer Prise Humor – und das, obwohl es um ernste Themen wie Ozeanerwärmung und Klimakrise geht.
Dieses Mal drehte sich alles um die jüngste Transitfahrt der „Polarstern" zur Walfischbucht in Namibia, von wo sie am 15. Dezember 2025 weiter in die Antarktis aufbrach. Peter Lemke war an Bord des Forschungseisbrechers, der bereits stolze 44 Jahre zählt. Mit zahlreichen Nass- und Trockenlaboren, Beobachtungsräumen sowie zwei Hubschraubern ausgestattet, dient das Schiff u. a. der Ausbildung von Studenten aus aller Welt, die hier eine einzigartige Chance für ihr späteres Berufsleben erhalten – ein großer Sprung gerade auch für Studierende aus sog. Drittweltländern.
Was die „Polarstern" heute dank einer Betankung in Rotterdam mit Millionen Litern Diesel schafft, musste man sich früher schwer erarbeiten. Von ersten Afrika-Erkundungen seitens Herodot im 5. Jahrhundert v. Chr. bis ins 16. Jahrhundert, als Magellan seine Fahrten unternahm, war nicht nur der Antrieb ein Problem, sondern auch die Karten. Die wurden im Lauf der Jahrhunderte nämlich erst mühsam erstellt.
Die Menschheit beschäftigt sich zu Recht seit jeher mit dem Ozean. Nicht nur ist er Ursprung des Lebens und Lebensraum mit größter Diversität, ist Nahrungsquelle und Transportweg – sondern bedeckt den Globus auch zu unglaublichen 71 %. Das macht ihn zum größten Energiespeicher; seine Energiebilanz dominiert die Erde. Logisch, dass er deshalb für das Klima und die Forschung dazu eine extrem wichtige Rolle spielt.
Leider lässt sich tatsächlich nicht nur an der Oberfläche, sondern auch in den Tiefen der Meere eine Erwärmung feststellen. Bestimmen kann man das mit einer sogenannten CTD-Rosette, die in verschiedenen Tiefen (bis zu 8000 Metern) Wassereigenschaften wie Temperatur und Salzgehalt messen sowie Wasserproben nehmen kann. Wie Peter Lemke betont, sind daher sowohl individuelle als auch globale Anstrengungen nötig, um die bereits spürbaren Auswirkungen der Erderwärmung einigermaßen im Zaum zu halten.
Ein Einblick in die namibische Geschichte – samt deutscher Kolonialherrschaft – und in die Vielfalt seiner Landschaften zwischen Hochebenen, Wüsten und Küstengebieten rundete den Vortrag ab und regte mit Bildern skurriler Pflanzen aus dem Namibischen Sandmeer (UNESCO Weltnaturerbe) dazu an, sich mehr über dieses faszinierende Land zu informieren.