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Snevern Aktuell
Ausgabe 12/2025
Vereine und Verbände
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Vereine und Verbände

Kursteilnehmerinnen begutachten einen Mammutzahn - ein eindrucksvolles Relikt aus der eiszeitlich geprägten Landschaft, die die Lüneburger Heide bis heute formt.



Neuer ZNL-Lehrgang im Naturpark Lüneburger Heide gestartet

Mit großer Neugier und spürbarer Motivation sind am Wochenende die Teilnehmenden des neuen Ausbildungslehrgangs zur/zum Zertifizierten Natur- und Landschaftsführenden (ZNL) im Naturpark Lüneburger Heide in ihre Ausbildung gestartet. Drei intensive Tage lang ging es darum, Landschaften zu verstehen, Zusammenhänge zu erkennen und Naturwissen lebendig vermitteln zu lernen. Das Wochenende war der Auftakt zur mehrteiligen Fortbildung, die bis Mai 2026 geht.

Schon zu Beginn wurde klar: Die ZNL-Ausbildung ist weit mehr als die Vermittlung von Fakten. Sie verbindet Naturerleben, regionales Wissen und pädagogisches Können - und sie schafft ein neues, bewusstes Verhältnis zur eigenen Umgebung.

„Man spürte sofort, wie viel Begeisterung in dieser Gruppe steckt.“ Seminarleiterin und Naturparkmitarbeiterin Britta Eggers zieht ein überaus positives Fazit des Auftakts: „Viele bringen ihre eigene Perspektive mit - beruflich, ehrenamtlich oder aus persönlicher Leidenschaft für die Natur. Diese Vielfalt schafft eine besondere Dynamik. Diese Gruppe möchte wirklich etwas bewegen.“ Sie betont die Rolle gut qualifizierter Naturführer:innen: „ZNL sind wichtige Botschafter:innen für unsere Region. Sie übersetzen komplexe Zusammenhänge in verständliche Erlebnisse vor Ort und machen sichtbar, wie wertvoll unsere Landschaft ist.“

Gleich am ersten Tag ging es darum, warum die Lüneburger Heide so aussieht, wie sie heute aussieht. Zwischen eiszeitlichen Ablagerungen, alten Waldstandorten und uralten Megalithgräbern entstand ein roter Faden: Landschaft ist Geschichte - und Zukunft zugleich.

Ein weiterer inhaltlicher Höhepunkt des Ausbildungswochenendes war der Besuch auf dem Bauckhof Amelinghausen, dessen zukunftsorientierte Landwirtschaft ein wichtiges Lernfeld für den Lehrgang darstellt. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in ökologische Kreisläufe, regionale Wertschöpfung und die Herausforderungen moderner Landwirtschaft. Beim abendlichen Austausch zur Rückkehr des Wolfs in die Region erhielten sie darüber hinaus einen Einblick in aktuelle Naturschutzthemen und diskutierten die Herausforderung, die unterschiedlichsten Interessen sachlich gegenüber zu stellen.

Ein zentrales Element der Ausbildung ist die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Als grundlegendes Leitkonzept vermittelt sie den angehenden ZNL nicht nur ein tiefes Verständnis für ökologische, soziale und wirtschaftliche Zusammenhänge, sondern bietet ihnen zugleich einen praxisnahen Werkzeugkasten für ihre spätere Arbeit. Die Teilnehmenden bekamen in diesem ersten Ausbildungsteil zunächst die theoretischen Grundlagen vermittelt. Später wird es dann konkret um eine Integration von BNE in die eigenen Führungen gehen.

Die verschiedenen Perspektiven spielen für die spätere Arbeit als Natur- und Landschaftsführende eine zentrale Rolle: Sie machen erfahrbar, wie eng Landschaft, Ernährung, Wirtschaft und Natur- und Klimaschutz miteinander verbunden sind.

Mit dem Start des neuen Lehrgangs setzt der Naturpark Lüneburger Heide seine erfolgreiche Bildungsarbeit fort. Die Natur- und Landschaftsführenden tragen dazu bei, Naturerleben zu bereichern, touristische Angebote zu qualifizieren und Menschen für nachhaltiges Handeln zu gewinnen. Immer nach dem Motto: global denken, lokal handeln.

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