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Snevern Aktuell
Ausgabe 5/2026
Vereine und Verbände
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Vereine und Verbände

Am Schwalinger Flatt.



Bericht von der Frühwanderung mit Jörg Schröder

Bildunterschrift:

Am 26. April führte der ortskundige Jörg Schröder wanderwillige Frühaufsteher durch die Umgebung von Lünzen – dieses Jahr Richtung Süden zum Schwalinger Flatt.

Der erste Stopp am Weg machte gleich nachdenklich. Die invasive Spätblühende Traubenkirsche hatte hier die Chance ergriffen, sich auszubreiten, als ein Fichtenwäldchen von Sturm und Borkenkäfer stark geschädigt und dann gefällt worden war. Leider bleibt eine so dicht von Traubenkirsche bewachsene Fläche wegen des praktisch unausrottbaren Wurzelwerks für immer nutzlos.

Über unbefestigte Wege lief man dann weiter in den Wald, wo auch das Schwalinger Flatt liegt. Flatts – aus angesammeltem Oberflächenwasser ohne Zu- und Ablauf – stammen aus der Eiszeit. Der Lünzener Chronik ist zu entnehmen, dass beim Festlegen der Grenze zwischen Lünzen und Schwalingen Mitte des 19. Jahrhunderts die Bewohner letzterer Ortschaft gewitzt ihr Gebiet so absteckten, dass der Zuschlag an sie ging: Beim morgendlichen Loswandern mit den Schafen brachen sie einfach früher auf als die Lünzener, sodass ihre Tiere um einiges eher am Flatt tranken und weideten als die aus Lünzen.

Flatts können sich in norddeutschen Heidelandschaften trotz des Fehlens einer Lehmschicht aufgrund des sogenanntem Ortsteins halten. Ortstein entstand, als sich die groben Sandböden durch Auswaschung immer mehr verdichteten. An einer Stelle konnten die Wandernden einmal Brocken aus solchem Boden, den das weiter oben ausgewaschene Eisen dunkel färbt, herumgehen lassen. Mitnichten aus Stein, zerbröselt Ortsstein unter dem Druck der Finger. Im Gegensatz dazu widersteht diese – unterschiedlich dicke – Schicht dem Druck von Wurzeln so gut, dass nur Bäume die Chance haben, sie zu durchdringen.

Heute liegt das Schwalinger Flatt trocken, da bei einem Versuch in den 1970ern, es in einen Badeteich zu verwandeln, die Ortsteinschicht durchbrochen wurde und das Wasser seither versickert.

Den Abschluss der Wanderung bildete ein Besuch am Aroniabeerenhof, wo Werner Schröder, unterstützt von leckeren Kostproben, die gesundheitlichen Vorteile von Aroniasaft schilderte und die Plantage besichtigt werden konnte.

Auch dieses Jahr erntete Jörg Schröder allgemeinen Applaus von den 26 Teilnehmenden, für die sich das frühe Aufstehen wieder einmal mehr als gelohnt hat.

Tamara Rapp
Heimatverein Lünzen